Johannes Strate Revolverheld Saenger

Johannes Strate – er ist mehr als „Die Stimme von Revolverheld“. Dies hat er uns nicht zuletzt mit einem beachtlichen Debutalbum im letzten Jahr bewiesen. Dieser Mann zieht auch mit seinen eigenen, leisen Tönen das Publikum in seinen Bann! Natürlich haben wir ihn nach seinem Album „Die Zeichen stehen auf Sturm“ gefragt, aber auch, wie es mit „Revolverheld“ weitergehen wird.

Hallo Johannes, vielen Dank, dass Du Dir kurz vor Deinem Auftritt hier in Freudenstadt auf der „Black Forest Invasion“ die Zeit für uns genommen hast. Geht es Dir auf den Nerv, wenn Dich alle zu Beginn eines Interviews erst einmal nach „Revolverheld“ fragen?

J.S.: Nein! (lacht) Ich spiele schließlich seit über 10 Jahren in dieser Band und das eigentlich ganz erfolgreich! Da ist doch klar, dass man danach gefragt wird! Also frag mich ruhig!

Vielleicht später. Zunächst interessierst Du mich und Deine erste Solo-CD „Die Zeichen stehen auf Sturm“. Als ich mir die CD das erste Mal angehört habe war ich verwirrt. Du bist die Stimme von „Revolverheld“ und doch klingst Du solo ganz anders. Besinnlicher, ruhiger, mit Streichern und Bläsern.

J.S.: Ich glaube das kann man am besten so erklären: In meiner Brust schlagen tatsächlich zwei Herzen. Ich habe früher einfach sehr viel Rockmusik gehört, gemacht und geschrieben, aber ich habe auch immer schon diese leisen Sachen gemacht. Aber mit den lauten Sachen haben wir eben einen sehr großen Plattenvertrag bekommen und das macht mir nach wie vor sehr viel Spaß.
Die Band hat einfach sehr gut funktioniert in den letzten Jahren, wir haben tolle Konzerte gespielt und ein paar schöne Alben gemacht. Es gab aber in mir immer diese andere Seite, diese ruhige Seite, die unglaublich viele Songs geschrieben hat. Und ich war vorletztes Jahr einfach an einem Punkt, wo ich mir gesagt habe: Ich möchte diese Seite auch mal nach außen bringen. Ich möchte diese Songs auch mal rausbringen und nicht nur in der Schublade versauern lassen. Und deshalb ist das auch ein großer Teil von „Johannes Strate“ und deshalb war es auch an der Zeit.

Auf Plakaten bekommst Du aber noch immer den Untertitel „Johannes Strate – die Stimme von Revolverheld.“ Empfindest Du das als Manko?

J.S.: Nein, das ist vollkommen ok und gut dass man darauf hinweist, im Zweifel! (lacht) Und vergiss nicht, am Anfang stand bei den „Foo Fighters“ auch: Dave Grohl von „Nirvana“ dabei!

Dann befindest Du Dich ja in guter Gesellschaft!

J.S.: Ja! Es ist auch so, dass ich „Revolverheld“ nicht als schlimmen Klotz am Bein empfinde und das nicht möchte. Das ist ja meine Band und da steh ich dazu. Und deshalb möchte ich auch, dass man das in den Kontext bringt.

Viele Künstler gehen mal eine Zeit lang Ihren Soloprojekten nach – einige erfolgreich wie Du es uns bewiesen hast, andere weniger. Wird es irgendwann „Revolverheld“ mit einer neuen Scheibe geben?

J.S.: Ich fahre da im Moment echt zweigleisig. Wir spielen ja auch mit „Revolverheld“ einige Konzerte dieses Jahr, und wir werden uns sicher auch hinsetzen und an einem neuen Album basteln. Wann das dann kommt weiß man aber noch nicht, nächstes Jahr wahrscheinlich irgendwann. Und dann hätte ich aber auch schon wieder Bock an einem neuen Soloalbum zu arbeiten. Ich finde es gerade gut, dass ich beides machen kann! Und das Soloalbum hat auf alle Fälle so viel Spaß gemacht, dass ich sicher noch eins machen werde.
Aber jetzt ist erst einmal das nächste Bandalbum an der Reihe! Und dann schauen wir weiter. Ich lebe im Moment und mache mir nicht so viele Gedanken was in 5 Jahren ist.

Was ist für Dich der größte Unterschied zu früher, wenn Du wie heute „alleine“ auf der Bühne stehst?

J.S.: Es ist solo ein bisschen aufregender, weil es wieder was neues ist, neue Songs! Aber ansonsten ist es eigentlich sehr ähnlich; ich meine ich stehe in der Mitte und sing! (lacht) Ich hab das Gefühl, die Leute schauen eh auf den Sänger: was macht er da, was für einen Text singt er da! Und so anders ist das Gefühl dann nicht. Und ich habe ja jetzt auch eine Band dabei mit guten Freunden. Also irgendwie schon sehr ähnlich.

Bist Du denn noch nervös vor Auftritten?

J.S.: Ja ich bin schon immer noch ein bisschen nervös aber es ist jetzt nicht mehr so dass ich nicht mehr denken kann vor Nervosität. Gott sei Dank!

