Dolly D. – Auf ein Neues

Label: Partyhaie Records
Veröffentlichung: 2006

Wenn man diverse Bands über Jahre oder vielleicht sogar Jahrzehnte hinweg verfolgt, merkt man meist einen wichtigen Aspekt, der die Bands voneinander unterscheidet. Einerseits gibt es welche, die sich immer wieder weiter entwickeln, neue Stile in ihre Musik einbauen, neue Wege gehen, thematisch voran schreiten und insgesamt einen Entwicklungsprozeß durch machen (den man als Hörer meistens auch durch macht und somit die Musik dieser Bands einen lange begleitet im Leben). Das beste Beispiele sind im Moment die Broilers oder Vier Promille. Auf der anderen Seite gibt es Bands, die für Stillstand stehen – manchmal sogar so extrem, daß sie sogar Schritte zurück gehen (zum Teil liegt dies auch am kommerziellen Erfolg mancher Gruppen). Einige Bands gibt es in dieser Rubrik jedoch noch, die dann doch schaffen, trotz des allgemeinen Stillstand des Stils und der Art und Weise, wie man die Musik rüber bringt, doch immer wieder interessant zu bleiben, da man unendlich viel Spielfreude und ganz neue Ideen den Hörer serviert (Beispiel: Die SpringtOifel, die seit 25 Jahren die selbe Schiene fahren, aber durch Projekte wie den Konzeptplatten doch immer wieder interessant bleiben. Oder auch die Rabauken, die innerhalb ihres Stils unglaublich variabel sind und so mit einem geilen Gesang und einen Gitarrensound, der ein unvergleichbares Eigenleben hat, interessant bleiben). Und dann gibt es natürlich die Bands wo sich ein Album wie das Andere anhört. Und ich muß ehrlich sagen, jetzt wo ich das neue Dolly D. Album gehört habe, befürchte ich, daß die Jungs wohl auch zu dieser Sorte von Bands gehören. Ich kann mich noch dunkel erinnern, als ich in Sachsen bei einem Trabireiter Konzert 2003 von einem der Jungs von Dolly D. das Album „X“ kaufte. Den Bandnamen hatte ich schon öfters gehört, aber Musik der Jungs kam mir bis dato nie zu Ohren. Das was ich damals dann auf dem Album hörte, hat mir super gefallen. Dolly D. legte einen eigenen Stil an den Tag, der Spaß macht, und die Jungs hatten ein paar richtig gute Songs auf der Scheibe verewigt. Damals war ich sehr angetan von den Jungs und entsprechend bekam das Album ganze Fünf Punkte. „X“ drehte einige Wochen immer mal ein paar Runden in meinem CD-Spieler und Lieder wie „Schwarz-Gelb“ , „Sex & Rock’n’Roll“, „Gabi’s Bar“ und vor allem das Lied „Falsche Schlangen“ blieb mit lange im Gedächtnis. Nach nur kurzer Zeit hörten die Momente jedoch auf, wo der Silberling seine Runden im CD-Spieler drehen durfte. Dennoch blieb mir das Werk positiv in Erinnerung und ein paar Textstellen oder Liedpassagen kamen mir immer wieder mal in den Sinn, was ja Zeugnis für ein Nachdruckvolles Werk ist. Nun haben Dolly D. ihr drittes Album im 6. Bandjahr veröffentlicht und ich muß zugeben, daß ich erschrocken war. Die Band hört sich noch genau so an wie vor drei Jahren und Gassenhauer (die es bei X noch gab), die diese „schwäche“ ausgleicht, kann ich diesmal leider gar nicht finden. Nicht falsch verstehen: Dolly D. hat einen eigenen – sehr coolen Stil – doch ich kann nichts finden, was neu und interessant ist. Gute Gitarren, schöne Melodien und ein Chor der diese schön unterstreicht, sind die Aspekte, die bei diesem Album (neben dem sehr schönen Artwork und den super Produzierten Außenleben des Albums) positiv auffallen. Doch der Stil ist wirklich komplett gleich geblieben, wenn man das Vorgängeralbum betrachtet. Da man herausragende Lieder vergebens sucht, hinterläßt dieses Album einen recht mauen Eindruck. Eine solide Grundstruktur ist da, nur wirkt das neuste Werk von Dolly D. mehr wie ein Schritt zurück (bzw. ein kleiner Dreher im Kreis) als ein Schritt nach vorne. Es fehlt mir einiges bei diesen werk… viel mehr kann ich dazu nicht sagen. Schade.

Wertung: 0=3 Sterne

Pressure Magazine
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