The Creepshow – They All Fall Down

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Label: Other / EMI
Veröffentlichung: 08.10.2010

Als Creepshow-Sängerin Jennifer „Hellcat“ Blackwood schwanger wurde, blieb nur eine Möglichkeit, ihre Band am Leben zu erhalten: Ihre kleine Schwester musste einspringen! So kam Sarah „Sin“ Blackwood quasi zur Band wie die Jungfrau zum Kind. Zusammen mit ihren männlichen Kollegen Sean „Sick Boy“ Mac Nab, Reverend McGinty und Matt „Pomade“ Gee stellte sie sich der Herausforderung und ging als neue Frontfrau (Gitarre und Gesang) mit ihnen auf Tour. Von da an war es sowohl um Sarah als auch um das Publikum geschehen. Wie besessen touren The Creepshow seitdem von einem Kontinent zum nächsten. Anfang des Jahres haben die Kanadier dann glücklicherweise doch mal wieder den Weg ins Studio gefunden, um ihr nun drittes Album aufzunehmen.

Das Ergebnis kann sich hören lassen. „They All Fall Down“ gleicht einem dicken-fetten-ausgestreckten Mittelfinger, der all jenen um die Ohren knallt, die nicht daran geglaubt haben, dass sie es schaffen werden. Und auch wenn die Band von Anfang an einen gewissen Hang zum Horror zelebriert, so kann man sie trotzdem nicht einfach in diese Geisterbahn-Schublade stecken.

Mit Krachern wie „Road To Nowhere“ und „Get What’s Coming“ werden Creepshow auf der anstehenden Tour mal wieder keine Achsel im Publikum trocken lassen und Punk-Fans gleichermaßen wie Psychobillies überzeugen. Mit der Ballade „Sleep Tight“ ist sogar eine gelungene Schmusenummer auf der Platte zu finden. Es ist also wirklich für jeden was dabei! Sarahs Stimme ist das komplette Album über sehr stark und präsent, die Gesangsparts ihrer männlichen Kollegen sorgen dafür, dass es nicht eintönig wird.

 

Einen Punkt Abzug gibt’s, weil die Lieder für meinen Geschmack fast alle etwas zu kurz geraten sind (unter zwei Minuten), da ist man meistens gerade in Fahrt gekommen, wenn der Spaß auch schon wieder ein Ende nimmt. Das ist schade. Doch wahrscheinlich soll die Platte auch nur ein Vorgeschmack darauf sein, was die Creepshow-Lady und ihre Jungs am besten können: Dem Publikum live in den Arsch treten! Denn die lange Zeit im Studio wird die tourbesessene Zombie-Combo sicher schon wieder ganz kirre gemacht haben und dieser angestauten Energie wird jetzt Luft gemacht! Also nix wie hin zum Auftritt in eurer Nähe und sich selbst ein Bild von der Gruselshow machen!

 

Review von Diana Ringelsiep

Wertung: 0=5 Sterne