Böhse Onkelz – Dopamin

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Dopamin Studioalbum Rockband Böhse Onkelz VÖ: 15. April 2002 auf Rule23 Recordings
Dopamin ist das 16. Studioalbum der deutschen Rockband Böhse Onkelz und ist am 15. April 2002 über Rule23 Recordings erschienen.

Label: Rule23
Veröffentlichung: 15. April 2002

Mit dem Album “Dopamin” testen die Frankfurter innerhalb kürzester Zeit, nach der Veröffentlichung Ihrer Single “Keine Amnestie für MTV” ein weiteres mal die Toleranz ihrer Fangemeinde. Angefangen vom durchaus trendbewusstem Plattencover mit neuem modernen Bandlogo bis hin zu völlig neuer Songstruktur und gewagter Instrumentierung präsentieren sich die Böhsen Onkelz erneut als das uneingeschränkte Chamäleon der Deutschen Rockgeschichte.

Eingeleitet von dem Song “Die Firma” beweisen die härteste Firma der Stadt neben einer dicken Portion altbewährtem Pathos auch eine gehörige Portion Humor, der sich diesmal außergewöhnlich direkt wie ein roter Faden durch das Album zieht. Nicht nur durch den stetig steigenden Erfolg der Band, sondern auch durch die Arbeiten am Album, welche diesmal an den verschiedensten Orten wie England, Irland oder sogar unter der praller Sonne Ibizas stattgefundne haben, finden wir diesmal wesentlich frischere positive Stücke auf dieser Platte, als auf den bisherigen Alben. Mit Sicherheit auch ein Grund, weil sich die Böhsen Onkelz schon lange nicht mehr über vergangene Fehler in ihrer Karriere rechtfertigen müssen und sich stets weiterentwickelt haben.

Diesen mittlerweile erreichten Status nehmen sie mit dem neuen Titel “Ich weiss wo Du wohnst” sogar selbst auf die Schippe und besingen die Hysterie von Fans, die ihren Idolen so nah wie möglich sein wollen und verpacken die Thematik gekonnt in einen absolut genialen Ohrwurm. Neben einigen wirklich hörenswerten Halbballaden finden wir selbstverständlich auch sozialkritische Texte, wie beispielsweise der Song “Wie kann das sein“, der eine gesellschaftliche Problematik behandelt die leider viel zu oft totgeschwiegen wird und sich um “Pädophile Parasiten” dreht, die sich in den Entwicklungsländern an kleinen Kindern vergehen und sich heutzutage für Geld alles kaufen können.

Auch auf Politik und deren häuchelnde Vertreter ist man hier nicht gut zu sprechen und stellt diese Situation in dem kritischen Song “Macht für den der sie nicht will” treffend dar. Ebenfalls sein Fett weg bekommt neben Münchens größter Musikkonzert MTV übrigens auch TAZ-Journalist Klaus W. der sich seinen Song “Nr.1” laut Bandsprecher Stephan Weidner, nach jahrelangem massiven Kleinkrieg gegen die Band redlich verdient hat.

Dopamin ist auf den ersten Blick ein vielleicht nicht allzu Onkelz-typisches Werk, aber nach einer Gewöhnungsdauer von etwa 6 Durchläufen des Albums eine sehr tolle neue Produktion der vier Frankfurter Rocker, die auf jeden Fall neue innovative Wege geht und die Spannung auf die kommende Tour im Mai 2002 erhöht.