Rejected Youth – Public Disorder

Label: msm1279 Records
Veröffentlichung: 14.09.2007

Wer aufmerksam Band-Interviews liest und die Musikszene beobachtet, wird wissen, dass eine der Hauptdiskussionen immer wieder die Weiterentwicklung von Bands ist. Dass viele Hörer sehr schnell dabei sind zu lästern, wenn eine Band sich nicht mehr so anhört, wie bei dem Album zuvor und dass man es letzten Endes doch keinem Recht machen kann. Denn wenn man auf der Stelle stehen bleibt, dann gibt es auch wieder genug, die etwas zu meckern haben.

 

Fakt ist jedenfalls, dass es gut ist, wenn eine Band eine Weiterentwicklung genießt – da ist es ganz einfach so wie im richtigen Leben. Wer Stillstand betreibt, kann sich gleich begraben lassen. Entsprechend schön ist es zu sehen, wenn Bands im Laufe der Jahre immer mehr an Können dazu gewinnen und es schaffen, ihrer Musik neue und interessante Nuancen zu geben. Rejected Youth ist so eine Band, die bei ihrem vorletzten Album noch eine Durchschnittsbewertung von uns erhalten hat. Der Tenor der Besprechung war „…nichts besonderes, aber auch nicht unbedingt schlecht“. Kurz gesagt: Langweilig. Dies war die Meinung zum 2004er Album „No Police State Coalition“.

 

Im Jahr 2005 veröffentlichten die Franken dann ihr viertes Album „Angry Kids“, welches ich wie folgt kommentiert habe: „Geiler Knüppel-Straßen-Punk, wie man ihn heutzutage nur noch selten gut umgesetzt zu Ohren bekommt.“ Entsprechend gefreut habe ich mich, als ich gemerkt habe, dass diese Linie auf dem neuen Album „Public Disorder“ weiter geführt wird. Von „Knüppelpunk“ ist nicht mehr viel zu spüren, die Jungs haben ein paar Gänge zurück geschaltet, ohne die harten Töne und ihre Wurzeln zu vergessen. Man geht mehr auf die Musik ein und versucht diese interessanter zu gestalten. Ein Grund dafür ist sicher die oben erwähnte Weiterentwicklung, jedoch muss man auch dazu erwähnen, dass sich die Band neu formiert hat. Dass dies eine Auswirkung auf den Sound hat, dürfte keine Frage sein. Diesmal haben Rejected Youth auch einige Gastmusiker an Bord geholt. Dies sind Chrissi von Shark Soup, Sucker von Oxymoron und der Sänger von Guerilla.

 

Das Ergebnis sind geile Punkrock-Hymnen, die mittlerweile mehr im rotzigen Rock’n’Roll anzusiedeln sind, als im Knüppelpunk, wie es vor einigen Jahren noch der Fall war. Als Bonus gibt es einen fetten Videoclip von „Refuse/Resist“. Die Optik des Albums ist auch absolut sehenswert. Man hat dem Digipack glücklicherweise den Rücken gekehrt und ist wieder zum normalen Jewel Case zurückgegangen, welches viel edler wirkt. Das Artwork ist top und im Beiheft findet man alles was man so braucht. Viel fürs Auge und mehr als nur die Songtexte.

 

Das einzige Manko ist, dass das Album es wieder nicht schafft, die Spielzeit von einer halben Stunde zu erreichen. Dennoch: Die Musik macht Spaß und man kann sie immer wieder anhören. Daumen hoch!

Wertung: 0=5 Sterne

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