Bloodpit – Mental Circus

Label: Playground
Veröffentlichung: 03.11.2006

Bloodpit ist eine neue finnische Band, die nicht nur in ihrer Heimat beachtliche Erfolge feiert. Nun dreht das neue Album „Mental Circus“ von Bloodpit mittlerweile die dritte Runde in meinem CD-Spieler und nun ist es an der Zeit, ein paar Worte dazu zu verlieren… Mich machte ja schon stutzig, daß im Promoschreiben zu diesem Album diverse Charts-Erfolge immer wieder betont werden. Verkaufserfolge sind jedoch meist Ergebnisse guter Promotion. Für Qualität der Musik steht das in meinen Augen ganz und gar nicht. Höchstens für gute Aufnahmequalität… Nun aber zum Wesentlichen. Blootpit spielen Goth-Rock. Für mich wirkt das wie eine Mischung aus melancholischen Hardcore mit einigen ordentlichen Metal-Einschläge, das mit viel Rock-Musik umrahmt wird. Beim ersten Song des Albums wird gleich in ordentlicher Metal Manier losgeröhrt. Dieser Beginn wird jedoch durch den relativ soften Gesang und dem Aussetzen der Gitarre wieder abgewürgt. Hört der Gesang auf, fängt das Geröhre wieder an – zwischenzeitlich hört man immer wieder ein paar sehr geile Gitarrenriffs die voll ins Ohr gehen. Leider wirkt das Lied im Gesamtbild aber irgendwie schwach. Das einzige was im Ohr bleibt, sind die Riffs. Im großen und ganzen wirkt das Lied zu langweilig und einfach sehr chartstauglich. Das liegt vor allem am Gesang, der einen entsprechenden Eindruck vermittelt. Das zweite Lied namens „In a Furnace“ gefällt mir da schon bei weitem besser. Ein sehr langsamer Einstieg in das Lied, welcher eineinhalb Minuten dauert, sorgt für eine wohlig-ruhige Stimmung, die dann bei einem Blitzartigen Tempowechsel im positivem Sinne zunichte gemacht wird. Sehr starke Gitarren sind hier auch wieder am Werk. Danach kommt wieder ein ruhiger Part, bis im letzten Drittel dieser harte Schnitt wiederholt wird und diesmal wird bis zum Ende des Liedes durchgerockt – mit sehr viel Druck und Elan – so gefällt mir das! Die restlichen neun Songs bieten dem Hörer ähnliches, wie die ersten Lieder. Starke Tempowechsel, viel Druck und durchgehend überzeugende Gitarrenarbeit hebt die Hörfreude an diesem Album sehr an, doch der Gesang und der Gesamteindruck von „Mental Circus“ ist einfach zu rund und zu massentauglich um mir durchgehend zu gefallen. Insgesmant hat das Album eine Spielzeit von fast 44 Minuten. Angeliefert wird der Tonträger in einem edlen Digipak. Lediglich das Beiheft ist etwas mager ausgefallen. Bloodpit hat einiges an Potential, doch irgendwie wirkt die Musik sehr konstruiert, auch wenn die Vorteile des Albums schon ein ordentliches Gewicht haben. Knapp an der fünf von sechs vorbeischossen, würde ich sagen.

Wertung: 0=4 Sterne

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