Label: Illegal Outrage
Veröffentlichung: 

Schlappe fünf Jahre hat es gedauert, bis Barseros aus Neuwied den Nachfolger zum sehr gelungenen Album “Pushy Polemics” ins Rennen schicken. Angekündigt war die Scheibe zwar schon lange, aber wie heißt es so doch: Was lange währt, … Was bei “Modern Don Quijote”, so der Name des neuen Outputs, sofort auffällt, sind die deutschen Lyrics – auf allen bisherigen Barseros-Releases war Englisch tonangebend. Bei gut der Hälfte der 13 neuen Songs geht es nun muttersprachlich zu, das funktioniert überwiegend sehr gut und wirkt eigentlich nie verkrampft. Musikalisch serviert die Band den vom Vorgänger gewohnten druckvollen Punk-Sound mit ner ordentlichen Kelle Rock’n’Roll. Im direkten Vergleich fällt das Material auf “Modern Don Quijote” nicht ganz so scheppernd (im positiven Sinn) aus wie auf “Pushy Polemics”, es wirkt eher etwas ausgefeilter. Dennoch machen Barseros nicht das, was man zurzeit landauf landab als Punk’n’Roll verkauft. So einfach lassen sie sich dann doch nicht in eine bestimmte Schublade stopfen. Dazu sind Sound und Texte – jenseits der gängigen Schnaps-, Weiber- und Fette-Karren-Klischees – zu eigenständig. Manchem Puristen könnte es schwer fallen, sich damit anzufreunden – anderen könnte gerade das unkonventionelle gefallen. Neben den 13 neuen Songs gibt’s zum Abschluss ein Hörspiel-Outro, das man sich beim ersten Hören ruhig mal geben kann, aber nicht wirklich braucht. Meine Anspieltipps sind dagegen “Senf dazu”, “Pferd satteln” und “Shipwrecked”. Fazit: Das Warten auf “Modern Don Quijote” war nicht umsonst. Barseros ziehen ihr Ding durch und haben eine gute Platte ohne Ausfälle, aber mit einigen Einfällen am Start. Ruhig mal antesten.

Wertung: 0=4 Sterne

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