Machtwort – Der Fall der Mauern

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Label: Nix Gut
Veröffentlichung: 21.05.2010

Seit 1996 gibt es die Berliner Punkrockband Machtwort, jedoch veröffentlichen sie mit “Der Fall der Mauern” erst ihr zweites Album. Nnach der Eigenproduktion von “Die linke und die rechte Hand des Teufels” aus dem Jahr 2001 erscheint das aktuelle Album bei Nix Gut Records.

Die vier Musiker spielen Punk mit fast ausschließlich deutschen Texten über Freundschaft, Freiheit oder über den Lauf des Lebens. Im ersten Song “1989” geht es um den Mauerbau im Jahr 1961 und vom Fall, bei dem sich Familien und Freunde nach 28 Jahren wieder in den Arm nehmen können. “Erschöpfte Augen” soll einem die Hoffnung und das Vertrauen geben, dass irgendwann bessere Zeiten kommen. Das Besondere ist, dass hier eine Frau am Mikrofon steht und die Zeilen singt.

“Erschöpfte Augen blicken mich an / vom Leben gezeichnet, das den Kampf gewann / Durch all die Wunden hast du resigniert / Am Ende deiner Kräfte hast du kapituliert / Doch irgendwo ganz tief hier drin / gibt es den Wunsch nach einem Neubeginn / dass die Menschen endlich erwachen / all ihre Träume zur Wirklichkeit machen”

Es befinden sich neben ernsten Liedern wie “Fremder” oder  “Momente und Gefühle” auch Titel über einige Prominente auf dem Album. “Sponge Bob”, “Mac Gyver” und “Karate Tiger” werden benutzt um sie mit dem Alltag zu vergleichen und aufzuweisen, dass vieles, was im Fernsehen läuft Schwachsinn ist.

Das Album “Der Fall der Mauern” soll Mut machen, Angst vertreiben und einem die  Augen öffnen. Das gelingt Machtwort mit ihren Texten auch sehr gut. Musikalisch könnte man noch abwechslungsreicher werden und leider droht die Stimme des Sängers in einigen Liedern in den Hintergrund zu rutschen, da die Sologitarre ziemlich in den Vordergrund gemischt wurde. Die Scheibe ist gut und druckvoll produziert, das Artwork ist eher schlicht. Auf der Rückseite des Booklets befindet sich eine Erklärung des Albums und der einzelnen Songs. Am Ende bleibt nur noch die Überlegung, ob es sinnvoll ist, 20 Jahre nach dem Mauerfall ein Konzeptalbum wie dieses zu veröffentlichen.

 

Review von Florian

Wertung: 0=3 Sterne