Label: Aggressive Noise
Veröffentlichung: 11.05.2007

Nach sage und schreibe 21 Jahren melden sich „The Crowds“ aus München zurück. Ein neues Album ist am Start und man merkt, die Band hat einiges zu sagen. Bisher waren sie nur in den 80ern aktiv, was das Veröffentlichen von Tonträgern angeht. So haben es die Münchner nur auf eine Single („Lügner“, 1984) und ein Album („Sieger sind die Helden“, 1986) gebracht. Das neuste Werk „Menschenfeinds Feindfahrt“ aus dem Hause „Aggressive Noise“ ist somit mehr als überfällig. Sehr bekannt sind „The Crowds“ eigentlich nicht in der bundesweiten Punk-Szene. Der Song „Little Big Horn“ ist das Einzige, was von dieser Band außerhalb Münchens so richtig Eindruck hinterlassen hat. Nun stehen 12 neue Songs in den Startlöchern. Und ich kann schon jetzt Sagen: Sie gehen alle ins Ohr! Zwar im Gesamten manchmal etwas eintönig, gerade was den Gesang betrifft, doch im allgemeinen gefällt mir das Album sehr gut. In guter alter 80er Punk Manier werden hier Probleme angesprochen und bestehende Verhältnisse angeprangert – und das alles auf einem hohen Niveau. In den Songs geht es einerseits sehr direkt um aktuelle Themen wie Krieg und Terrorismus, andererseits schaffen es „The Crowds“ auch sehr geschickt, tiefgründiger zu werden als viele ihrer Kollegen. Und das hebt sie von vielen anderen Punk Bands heutzutage ab, bei denen es inhaltlich fast nur um die Polizei und um das Arbeitsamt geht. „The Crowds“ sind einfallsreich, haben Energie & Köpfchen und bringen das auch gut rüber. Musikalisch wird schöner, langsamer Punk gespielt, der aber auch sehr experimentell ist. So spielt neben den typischen Instrumenten auch ein Keyboard eine große Rolle in der Musik. Im allgemeinen kann man nur hoffen, dass die Band weiterhin aktiv bleibt und vielleicht nach Jahren endlich einen angemessenen Bekanntheitsgrad in der Szene bekommt – und so auch andere Bands zeigt, wie sich auch heute noch Punk anhören kann. Die Aufmachung der CD ist makellos. Ein ausführliches Beiheft mit allen Texten und zahlreichen Bildern spricht für sich. Das Cover ist etwas dezent ausgefallen, paßt aber irgendwie. Insgesamt hat das Album eine Laufzeit von fast 38 Minuten. Freunde des 80er Punks können eigentlich sofort zugreifen. Auf der Webseite der Band hat man übrigens die Möglichkeit in alle Songs reinzuhören.

Wertung: 0=5 Sterne

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