Loikaemie – Loikaemie

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Label: Knock Out Records
Veröffentlichung: 02.11.2007

Nach 5 Jahren Pause sind Loikaemie mit ihrem vierten Album zurück. Hier stellt sich die Frage, was für Erwartungen man im 13. Jahr an die Plauener Oi!-Band stellt. Denn – Hand aufs Herz – die großartige Weiterentwicklung kann man bei genauerer Betrachtung nicht von Loikaemie erwarten. Und im Grunde will das auch keiner? Gut, die Jungs sind sehr in die Kritik geraten, nachdem sie sich auf ihrem letzten Longplayer “III” sehr in Richtung Antifa entwickelt haben.

 

Davon ist auf dem neuen Longplayer glücklicherweise nichts mehr zu spüren. Denn politische Bands gibt es genug. Und Loikaemie hat sich gerade durch ihre unpolitische & Leckt-mich-doch-alle-am-Arsch-Haltung einen Namen erspielt. Das machte die Band aus und es ist angenehm, dass es wieder in diese Richtung geht. 12 neue Songs scheinen sehr viel zu sein, doch wenn nach 35 Minuten die CD schon zu Ende ist, wars dann doch ganz schön kurz. Aber Kurzweiligkeit ist ja immer ein gutes Zeichen. Obwohl ich damit bei den Hörproben auf Myspace zuerst nicht gerechnet hatte. Gut, objektiv betrachtet, hören sich Loikaemie noch genau so an wie in den 90er Jahren. Teilweise sogar noch schlechter. Aber das ist so ein Fall, bei dem ich für mich sage, dass es in gewisser Weise so schlecht ist, dass es einem schon wieder gefällt. Gerade eine Ballade zu wagen habe ich anfangs als großen Fehler eingestuft. Doch das Nicht-Können und die Ironie sich selbst gegenüber sorgt dann doch wieder für eine Menge Spaß. E

 

ine Entwicklung wie sie die Broilers beispielsweise durchmachten, kann man von Loikaemie einfach nicht erwarten. Es wäre ja auch langweilig wenn sich alle weiterentwickeln würden. Und das Flair, welches die Musik der Plauener ausmacht, liegt einfach im Rumpel-Oi!. Die richtigen Hits kann man diesmal nicht finden, aber dafür kann man sich das komplette Album immer wieder anhören, vorausgesetzt man mag Loikaemie und deren Art von Musik. Am besten gefallen mir, neben der Anti-Ballade “Trinkfestigkeit”, der Fanta 4 Cover-Song “-MFG”.

 

Auch Songs wie “Join The Underground” rocken ganz ordentlich, auch wenn man den Jungs von englischen Lyrics schon vor langer Zeit hätte abraten sollen. Alles in allem kann man sagen, dass Loikaemie schon lange nichts mehr Besonderes ist, es sei denn, man verbindet mit der Band so manch nostalgische Musik-Erlebnisse. Und gerade weil sich Loikaemie noch ähnlich anhört wie früher, fühlt man sich positiv an die 90er zurück erinnert.

 

Die Musik ist noch immer so prollig und die Aussagen noch immer so arrogant wie gewohnt, von daher wird hier niemand die Katze im Sack kaufen. Alles beim Alten – im positiven Sinne. Ich finde es ganz cool und gönne der CD jetzt noch einen Durchlauf.

Wertung: 0=4 Sterne