Label: Social Bomb / Plastic Bomb
Veröffentlichung: 2007

Über „Police Bastard“ muss eigentlich wenig gesagt werden: Seit 1994 sind die Briten unterwegs und haben sich dabei dem Polit-Punk verschrieben. Punk ist eigentlich daneben gegriffen, vielmehr handelt es sich um Crustcore, der am ehesten an Bands wie „Carnivore“ zu „Retaliation“-Zeiten erinnert. Vergleichsweise seien noch die Brasilien-Trasher „Sepultura herangezogen, irgendwo zwischen „Schizophrenia“ und „Arise“, sowie die Schwaben „Totenmond“, die ja immer wieder in die Crust-Ecke gestellt werden. Wie dem auch sei, Social Bomb / Plastic Bomb Records veröffentlichen das 95er-Debut „Traumatized“ von „Police Bastard“ nochmal neu, packen zusätzlich die Songs der gesuchten Split-LP mit „A38“ drauf und verschönern all das mit einem neuen, besser aufgemachten Artwork. Damit beweist das Duisburger Label nach den kürzlich veröffentlichten „A Network Of Friends“-Samplern erneut ein gutes Händchen für moderne Klassiker. Textlich geht es im Hause „Police Bastard“ wie eingangs erwähnt politisch zur Sache. Ob es nun um Kapitalismus-/Konsum-Kritik („Major Label Control“), Kritik an der willenlosen Gegenwartsgesellschaft, die statt eigenes zu erschaffen, lieber Idolen nachläuft („Dance, be happy“) oder Rassismus („Race hate“) geht – ein Blatt vor den Mund nehmen die Briten selten. Die gesamte Scheibe über lässt „Traumatized“ eine gute Portion Ablehnung gegenüber dem aktuellen Stand der westlichen Welt erkennen. Dabei sind die Texte aber weder flach gehalten, noch die übliche Phrasendrescherei, sondern dank kurzen Zeilen und einfachen, aber effektvollen Worten schnell im Ohr und dank dem Sound auch in den Beinen. Da Band und Vertrieb seinerzeit typisch DIY waren, ist die Produktion natürlich nicht überfett, aber dennoch sehr clean gehalten. Die Sounds selbst bleiben im Bereich Crust, wie man ihn eben kennt, schön langsam, wälzend, bleischwer und brutal. Immerhin brüllt sich Sänger Stu-Pid nicht in ähnlicher Weise wie andere Crust-Kollegen oder die inhaltlich artverwandten „Napalm Death“ die Seele aus dem Leib, sondern lässt gelegentlich sogar einen Funken Melodie erkennen. Kurzes Fazit: Lange vergriffener Klassiker in neuer Aufmachung mit neuen Songs zu einem absolut fairen Preis von 9,90 Euro für die CD (und sogar noch einen weniger für die LP). Ein roher und vor allem verdammt gesellschaftskritischer Klassiker, der spätestens zu diesem Preis in keiner gutsortierten HC/Punk-Sammlung fehlen darf.

Wertung: 0=6 Sterne

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