Mittwoch, April 24, 2024

Death & Taxes – Tattooed Hearts & Broken Promises

Label: I Scream
Veröffentlichung: 02.2008

Öfter mal was Neues: Das belgische Label „I Scream“ ist üblicherweise eher für die Releases größerer Hardcore-Bands bekannt, hier hat sich die Firma zu recht einen soliden Namen erarbeitet. Mit „Tattooed Hearts & Broken Promises“, dem Debut von „Death & Taxes“, kommt dagegen etwas völlig Genrefremdes daher.

 

Warum die Scheibe der Newcomer um den ex-„Bruisers“-Mann Jeff Morris dennoch prima zum „I Scream“-Portfolio passt und darüber hinaus gut Arsch tritt, im folgenden. Zunächst ist der Sound der Combo unverwechselbar im Southern-Rock angesiedelt, viel Blues, ein wenig Springsteen, ein wenig Social Distortion. Zu viel Bourbon, staubige Straßen, verraucht klingende Stimmen. Freunde ähnlicher Combos, etwa den „Whiskey Daredevils“ oder „The Bones“, finden sich schnell zurecht. Dazu einiges an Melodie, vielleicht ein wenig „Skew Siskin“ und vom Asi-Faktor ganz sicher schwer „Motörhead“. Das fängt mit „Orange Line“ ganz vielversprechend an und hält sich über „All these things“ herüber auch – das Trio macht den passenden Sound für den nächsten einsamen Abend an der Bar, natürlich mit allen Klischees, die man dem so zuschreibt.

 

Was die Geschwindigkeit betrifft, kommen „Death & Taxes“ sehr gut ohne allzu schnelle Parts aus, stattdessen passt die leicht zähe, schwer bluesige Spielweise klasse zur der Band aus Newburyport (Kleinstadt nahe Boston und dennoch nicht Hardcore). „Whole damn thing“ beispielsweise zeigt, dass Sänger mit leichtem Elvis-Einschlag und dazu „Social Distortion“-Riffs noch lange nicht totgeritten sind. Nicht umsonst schreibt man auf der MySpace-Seite unter „Influences“ auch etwas wie „Jason and the Scorchers with Tom Waits bringing the whiskey and cigarettes“ – Waits hört man zwar nicht derart stark raus, dafür aber andere Songwriter in Richtung des genannten Springsteen, eben klassisch amerikanisch. Die erste Hälfte der Scheibe über funktioniert das alles prima. Man kennt es zwar irgendwoher schon, aber das macht ja nichts, wenn es trotzdem gut rüberkommt – und das tun „Death & Taxes“ auf jeden Fall. „For the money“, dessen Riff schon schwer von Cash gestohlen ist, markiert dann aber das Ende des „spannenden“ Teils der Platte.

 

Gegen Ende nutzt sich das altbekannte Schema einfach ein wenig ab, der Sound ist zwar noch da, will aber nicht so recht im Ohr bleiben. Auch wenn „Green River“ eine wirklich gelungene Ballade ist, will der blue-collar Rockabilly nicht mehr so recht zünden. Da „Death & Taxes“ dennoch sehr authentisch rüberkommen und soundtechnisch nicht nur auf einer Welle mitreiten, sondern durchaus eigene Noten erkennen lassen, gibt’s eine Wertung im soliden Mittelfeld – für Fans der hier aufgelisteten Combos / Songwriter sind „Death & Taxes“ auf jeden Fall kein Fehlgriff.

Wertung: 0=4 Sterne

Pressure Magazine
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