Label: Victory Records
Veröffentlichung: 20.01.2007

Da wäre es also, das dritte Album der Kanadier, erneut auf Victory Records und damit mit einigem Budget versehen. Nach dem Ausstieg von Shouter Scott Wade im März vergangenen Jahres hat bekannterweise Andrew Neufeld die kompletten Vocals übernommen, was nach dem grandiosen Zweitwerk “Wake The Dead” keine leichte Aufgabe war. Dass es live funktioniert, werden die Besucher der “Persistance Tour” bestätigen. Nun brüllt sich Neufeld auf den elf neuen Tracks von “Broadcasting” knapp 33 Minuten lang die Seele aus dem Leib – und wird seinem Vorgänger auch auf Platte absolut gerecht. Comeback Kid bleiben also weiterhin eine der großen HC-Hoffnungen und zeichnen sich auf “Broadcasting” vor allem durch Veränderung und Vielseitigkeit aus. Nach wenigen Sekunden wird mit dem Opener “Defeated” bereits klargemacht, wohin die Reise geht: Der Gesang wurde nochmals rauer, gleichzeitig geben sich im Song Highspeed-Shouting und Midtempo-Moshparts die Klinke in die Hand. Dazu gesellen sich Backup-Chöre, die für einigen Druck sorgen. Kurz gesagt sieht das neue CBK-Programm so aus: Abwechslungsreich, vielseitig, gleichzeitig Screamo wie Old School und verdammt gut produziert. “Industry Standards”, wahrscheinlich der Über-Song des Albums, zeigt am ehesten, wie gut die Mischung funktionieren kann: Im Refrain melodisch bis zum Abwinken, liefern die einzelnen Strophen den Klangteppich zum nächsten Moshpit. Als kleine Verschnaufpause gibt’s zur Hälfte des Tracks einen langsameren Teil, damit dann gegen Ende nochmal voll aufgedreht werden kann. Und gut is. Textlich gibt man sich im Hause CBK weiterhin sozialkritisch. “Market Demands” lässt sich in einer Reihe mit Songs wie SOIAs “Step Down” sehen, “Broadcasting” rechnet mit den Medien ab. Gleichzeitig gibt man sich persönlich und – man mag’s angesichts des niederwalzenden Sounds nicht glauben – auch verletztlich. Es ist eben die Mischung aus verschiedensten Einflüssen und Stilen, die CBK weiterhin auszeichnet. Hier hat jemand ein großes Gespür für Songstrukturen, Texte und die Verbindung von beidem. Der auf “Wake The Dead” eingeschlagene Weg wird konsequent verfolgt, gleichzeitig hebt macn sich vom Vorgänger auch ab. Hier ist Weiterentwicklung spürbar – und dem wird von meiner Seite her großer Respekt gezollt. Hammer Album, das zeigt, wie HC abseits von dickem Gepose und sinnbefreiten Songs heute aussehen kann.

Wertung: 0=6 Sterne

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