Schwedenpunk mit deutschen Texten, ein eigenes Label, Touren bis nach Brasilien und Japan und eine Besetzungsliste, die sich liest wie ein Szeneregister: Rasta Knast aus Celle sind seit 1997 dabei und – anders als dieses Profil bisher nahelegte – bis heute aktiv.
Rasta Knast auf einen Blick
- Gegründet: Januar 1997 in Celle, Niedersachsen
- Genre: Deutschsprachiger Melodic Punk in der Tradition des schwedischen Trallpunk
- Aktuelle Besetzung: Atti (Gesang, Gitarre), Dom (Bass, Gesang), Nils (Schlagzeug)
- Aktuelles Album: Trallblut (20. Juli 2012)
- Status: aktiv – jüngste Veröffentlichung ist eine Split-EP von 2023, für 2026 sind Festivalauftritte bestätigt (Stand: August 2026)
- Eigenes Label: Varning! För Punk Records
Die Geschichte von Rasta Knast
Die deutsche Punk-Band Rasta Knast wurde im Januar 1997 durch den ehemaligen Wonderprick-Sänger Martin Kliems und Andreas Höhn von der ehemaligen Band Pissed Spitzels ins Leben gerufen. Zu zweit wurde im selben Monat die EP „Probegepogt“ aufgenommen und kurze Zeit später mit Holger und Martin einige Gigs absolviert.
Aus Zeitgründen verließen beide die Band aber schnell wieder und weitere Auftritte blieben dadurch aus. Während der Produktion für das im Januar ’98 erschienene Debüt-Album „Legal Kriminal“, das auch wieder nach dem gleichen Schema zu zweit aufgenommen wurde, stieß Konrad Kittner (ex-Brieftauben) als zukünftiger Bassist dazu und sang auch schon einige Chöre mit ein. Für die darauf folgenden Gigs kam Carsten (ex-Emils) als Drummer hinzu, wurde aber im April ’99 von Eric (Gainsay!) abgelöst.
Durch zahlreiche Gigs im In- und Ausland erreichten Rasta Knast derartigen Kult-Status in der Szene, dass „Legal Kriminal“ sogar von Birdnest Records für Schweden lizensiert wurde. Rasta Knast arbeiten völlig unabhängig. Alle Produktionsarbeiten, wie die Aufnahmen, Grafiken etc. wurden im eigenen Studio von Martin produziert. Im Oktober 1999 erschien dann endlich der zweite Longplayer „Die Katze beißt in Draht“ auf dem dem Markt und stand dem ersten in nichts nach. Eine gewisse Vorliebe zu alten schwedischen Punk-Bands wie „Asta Kask“ oder „Strebers“ kann nicht verleugnet werden: Energiegeladener, teils schneller, melodischer Punkrock mit einem Schuß Melancholie.
Im März 2000 erschien dann die EP „Turistas Alemanes Asesin@s“. Neben 2 eigenen Songs und Cover-Versionen von den spanischen Kultbands „Commando 9mm“, „Toreros After Ole“ und „La Broma de Satan“, wurden alle Lieder, zum Teil mit Gastsängern aus Mallorca, komplett auf spanisch eingesungen. Nachdem im Mai 2000 auf Red Star Records das zweite Album „Die Katze beißt in Draht“ für Brasilien lizensiert wurde, ging es einen Monat später für eine 2 wöchige Tour dorthin.
Nach zahlreichen Besetzungswechseln hatte die Band neben vielerlei Auftritten in Deutschland ebenfalls eine Vielzahl an Touren in Schweden, Norwegen, Brasilien und Japan. Mittlerweile hat die Band ihr eigenes Label „Varning! För Punk Records“ gegründet und im Januar 2009 die seit längerer Zeit angekündigte EP „Friede, Freude, Untergang“ veröffentlicht.
Was seit 2009 passiert ist
Der Bestandstext endet mit der EP Friede, Freude, Untergang. Danach kamen zwei Alben: Tertius Decimus erschien 2010 bei Destiny Records, Trallblut am 20. Juli 2012. Wir haben beide besprochen und zu Trallblut außerdem mit Atti und Martin gesprochen – Interview und Reviews sind weiter unten verlinkt.
