Albumcover KÄRBHOLZ Spiel des Lebens 2017 Neuaufnahme Review Kritik Pressure Magazine
Albumcover KÄRBHOLZ Spiel des Lebens 2017 Neuaufnahme Review Kritik Pressure Magazine

Die Deutschrocker von Kärbholz veröffentlichen am 20. Oktober 2017 ihr Erstlingswerk „Spiel des Lebens“ erneut. Klingt nach neuem Wein in alten Schläuchen? Mitnichten! Die Musiker haben sich anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der ersten Platte im Studio eingeschlossen und alle 13 Lieder komplett neu eingespielt. Nach eigener Aussage genau so, wie das Album hätte klingen müssen, wenn die Band damals die nötige Erfahrung und Technik besessen hätte. Songs von damals, wie „Das Feuer in mir“, „Arme Welt“ und „Mein Weg“ sind epische Hits, die auf keinem Konzert der Band fehlen dürfen, ebenso, wie die Party-Song „Hasta La Vista“ und „Ultimativ“.

Verdammte Axt… wenn man heute einmal genau darüber nachdenkt, war die Hit-Dichte auf dem Debütalbum aus dem Jahr 2007 schon gewaltig groß! Folgerichtig, dass sich die Band mit ihrem Remake, sich selbst und ihren Fans ein tolles Geschenk machen wollen und ihren alten Schätzchen genau das Gewand verpasst haben, welches sie verdient haben. Hierbei geht es recht abwechslungsreich zu Werke, mal rockig, und verspielt wie Van Halen oder im Country-Stil a la Johnny Cash, ebenso mehrchörig mit der gesamte Truppe oder Schwerpunktmäßig mit dem Fokus auf Sänger Torben Höffgens markige Stimme. Mit breiterem Klangteppisch als in den Anfangsjahren gibt es hier die volle Ladung Deutschrock aufs Ohr. Ganz anders als gewohnt, aber zu 100% im typischen Kärbholz-Sound.

Eine musikalische Entwicklung ist der Band innerhalb der 10 Jahr definitiv zuzusprechen, da die Alben von Mal zu Mal stärker wurden und die vier Musiker sich seit Anbeginn nie auf ihren Lorbeeren ausgeruht, sondern mit jeder Menge Biss verbessert haben. Das Ergebnis dieser Reise kann sich hören lassen, denn zwar sind die dreizehn Songs altbekannt, klingen auf “Spiel des Lebens” (2017) jedoch wie brandneue Kärbholz-Songs und bieten überdies zahlreiche musikalische Überraschungen und technische Wagnisse.

Visuell hat das Albumcover, samt Booklet ebenfalls einen neuen Anstrich erhalten. Gitarrist und Bandgrafiker Adrian Kühn knüpft an seine bisherige Leistung des Artworks zu “Überdosis Leben” an und kombiniert im morbiden Stil mächtige Nachtfalter mit gekreuzten Äxten und eine durch Motörhead Pik As inspirierte Symbolik. Im Innenteil gibt es dazu kunstvolle Bandfotos, die in sich ein gelungenes Konzept ergeben.  

Ob sich Kärbholz mit dieser Entscheidung ein Eigentor geschossen haben, bleibt anhand der Fan-Reaktionen abzuwarten. Klar, sind einige der neuen Refrains stark gewöhnungsbedürftig, vor allem, wenn man die Ohrwürmer seit nun mehr als 10 Jahren im Gehörgang verankert hat. Geschmäcker sind verschieden, genauso wie die Meinung darüber, ob der Entschluss, ein Remake zu „Spiel des Lebens“ herauszubringen wirklich angebracht war. Entscheiden werden die Fans, denn umso schöner ist es doch, dass der Hörer nun die Wahl hat, sich für seine Lieblingsversion zu entscheiden. Wir sind gespannt, wie die vier Hölzer genau diesen Wünschen live gerecht werden. Wir raten der Band zu einer Beliebtheitsabfrage mit Lautstärkebarometer auf jedem der künftigen Konzerte, das wird ein großer Spaß!

Album Review von Marcus Liprecht

Spiel des Lebens Trackliste

  1. Das Feuer In Mir
  2. Spiel Des Lebens
  3. Endstation
  4. Für Die Götter
  5. Schöne Zeit
  6. Arme Welt
  7. Hauptsache Grob
  8. Mein Weg
  9. Narben
  10. Mach Die Augen Auf
  11. Wie Ein Engel
  12. Hasta La Vista
  13. Ultimativ

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