Label: Bad Dog / Core Tex
Veröffentlichung: 29.09.2006

„OHL bekämpft jede Form von politischem Extremismus und religiösem Fanatismus. Rechte, linke und religiöse Systeme die sich zur Staatsform erheben, haben nur die Unterdrückung und Manipulation des Volkes zum Ziel und somit die Zerstörung der Freiheit. OHL stellt sich ebenfalls gegen jene blinde und taube Masse von Ignoranten, die die Realität nicht sehen kann oder will“ – Klare Worte, mit denen sich OHL nach drei Jahren mit einem Studioalbum zurückmelden. Die Oberste Heeresleitung bleibt auch im mittlerweile 27. Jahr nach ihrer Gründung eine der kontroversesten Acts der deutschen Punklandschaft. Klare Absagen an alle Seiten sind weiterhin Programm, die einzig geltende Ideologie ist die eines selbst bestimmten Daseins. Der Kampf um und für die eigene Freiheit bestimmt die Band um den charismatischen Deutscher W. auch auf dem neuen Album „Feindkontakt“. OHL-Produktionen weisen seit Jahren eine gewisse Konstanz auf. Das Coverartwork ist meist eine Aufnahme aus dem Krieg, produziert wird im Whiteline-Studio Braunschweig. „Feindkontakt“ macht da keine Ausnahme. Die Scheibe entstand in sieben Tagen, wie immer in Eigenregie. Fans wissen also bereits vor dem Kauf, was sie erwartet: OHL ohne Kompromisse oder Veränderungen. Sozusagen die Motörhead des Punk. Nur musikalisch versierter und textlich deutlich politischer. „Feindkontakt“ ist in erster Linie eine Kampfansage an die extremistische Muslime. Nicht weniger als sieben der zwölf Songs beinhalten klare Stellungnahmen gegen die islamistischen Gotteskrieger. Die weltpolitischen Ereignisse der vergangenen Jahre sind auch an OHL nicht spurlos vorübergegangen, im Terror der Hassprediger und Fundamentalisten sieht man derzeit die wohl größte Bedrohung für die eigene Freiheit. Der erhalt selbiger bestimmt wie erwähnt das Schaffen von OHL. Wer dem entgegentritt – egal ob von rechts, links oder religiöser Seite her – ist der Feind, die Bedrohung für die eigenen Werte. Diese sind trotz aller Radikalität nach wie vor demokratischer Natur. OHL wissen ganz gut Bescheid um die Errungenschaften der westlichen Zivilisation und verteidigen die Vorzüge der Demokratie – allen voran die Möglichkeit der Selbstverwirklichung und Meinungsfreiheit – entsprechend. Die Kontroverse um die Band liegt bekannterweise darin begründet, dass nicht klar ersichtlich ist, ob die Texte nun ironisch gemeint sind oder nicht. „Der Osten“, „Warschauer Pakt“ und „Belsen war ein KZ“ führten dazu, dass man die Leverkusener in Punkkreisen gerne als „CDU-Punks“ abwertet. Genau für jene Kleingeister wurde wohl der eingangs erwähnte Text ins Booklet gedruckt. Wem das und der „Fuck Racism!“-Aufdruck auf der Cover-Rückseite noch nicht genügen, erhält auf „Feindkontakt“ mit „Stolz Deutsch zu sein“ auch noch den musikalischen Beweis: Braune Ratten haben hier nichts verloren. „Feindkontakt“ ist vor allem eine Platte über das aktuelle Zeitgeschehen geworden. Gemessen daran ist das neue Album von OHL wirklich gelungen. Musikalisch erwartet den geneigten Hörer nach wie vor sauber produzierter Punk mit deutlichem Hardcore-Einschlag, nicht wirklich neu, aber bewährt. Mit „Feindkontakt“ wird die Kontroverse um die Band zwar nicht verschwinden, das ist aber auch gar nicht notwendig: OHL stehen weiterhin für Nonkonformität und halten damit allen Lagern den Spiegel vor. Klassisches Rechts-Links-Denken reicht auch 27 Jahre nach der Band-Gründung nicht aus, um zu beschreiben, was OHL sind.

Wertung: 0=6 Sterne

Kommentar verfassen