serum

Im September 2012 war die Band Serum 114 auf großer „Deine Stimme / Dein Gesicht“-Tour. Sänger/Gitarrist Esche und Schlagzeuger Nils standen dem Pressure Magazine beim Konzert in Bremen Rede und Antwort.

Gestern war der Auftakt zur „Deine Stimme / Dein Gesicht“-Tour in Bochum. Wie lief die Show und wie war die Stimmung?

Esche: Besser als gehofft! Die ersten 90 Minuten waren richtig klasse; normalerweise hat man am ersten Tourtag sehr viele Probleme, weil einiges von der Tourplanung noch nicht 100%ig funktioniert. So ab dem zweiten, dritten Tag stimmt dann eigentlich alles – natürlich haben wir auch einiges geprobt um eine fette Show zu bieten, solche Sachen gehen normalerweise immer erstmal schief. Diesmal hat alles schon sehr gut funktioniert.

Nils: Absolut! Die Leute waren total heiss drauf, der Laden hat echt gebrannt!

Insgesamt spielt ihr 10 Shows in elf Tagen. Wie habt ihr euch darauf vorbereitet?

Nils: Wer probt, hat Angst. (lautes Lachen) Wir haben uns extra vorgenommen: Dieses mal machen wir ein paar Tourproben, jeder muss Bescheid wissen, was zu tun ist. Auf einmal, eine Woche vorher dachten wir nur: Oh, in einer Woche gehen wir auf Tour – wann könnt ihr? Natürlich konnten wir dann keinen Tag mehr finden, an dem alle Zeit hatten. Letztendlich haben wir dann den Mittwoch-Abend noch einmal geprobt und Donnerstags gings los.

Esche: Ja genau, nur eine Probe gab es. Die war nicht besonders gut aber auch nicht so erschreckend, dass wir die Tour absagen mussten! (lachen) War alles cool.

Nils: Sowas macht ja auch ein bisschen die Show aus, niemand weiss, was passiert oder kann unvorhersehbares planen. Man hat sich auch schon tot geprobt.

Das Album stand eine Woche lang auf Platz 28 der offiziellen Media-Control-Charts. Was bedeutet euch das?

Nils: Erstmal ist es natürlich ein Feedback für sich selbst, dass die Leute Interesse an deiner Musik haben und in dem, was wir machen. Es ist jetzt auch nicht so, dass wir uns da mordsmäßig was drauf einbilden oder rumrennen und schreien: Top 30, Top 30! Uns war es wichtig, das Feedback zu haben, dass die Leute dabei sind, mit uns gehen und auch Bock auf die limitierten Boxen zu haben – bei denen wir uns auch viel Mühe gegeben haben.

Esche: Sowas honoriert natürlich die Arbeit ein bißchen – wir haben alles selbst produziert, alles selbst bezahlt. Wir sind in einem Stadium, in dem man noch nicht viel Geld mit der Musik verdient. Bei so einem Ergebnis weiß man dann wofür man es macht…

Mit „Mein letzter Gruß“ ist am 07.09.2012 euer aktuelles Video erschienen. Wer hatte die Idee, eine komplette Wohnung zu zerlegen und hat es Spaß gemacht?

Esche: Es hat definitiv Spaß gemacht und das hat sich Robin Pillmann aus den Fingern gesaugt. Es ist auch der erste Regisseur, mit dem wir zusammen arbeiten – normalerweise sind wir absolute Kontrollfreaks, die überall ihre Finger mit drin haben müssen. Aber er hat alles so umgesetzt, das bei uns keine Wünsche offen blieben.

Und wer hat die Wohnung zerlegt?

Esche: Das war Robins Aufgabe.

Nils: Mir hat das Video übrigens gar keinen Spaß gemacht, da ich zusammen mit Esche den ganzen Scheiß wieder wegräumen musste. Löcher in den Wänden, alles kaputt – die Wohnung war echt im Arsch. Dann kam die Hausverwaltung noch und hat reingeguckt und hat einen absoluten Durchdreher bekommen. Aber: Ein bisschen Schwund ist immer!

Zum Titel „Wenn wir Abschied nehmen“ habt ihr euch die Mühe gemacht und ein 3D-Video gedreht. Wie kam das eigentlich an?

Nils: Also bei den Leuten, die einen 3D-Fernseher haben, kam es sehr gut an. Ich habe so ein Gerät nicht. Allerdings war es uns von vornerein klar, dass das Video größtenteils in der klassischen Variante und bei YouTube geguckt wird. Aber trotzdem schön sowas zu haben.

Nachdem ihr 2008 durch die Insolvenz der damaligen Plattenfirma sämtliche ausstehenden Kosten selbst bezahlen musstet, ging es in den darauf folgenden Jahren eigentlich steil bergauf. Seit ihr dem Antihelden dankbar?

Esche: Dass „Antiheld“ als erste von uns selbst produzierte Platte so erfolgreich war hätten wir selbst nicht geglaubt, weil wir ja grundsätzlich alle Regeln der Musikindustrie missachten. Natürlich sind wir dankbar, dass die Leute die Platte trotzdem gekauft haben und vor allem gut fanden. „Deine Stimme / Dein Gesicht“ war dann die konsequente Weiterentwicklung und lief sogar noch besser, obwohl wir bei dieser Scheibe dann alle restlichen Regelbücher verbrannt haben. Man sieht also das man auch mit ungewöhnlichen Formaten Erfolg haben kann. Dafür sind wir dankbar!

Auf was dürfen sich die Fans heute Abend freuen?

Esche: Auf eine lange Rock´n`Roll-Show! Es ist immer schwierig, wenn man die Messlatte schon gelegt hat, denn normalerweise liegt sie am ersten Tourtag immer niedriger und man versucht auch auf Tour sich jeden Tag noch etwas zu steigern. Wir haben uns ein paar Sachen überlegt um die 100 Minuten gut zu füllen, damit auch nicht so eine Standard-Show abgeliefert wird – die Leute sollen voll auf ihre Kosten kommen.

Was sind neben dieser Tour eure weiteren Pläne?

Esche: Wir denken schon über ein neues Album nach, welches im Herbst 2013 erscheinen wird. Ich habe viel geschrieben und mir mit den Jungs so manche Nacht im Proberaum um die Ohren geschlagen. 2013 kommt daher definitiv eine neue Platte, die wir auch ordentlich betouren werden.

Nils: Wir hatten in letzter Zeit viel zu tun mit den Videos und der Tour-Vorbereitung, die haben wir auch selbst gemacht. Wir haben uns voll und ganz auf die Tour konzentriert, danach geht es natürlich weiter.

Vielen Dank. Die letzten Worte gehören euch!

Nils: Man kann mal unseren Fanclub (www.serum114-fc.de) erwähnen, die Jungs und Mädels geben da richtig Gas und stellen wahnsinnige Aktionen auf die Beine. Großen Respekt!

Interview von Florian Puschke im September 2012


 

Mehr zum Thema:

Offizielle Homepage: www.serum114.de

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