Obwohl die Musikwirtschaft am Anfang der Jahrtausendwende durch die Verdrängung der CD-Rom starke Einnahmeeinbußen hinnehmen musste, schossen die Erlöse durch Streaming-Dienste wieder in die Höhe. Wenn man junge Erwachsene heute fragt, wozu sie das Internet am meisten benutzen, steht Musikhören mit 70 % der Antworten an erster Stelle.

Seit der Einführung des Internets befindet sich die Musikindustrie im Wandel. Nicht Wenige haben den Untergang der Musikindustrie vorausgesagt und tatsächlich haben in nur 20 Jahren einschlägige Veränderungen in der Art, wie wir Musik kaufen und konsumieren, stattgefunden. Während 2001 noch 133 Millionen Alben pro Jahr in Deutschland über die Ladentheke gingen, waren es 18 Jahre später, 2019, nur noch 40 Millionen. Musik wird heute fast nur noch digital erworben – egal, ob kostenlos oder kostenpflichtig. Diese Entwicklung erkennt man an der Anzahl der Musikdownloads, die seit 2004 einen starken Anstieg erlebt haben. Während im Jahr 2004 8 Millionen Musikdownloads stattfanden, waren es im Jahr 2012 knapp 115 Millionen. Jedoch erfährt das Herunterladen von Musiktiteln seit 2013 einen jährlichen Rückwärtstrend. 2019 wurden demnach nur noch 39 Millionen Downloads verzeichnet. Gleichzeitig nimmt die Anzahl an Musikstreams mit einem jährlichen Anstieg von 37 % bis 60 % bedeutend zu.

Musikindustrie im Wandel – so spielt die Musik heute
70% der Nutzer hören Musik über das Internet

Musiker verdienen heute anders Geld

Und obwohl Musiker mit ihrer Musik über Streaming-Dienste Geld verdienen könnten, gehen immer mehr von ihnen den Weg des kostenlosen Teilens. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Viele Musiker sind in erster Linie an der Verbreitung ihrer Musik interessiert und verfolgen entweder einen völlig kostenlosen Vertrieb oder schaffen es, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zwischen kostenfreien und kostenpflichtigen Angeboten zu leiten. Beispielsweise bieten manche Musiker ihre Alben kostenpflichtig an, einzelne Songs jedoch werden kostenlos zum Download bereitgestellt, um beispielsweise die Wartezeit auf das nächste Album zu verkürzen. Andere Musiker binden ihr Publikum in das Marketing mit ein: Sie bieten die Möglichkeit, die Musik kostenpflichtig oder kostenlos herunterzuladen. Bei der kostenlosen Option bitten die Musiker, auf sozialen Netzwerken Werbung zu machen. Andere Musiker wie der Ärzte-Sänger Farin Urlaub bietet seinen Fans gleich ein ganzes Konzert kostenlos zum Download oder zum Streamen an.

Immer mehr kostenlose digitale Produkte

Das Internet macht es möglich: Nicht nur Musik kann heutzutage ganz einfach kostenlos erworben werden. Auch in anderen Bereichen werden digitale Produkte gratis angeboten wie beispielsweise Onlinespiele oder E-Books. Viele Online- sowie Smartphonespiele sind kostenlos und finanzieren sich über kostenpflichtige Erweiterungen – sogenannte In-Game-Käufe – oder aber Werbung. Apropos kostenlos, Freispiele sind gut, um die Zeit totzuschlagen und sind vor allem in Onlinecasinos immer häufiger präsent. Onlinecasinos stellen beispielsweise kostenlose Spiele zur Verfügung, damit Nutzer diese ohne großes Risiko testen und danach entscheiden können, ob sie ihnen gefallen. Dabei stellen die meisten Casinos ihre Umsatzbedingungen sehr klar vor, damit keine Missverständnisse bei den Spielern entstehen. Solch eine Strategie findet jedoch auch bei Smartphonespielen immer mehr Anwendung.

In gerade einmal 30 Jahren hat die Musikindustrie einen enormen Wandel erlebt, von dem heute beide Seiten profitieren. Musiker haben neue Einnahmequellen entdeckt und Konsumenten wurde der Zugang zu Musik und anderen digitalen Produkten stark vereinfacht: Musik kann heute in nur ein paar Sekunden heruntergeladen oder gleich gestreamt werden – und das oft kostenlos.