ZOX – The Wait

Label: Sideonedummy
Veröffentlichung: 15.09.2006

ZOX ist so eine Band, die man erst einmal einordnen, respektive verdauen muss. Als ich das Album „The Wait“ das erste Mal hörte, ist mir als erstes der Ska-Beat im Song „Thirsty“ positiv aufgefallen. Aber nicht nur das gefällt mir – der komplette Sound und das gesamte Arrangement wirkt unglaublich angenehm und geht voll ins Ohr – ganz nach dem Motto „weniger ist manchmal mehr“. Das Ska-lastige, was den ersten Eindruck prägte, hält sich im Großen und Ganzen in Grenzen. Denn die Jungs aus New England machen in ihren Liedern auch für andere Einflüsse Platz – und das ergibt ein Potpourri, das ich in dieser Form noch nicht zu Ohren bekommen habe.

 

ZOX haben ihren eigenen Stil entwickelt und verstricken geschickt verschiedene musikalische Einflüsse zu einem fetten Soundwerk zusammen. Von daher ist eine genaue Kategorisierung schwer – am Besten ist dieses Rundum-Paket mit dem Wort „Indiepop“ zu betiteln. Was natürlich, neben der hammergeilen Stimme des Sängers, am meisten auffällt, ist die E-Violine, die immer wieder im Einsatz ist. Aber nicht übertrieben und nervend, wie es oft bei Bands mit außergewöhnlichen Instrumenten ist – die dann gerne immer wieder in den Vordergrund gesetzt werden -, sondern dezent und einfach passend. Das erwähnte Gesamtbild macht auch deswegen so einen positiven Eindruck, weil man einfach merkt, daß die Band ihre Instrumente beherrschen. Gerade gestern habe ich mir ZOX in München live angeschaut und spätestens bei diesem Gig gingen mir die Lieder so richtig ins Ohr. Was ZOX so leistet ist der Hammer. Viele Bands bringen live nichts rüber oder schaffen es nicht einmal ansatzweise an ihr – meist eh schon schlechtes- Album heran zu kommen. ZOX dagegen hat ein perfekt produziertes Album am Start und schafft es dann live, noch einmal einen Gang zuzulegen.

 

Aussetzer gibt es auf „The Wait“ keine. Dafür eine ganze Reihe an Hits. Meine Favoriten sind „Thirsty“, „A Little More Time“ und „Anything But Fine“, die man allesamt locker als Single veröffentlichen könnte und mit der entsprechenden Promotion würden die Teile locker in den Charts landen. Dann hätte man endlich geile und ehrliche Musik, die in den Charts ist und die – so ist es nunmal, aber im positiven Sinne – einfach massentauglich ist. „The Wait“ hat eine Spielzeit von über 50 Minuten bei 13 Songs. Die Stücke sprechen für sich. Rein hören und sich selbst überzeugen! Ich geb den Jungs ein paar Jahre, dann sind die ganz dick im Geschäft. Ich hoffe nur, daß sie ihrer Linie treu bleiben.

Wertung: 0=6 Sterne

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