Such a Surge – Rotlicht

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Nachdem es in den vergangenen zwei Jahre etwas still um die Braunschweiger gewesen ist, gibt es vom Künstler-Kollektiv Such a Surge neues unter dem Titel ROTLICHT. Der Longplayer ist somit das insgesamt fünfste Studioalbum im Laufe Ihrer bislang elfjährigen Karriere.

Vergleiche man die Platte mit ihrem brachialen Debut “Under Pressure” klingt das ganze fast wie ein positiver Tapetenwechsel und muss auch feststellen, dass sich die Jungs mit ihrem sehr eigenen Stil großen Respekt in den Indie/Hardcore Fan-Lagern erspielt haben. Trotz dem ‘Moulin Rouge’-Charakter findet sich auf “Rotlicht” kein einziger französischer Titel, wie man es in Hinsicht auf vorherige Alben eigentlich gewohnt sein sollte. Neben deutschem Sprechgesang haben sich sämtliche Hip Hop-Elemente samt den Turntables verabschiedet und es ist durchaus Hörbar, dass die Band auf diesem Longplayer Ihre Erfahrungen aus dem Hardcore-Projekt PAIN IN MY ASS miteinbezogen hat.

Im Vergleich zum letzten Album “Surge Effekt” wirkt dieses, wohl auch im Sinne ihrer Fans, weniger poppig – dafür gibts energische Shouts mit gesellschaftskritischen Themen unterlegt von kraftvollem Drumming des ehem. Revolver Schlagzeuger Antek. Absolute Glanzpunkte bilden Songs wie der Metallastige Opener “Sag jetzt nichts” und die Hardcore-Nummer “Alles muss raus”, sowie die Ohrwürmer “Hypochonder” und “Fremdkörper”.

Als kleine Zugabe gibt es neben der limitierten Special Edition mit Zusatz DVD, auf der sämtliche von der Band produzierten Videos enthalten sind, auch den altbewährten neu aufbereiteten Nackenbrecher “Keinen Schritt weiter”. Wer Such a Surge nach dem “Surge Effekt” die totale Verkommerzialisierung nachsagte, bekommt hier derb eins auf die Ohren. “Rotlicht” ist ein genialer Meilenstein in der Bandgeschichte und somit bleibt zu hoffen, dass SaS ihrem Stil treu bleiben und weiterhin ihr eigenes Ding drehen.

Album Review von Marcus Liprecht