Thomas Mulitzer: „Pop ist tot“

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„Es gab eine Zeit vor dem Punk, aber die ist kaum der Rede wert.“

Sätze wie dieser machen Thomas Mulitzers Werk „Pop ist tot“ allein aus sprachlicher Perspektive zu einem ästhetischen Leckerbissen.

Hinzukommt die gefällige Geschichte des namenlosen Protagonisten, der sich mit Anfang 40 mit seinem bürgerlichen Leben wohl oder übel arrangiert hat. Allerdings hadert er hin und wieder mit seiner Tätigkeit in einer Marketingagentur, die er als „Hipsterhölle“ bezeichnet und auch die Beziehung zu seiner Freundin erfüllt ihn nur oberflächlich…

Da trifft es sich eigentlich recht gut, dass Günther, sein alter Jugendfreund und ehemaliger Schlagzeuger der ehemaligen österreichischen Punklegende „Pop ist tot“, ihn mehr als 20 Jahre nach Bandauflösung mit der Idee eines Bandrevivals inkl. Tournee konfrontiert. Nur noch schnell sich selbst und dann die anderen ehemaligen Bandkollegen begeistern und schon soll es losgehen mit den Gefühlen von unbeschwerter Freiheit, jugendlicher Rebellion und ganz viel Punkrock.

Und als Vorgruppe von „Superschnaps“, den neuen Helden am Musikhimmel, die neben ihrem eigenen Getränk „Superschnaps“ noch ihre mit Social-Media-beauftragten Angestellten im bandeigenen Nightliner mitfahren lassen, scheint fast nichts mehr auf dem Weg zurück zum Punkolymp schiefgehen zu können. Okay, der Weg dorthin ist steinig, da die vier Bandmitglieder recht schnell merken, wie unterschiedlich sie eigentlich ticken, welche Prioritäten (Geld, Drogen oder Punkrock oder alles drei, Anmerk. S.D.) und unterschiedlichen Vorstellungen eines gelungenen Lebens sie eigentlich haben.

Und auch das gesetztere Alter und unbekannte Drogen sorgen dafür, dass das eine oder andere Konzert nicht der erhoffte Erfolg wird und die Selbstzweifel vor allem beim Protagonisten lauter werden.

Fazit: Man muss nicht unbedingt 1977 oder 1994 dabei gewesen sein, um das Gefühl der Rebellion authentisch nachempfinden zu können. Bücher wie „Pop ist tot“ vermitteln einen Einblick, welche Faszination Punkrock auf junge Menschen ausüben kann. Und was davon (außer einer Lederjacke und dem Tinnitus) bleibt, wenn die Jugend vorbei ist und die offene Rebellion einem zweckmäßigen angepassten und zu Kompromissen verdammten Lebensstil weicht.

Buchvorstellung von Sveni für Pressure Magazine im August 2021

Ein Interview mit dem Autoren Thomas Mulitzer mit dem Pressure Magazine lest ihr HIER

Pop ist tot“ gibt es als Download oder gebundenes Buch bei Amazon.de

Erscheinungstermin am 16.08.2021

  • Herausgeber : ‎ Kremayr & Scheriau
  • Sprache ‏: ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe : ‎ 192 Seiten

Thomas Mulitzer, geboren 1988, aufgewachsen in Goldegg im Pongau, lebt und arbeitet in Salzburg. Macht Musik, unter anderem als Singer-Songwriter und in der Mundart-Punkband Glue Crew. Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften und Anthologien. 2017 erschien sein Romandebüt „Tau“ bei Kremayr & Scheriau.