Label: Nix Gut
Veröffentlichung: Mai 06

Der Bandname lässt wenig Gutes ahnen, wer denkt sich bloß immer diese Wortschöpfungen aus? Aber so schlimm kommt es dann doch nicht, denn die Speichelbroiss aus Weiden wissen ihr Instrumente durchaus zu bedienen. Das Quintett bietet zwar keinen besonders originellen, aber spielerisch akzeptablen Oi!-Punk. Von den zwölf Songs auf „Nix gesehen“ kommen zwei in eher simplem Englisch daher, der Rest (außer dem Instrumental-Intro) wird auf Deutsch dargeboten. Beim ersten Hören fällt positiv auf, dass die Band auf stumpfe Sauflieder verzichtet und sich stattdessen an politischen und persönlichen Themen versucht. Da geht es gegen Rechte („Weiße Wölfe“, „Schwarz Rot Gold“), religiöse Fanatiker („Gotteskrieger“) und natürlich ausgiebig um den eigenen Punk-Way-of-Life („Our Town“, „Thats Punk“, „Komm zu uns“). Vieles, was die Speichelbroiss uns erzählen, hat man irgendwo schon mal so oder so ähnlich gehört. Lediglich der Song „Weiße Wölfe“ über die Rasse der Provinz-Arier kommt recht originell daher. Da heißt es treffend: „Ihr seid stolz auf diesen Ort doch ihr kommt vom letzten Dorf und ihr werdet dort versauern denn ihr seid nichts als Braune Bauern“ – Treffer! Bei dem Stück „Schwarz, Rot, Gold“ handelt es sich eine Absage an Leute, die glauben sich unter dem Deckmantel von Unity und Way-of-Life mit Rechten verbrüdern zu müssen. Fazit: Ich habe schlimmeres befürchtet. Speichelbroiss bieten auf „Nix gesehen“ solide Kost für Freunde deutschsprachigen Oi!-Punks mit szenetypischen Texten. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Wertung: 0=3 Sterne

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