Auch danach ist die Band nicht verschwunden: 2020 erschien die Single „Die Ferne so nah“, 2022 eine Neufassung davon, und 2023 eine Split-EP mit Dv Hvnd bei Sterbt Alle Records. Für 2026 ist Rasta Knast unter anderem beim Gott-Sei-Punk-Festival in Hamburg und beim Ain’t-Like-You-Festival in Torgau angekündigt. Die Band arbeitet weiterhin unabhängig über ihr eigenes Label Varning! För Punk Records.
An der Besetzung hat sich seit dem Bestandstext alles geändert. Von der im Profil genannten Aufstellung ist niemand mehr dabei: Heute besteht die Band aus Atti an Gesang und Gitarre, Dom am Bass und Nils am Schlagzeug. Gründer Martin Kliems, Mitgründer Andreas Höhn, Peter „Hecktor“ Blümer, Thomas „Cpt. Planlos“ und Schlagzeuger Phil Hill gehören zur langen Liste der Ehemaligen.
Besetzung
Aktuelle Besetzung
- Atti – Gesang und Gitarre
- Dom – Bass und Gesang
- Nils – Schlagzeug
Ehemalige Mitglieder
- Martin Kliems – Gitarre, Gesang, zeitweise auch Bass und Schlagzeug (ab Januar 1997, Gründungsmitglied; zuvor Sänger von Wonderprick, produzierte alle Aufnahmen im eigenen Studio; Grund des Ausscheidens nicht öffentlich genannt)
- Andreas Höhn – Gitarre und Gesang (ab Januar 1997, Gründungsmitglied; zuvor bei Pissed Spitzels; Grund nicht öffentlich genannt)
- Konrad Kittner – Bass und Begleitgesang (1998–2000; zuvor bei den Brieftauben; die Band nennt persönliche Gründe für seinen Ausstieg)
- Carsten Zisowsky – Schlagzeug (ab 1998; zuvor bei den Emils, im April 1999 abgelöst)
- Peter „Hecktor“ Blümer – Gesang und Gitarre (um 2003; Grund nicht öffentlich genannt)
- Thomas „Cpt. Planlos“ – Bass (Zeitraum unklar, Grund nicht öffentlich genannt)
- Florentin Shock – Gitarre und Begleitgesang (Zeitraum unklar, Grund nicht öffentlich genannt)
- Phil „Phill“ Hill – Schlagzeug (Zeitraum unklar, Grund nicht öffentlich genannt)
- Ballo – Schlagzeug (bis Sommer 2010; Grund nicht öffentlich genannt)
- Eric – Schlagzeug (ab April 1999; zuvor bei Gainsay!, Zeitraum des Ausscheidens unklar)
Stand der Besetzung: August 2026. Die Band nennt öffentlich überwiegend Kurz- und Spitznamen.
Diskografie
Alben
- 2012 – Trallblut (erschienen am 20. Juli 2012) – bei Amazon* – unsere Review
- 2010 – Tertius Decimus (Destiny Records) – bei Amazon* – unsere Review
- 2001 – Bandera Pirata – bei Amazon*
- 1999 – Die Katze beißt in Draht (für Brasilien bei Red Star Records lizenziert) – bei Amazon*
- 1998 – Legal Kriminal (Debütalbum; für Schweden von Birdnest Records lizenziert) – bei Amazon* – unsere Review
EPs
- 2023 – Split-EP mit Dv Hvnd (Sterbt Alle Records) – bei Amazon*
- 2008 – Friede, Freude, Untergang (erschienen Januar 2009 auf dem bandeigenen Label Varning! För Punk Records) – bei Amazon*
- 2003 – Kanpai (Split-EP mit Crispy Nuts) – bei Amazon*
- 2000 – Varning! (Split-EP mit Troublemakers) – bei Amazon*
- 2000 – Turistas Alemanes Asesin@s (komplett auf Spanisch eingesungen, mit Coverversionen von Comando 9mm, Toreros After Ole und La Broma de Satan) – bei Amazon*
- 1997 – Prøbegepøgt (Debüt-EP) – bei Amazon*
Singles
- 2022 – „Die Ferne so nah“ (Neufassung)
- 2020 – „Die Ferne so nah“
Live-Alben & Kompilationen
- 2007 – Live in São Paulo – bei Amazon*
Kollaborationen & Gastbeiträge
- 2003 – Marcas da Revolta (Split-LP/CD mit Agrotóxico) – bei Amazon*
Rasta Knast im Interview bei Pressure Magazine
Aus unserem Archiv – wir haben die Band zum Album Trallblut gesprochen:
Rasta Knast live: Tourdaten 2026
Rasta Knast sind 2026 auf Festivals unterwegs – bestätigt sind unter anderem das Gott-Sei-Punk-Festival in Hamburg und das Ain’t-Like-You-Festival in Torgau. Einzelne Clubtermine sind darüber hinaus nicht angekündigt. Aktuelle Konzerttermine und Tickets findest du jederzeit bei Eventim*. (Stand: August 2026)
Häufige Fragen zu Rasta Knast
Gibt es Rasta Knast noch?
