Der neuartige Coronavirus Covid-19 greift weiter um sich. Weite Teile der Welt sind bereits betroffen. Auch wir vom Pressure Magazine nehmen die Sache sehr ernst und unterstützen die Präventionsaktion #WirBleibenZuhause

Allerdings möchten wir unseren Lesern in den Zeiten der Coronavirus-Quarantäne auch weiterhin Unterhaltung, Abwechslung und zur aktuellen Lage Information bieten. Insbesondere möchten wir mit diesem Beitrag auch Bands unterstützen, deren Konzerte abgesagt wurden.

Das Pressure Musikmagazin hat den „Selig“-Frontmann JAN PLEWKA zur aktuellen Situation befragt und wollte wissen, wie er die Coronavirus-Quarantäne meistert.

Wie verbringst du die vorgeschriebene Quarantänezeit in diesen Tagen?

Ich verbringe die Tage im Kreise meiner liebsten zu Hause. Morgens fahre ich und mein sechsjähriger Sohn mit dem Fahrrad in den Wald oder an den See. Dort erzählen wir den Bäumen Geschichten um 18:00 Uhr gibt es zu Hause essen. Mal koche ich, mal meine Frau Anna, mal die Kinder, und nach dem Essen spielen wir „Mensch ärgere dich nicht“.

Anschließend gehen die Kinder in ihr Zimmer und wenn der Kleine schläft, schauen wir entweder einen Film oder Anna und ich trinken eine Flasche Rotwein und lesen uns aus den Büchern vor, die wir immer schon mal lesen wollten.

Wie genau betrifft dich die aktuelle Situation der Quarantänepflicht und welche Auswirkungen hat die Coronakrise auf die Band Selig?

Die aktuelle Situation war anfangs echt schwer für mich. Ich kam gerade aus Südafrika von dem Dreh der siebten Staffel „Sing meinen Song“ für Vox. Wir landeten in Frankfurt, mitten in dieser grauen Science-Fiction Welt, die plötzlich eine komplett andere war. Eigentlich sollte die Woche darauf die Selig Tour beginnen, ich hatte mich so darauf gefreut.

Die ersten Tage schlich ich wie ein Tiger an den Gitterstäben seines Käfigs entlang, schreckliche Unruhe, dann kehrt langsam Ruhe ein.

Keine Vergangenheit, keine Zukunft nur noch das hier und jetzt. Ich akzeptierte die Stille und glaube so ruhig wie jetzt war ich noch nie.

Ich sehe plötzlich die ganzen Schätze, die mich umgeben: ungelesene Bücher und gespielte Spiele meine Kinder. Anna, mein Sohn und wir lernen uns gerade richtig gut kennen.

Ich wäre statt der Quarantäne die ganze Zeit auf Tour gewesen, das Livespielen ist meine Einnahmequelle. Uns fehlt das, was ich verdient hätte. Meine Bandkollegen sehe ich wöchentlich auf Skype, meine Nachbarn fast täglich. Die Bühne fehlt mir aber nicht so schmerzlich wie ich anfangs dachte.

Welche Tipps kannst du den Menschen da draußen mit auf den Weg geben, um mit dieser außergewöhnlichen Situation umzugehen?

Positiv nehmen, das Beste draus machen. Bei Hygieneanforderungen daran denken, dass ich es nicht für mich mache, sondern für andere.

Versuche meinen eigenen Kopf zu behalten, dosiert und bewusst Nachrichten konsumieren, viel schlafen, frische Luft, Bewegung, gute Ernährung, meditieren, gute Bücher lesen, mit den Nachbarn Büchereien gründen – besonders gut für Kinderbücher.

Gutes Essen – und merken, dass Ingwer nicht gerade von der nächsten Ecke kommt sondern aus China und damit auch ein Luxus gut ist – auch ein positiver Nebeneffekt, wenn man sich dessen so bewusst wird. Immunsystem stark und wach halten, dazu gehört das Vermeiden von Konflikten und Berührung.

Wenn man kann, was Neues lernen (Sprache, Instrument, Vogelstimmen, Tanzen, Sport) und dann ist das Internet noch voll mit Challenges.

Sofern wir dieser „Krise“ etwas Positives abgewinnen können, was würdest du dir in Hinblick auf die Welt oder auf die Menschheit wünschen?

Das System, in dem wir bisher lebten in Frage stellen: dass die Solidarität, um die wir uns jetzt gerade so sehr bemühen, zur Normalität wird. Eine gerechtere Verteilung der materiellen Werte!

Wenn wir nach dem Shutdown der Stadt die Welt an vielen Stellen wieder hochfahren, sie besser und bunter machen, als sie vorher war: weniger Überfluss, viel nette Post, vielmehr Konsumbewusstheit in allen Lebensbereichen, Fliegen für überflüssig erklären, weil alle gesehen haben, dass FaceTime Konferenzen bestens hinhauen. Und wir belohnt werden von den schönsten Himmeln, die man sich nur vorstellen kann.

Welche 3 Luxus-Artikel hast du dir in den vergangenen Tagen noch auf die Schnelle im Supermarktgekauft, um die nächsten Tage zu gut zu überstehen?

Ein Vita Mix Mixer, Gartenwerkzeug und ein Lastenfahrrad.

Welche 3 Lieblingssongs dürfen auf einer Quarantäne-Playlist auf gar keinen Fall fehlen?

Keine Macht für Niemand – Ton Steine Scherben

Do you realized – Flamming Lipps

Courage – Villagers

Gibt es bereits Nachholtermine für die abgesagten Live Termine?

Es gibt Nachholtermine für den Sommer, die verschieben sich aber täglich. Trotzdem sind wir sehr optimistisch und planen erst mal online Konzerte, zum Beispiel am 12. Mai das „keiner kommt, alle machen mit“ Festival aus Hamburg.

Interview vom 26. März 2020 von Marcus Liprecht

Selig-Sänger Jan Plewka in Quarantäne: “Ich sehe plötzlich die Schätze, die mich umgeben”
Jan Plewka (Mitte)mit seiner Band SELIG – Foto: Dennis Dirksen

SELIG macht SELIG – mit Milliarden, Philipp Poisel, Pictures, Olli Schulz, Lisa Who uvm.

Am 13. März ist das Tribute-Album SELIG macht SELIG zum 25-jährigen Bandjubiläum erschienen – mit Songs von Milliarden, Philipp Poisel, Pictures, Olli Schulz, Lisa Who, Pohlmann. und vielen mehr. Jan Plewka wird außerdem ab April bei „Sing meinen Song“ im TV zu sehen sein.

Selig macht Selig – DIE BESTEN Live aus dem Gruenspan Hamburg

Maßnahmen gegen Coronavirus

Worauf sollte man jetzt achten?

  • Das Virus ist ansteckend.
  • Halten Sie Abstand: 2 Meter zu anderen Personen wird empfohlen.
  • Es verbreitet sich über die Hände oder durch Niesen und Husten.
    • Es ist wichtig, sich regelmäßig die Hände zu waschen.
    • Gute Hygiene kann vor einer Ansteckung schützen.
  • Wer sich krank fühlt, sollte telefonisch Kontakt zum Arzt aufnehmen.

Offizielle Informationen von Bundesgesundheitsministerium und Robert Koch Institut