Wie würdest Du Erfolg definieren? Was bedeutet es auch für Dich solo erfolgreich zu sein?

J.S.: Naja, „Revolverheld“ ist schon echt ein riesen Flaggschiff mit dem man da unterwegs ist und das Soloding ist gerade so klein und leicht. Ich habe einfach diese Platte gemacht weil ich sie machen wollte und hatte da keine großen Erwartungen vor allem was Charts usw. angeht. Und dass das alles jetzt so schön geht und dass Leute zu meinen Konzerten kommen, die Tour gut verkauft ist und jetzt schon der zweite Tourblock gerade läuft, das ist richtig schön, das freut mich sehr, und ja deswegen bin ich da total zufrieden.
Ich hatte keine großen kommerziellen Erwartungen. Was das angeht bin ich ja mit „Revolverheld“ sehr befriedigt.

Hast Du Rituale vor einem Auftritt? Vollkommene Abgeschiedenheit gehört definitiv nicht dazu, sonst hättest Du uns so kurz vor deinem Auftritt kein Interview mehr gegeben!

J.S.: Genau! Nee, ich hab nicht so krasse Rituale. Mit der Soloband machen wir vorher noch so ne Runde und sagen uns „Jetzt geht’s los“ Aber es gibt jetzt nicht irgendwie wahnsinnig feste Rituale. Ich gehe dann meistens nochmal ein bisschen in mich und gehe durch was gleich passiert, ich versuche ein bisschen fokussiert und konzentriert zu sein, ansonsten aber nix.
Ahhhh und ich trink keinen Alkohol vor der Show, Cola ist da besser! (grinst)

 

Warst Du ein wenig enttäuscht, dass Du heute am Freitag im Programm standst und nicht morgen zusammen mit „Die Happy“?

J.S.: Stimmt, ich hätte „Die Happy“ natürlich gerne gesehen. Ich hab zuletzt erst bei Ihrem 1.000sten Konzert in Ulm mitgesungen. Martha ist echt eine gute Freundin und die Jungs auch. Thorsten wohnt ja auch in Hamburg. Ja, ich hätte Sie natürlich noch gerne gesehen und wir hätten auch den einen oder anderen Song zusammen singen können. Aber ich kann natürlich auch verstehen dass ich mit dem ruhigen Zeugs vielleicht eher in das Line-Up mit „Laith Al-Deen“, als mit „Megaherz“ und „Die Happy“ passe.

Kennst Du Laith auch privat?

J.S.: Laith und ich haben schon ein paarmal zusammen gespielt. Das letzte Mal glaube ich vor sechs oder sieben Jahren. Aber wir haben uns gefreut als wir uns vorhin mal wieder getroffen haben!

Wie ist das eigentlich mit dem Songschreiben? Gibt es Lieder die Du schriebst, die Dir in den Kopf kommen, Texte wo Du sagst: Das ist jetzt mehr „Johannes Strate“ und das jetzt mehr „Revolverheld“?

J.S.: Ja, passiert schon so. Manchmal kommen mir so Sachen in den Kopf und ich weiß sofort, das ist jetzt mehr „Revolverheld“ oder das ist solo. Aber manchmal ergibt sich das erst genauer beim Schreiben. Manchmal wird es erst einmal ein wenig konfus drum herum und manchmal sehr klar, dann wird auch klar was es ist!

Erzähl uns doch bitte noch ganz kurz wie es weitergeht dieses Jahr?

J.S.: Ich spiele jetzt noch die Tour zu Ende, dann mache ich noch so ein kleinen Unplugged Ding, spiele noch einige Festivals jetzt über den Sommer und werde dann im Herbst, also im September und im Oktober noch ein paar Tourblöcke spielen, wo ich dann nochmal in ganz Deutschland unterwegs bin. Details unter www.johannesstrate.de (grinst), da gibt’s alle Daten!
Und dann werden wir uns mit der Band „Revolverheld“ nächsten Monat dransetzen und uns mal Gedanken über ein neues Album machen. Wir haben schon ein paar Songs geschrieben, dann ein bisschen proben, so langsam in die Gänge kommen und mal kucken wie das dann wird. Ja, dann werden wir vielleicht noch was aufnehmen dieses Jahr. Im Winter wird man dann mal zusammen schauen müssen wie weit man so ist.

Danke Johannes und viel Spaß heute Abend! Denn Erfolg müssen wir Dir nicht wünschen, den hast Du auf alle Fälle!

Interview von Mostly Harmless

DIE ZEICHEN STEHEN AUF STURM TOUR 2012

21.09. Fulda — Kulturkeller | 22.09. Friedrichshafen — Bahnhof Fischbach | 23.09. Tübingen — Sudhaus | 15.10. Frankfurt – Nachtleben | 16.10. Osnabrück – Rosenhof | 17.10. Köln – Underground | 18.10. Bremen – Modernes | 19.10. Hamburg – Übel & Gefährlich

Mehr zum Thema:

Offizielle Webseite: johannesstrate.de

Website von Revolverheld: revolverheld.de

Youtube-Kanal von Johannes Strate: youtube.com/user/johannesstrate

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