Ja, die Band aus Celle ist aktiv (Stand: August 2026). Zuletzt erschien 2023 eine Split-EP mit Dv Hvnd bei Sterbt Alle Records, davor 2020 und 2022 die Single „Die Ferne so nah“. Für 2026 ist Rasta Knast für mehrere Festivals angekündigt. Die Besetzung hat sich gegenüber den Anfangsjahren allerdings komplett erneuert.
Wann spielen Rasta Knast wieder live?
Für 2026 sind Festivalauftritte bestätigt, unter anderem beim Gott-Sei-Punk-Festival in Hamburg und beim Ain’t-Like-You-Festival in Torgau. Einzelne Clubtermine sind darüber hinaus nicht angekündigt (Stand: August 2026). Termine und Tickets findest du bei Eventim*.
Was ist das aktuelle Album von Rasta Knast?
Das letzte reguläre Album ist Trallblut* vom 20. Juli 2012. Danach folgten die Single „Die Ferne so nah“ (2020, Neufassung 2022) und 2023 eine Split-EP mit Dv Hvnd. Ein neues Album ist bislang nicht angekündigt.
Wer singt bei Rasta Knast?
Aktuell singt Atti, der zugleich Gitarre spielt; Bassist Dom singt ebenfalls. In den Anfangsjahren teilten sich die beiden Gründer Martin Kliems und Andreas Höhn den Gesang, später sang zeitweise auch Peter „Hecktor“ Blümer. Die Band hatte über die Jahre eine der längsten Besetzungslisten des deutschen Punk.
Wie viele Alben haben Rasta Knast?
Fünf Studioalben: Legal Kriminal (1998), Die Katze beißt in Draht (1999), Bandera Pirata (2001), Tertius Decimus (2010) und Trallblut (2012). Dazu kommen sechs EPs und Splits, das Livealbum Live in São Paulo (2007) sowie eine Split-LP mit der brasilianischen Band Agrotóxico.
Was ist Trallpunk?
Trallpunk ist eine schwedische Spielart des Punk: schnell, extrem melodisch und mit Refrains, die man nach einmal Hören mitsingen kann – geprägt von Bands wie Asta Kask und Strebers. Rasta Knast haben diese Vorliebe nie versteckt und den Stil mit deutschen Texten in Deutschland heimisch gemacht. Der Name des bandeigenen Labels, Varning! För Punk Records, ist ebenfalls ein schwedisches Zitat.
Rasta Knast erleben & entdecken
Alle Alben der Celler laufen weiterhin über den Punkversand und das bandeigene Label – ein Blick in die Amazon-Künstlersuche zu Rasta Knast* lohnt sich. Konzerte findest du bei Eventim*.
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Rasta Knast im Netz
Pressure Fazit
Eine deutsche Punkband, die ihren Kultstatus ausgerechnet in Schweden und Brasilien einsammelt, ist schon eine Ansage – dass Rasta Knast dafür konsequent alles selbst gemacht haben, vom Studio bis zum eigenen Label, macht sie zum Musterfall für unabhängiges Arbeiten. Nach fast drei Jahrzehnten ist von der Gründungsbesetzung niemand mehr dabei, und die Band spielt trotzdem weiter. Das ist entweder ein Widerspruch oder der Beweis, dass Rasta Knast längst eher eine Idee als eine Personalliste ist.












