Oxymoron

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Bandhistorie:

Die Punk-Band Oxymoron wurde Ende 1992 gegründet, auch wenn die Wurzeln der Band bis zum Herbst ’89 zurückreichen. Ins Leben gerufen von dem Sänger und Grafikdesigner Sucker, sowie seinem schlagzeugspielenden Cousin Björn, mit ihren Kumpels Martin an der Gitarre und Filzlaus am Bass dann vollständig, dauerte es allerdings noch ein paar Jahre bis die Urbesetzung unter dem Namen Oxymoron in Erscheinung trat. Es ging vor allem darum, Spaß zu haben und die Musik zu machen, die alle geil fanden. Da die frühen Neunziger nicht mehr allzuviel an Punkbands zu bieten hatten (ganz zu schweigen von Oi!), verspürten sie den Drang selbst etwas auf die Beine zu stellen.

Viel Einfluß hatte in diesen Anfangszeiten vor allem der Punksound, der in den frühen Achzigern gespielt wurde, und somit war klar wie sich das ganze in etwa anhören würde, auch wenn es zum ersten Auftritt noch ein langer Weg hin war. Ursprünglich aus Erlangen/Nürnberg kommend, war der erste Auftritt an der dort alljährlich stattfindenden Punknacht, zusammen mit anderen lokalen Bands. Nach diesem Konzert trudelten die ersten Angebote als Support für bekanntere Acts und für Konzerte auf nationaler Ebene ein. Proberaum war damals wie heute ein alter, modriger Bierkeller, der die “Oxyfactory” getauft wurde und im Sommer ’93 war es an der Zeit in diesem die Debut-Single “Beware, poisonous!” aufzunehmen, die sie in Eigenregie produzierten und (auf dem provisorischen “Oxyfactory” Label, das nie mehr etwas herausbrachte) veröffentlichten. Diese EP kam Anfang ’94 ans Licht und wurde kurz darauf von Bob Burridge von Helen of Oi! Records in England nochmals aufgelegt. Anscheinend fand er “Beware, poisonous!” so gut, daß er dem auch gleich das Angebot für ein komplettes Album folgen ließ. “Fuck the Nineties – Here’s our Noize”, wie die Scheibe letztendlich genannt wurde, mußte zu dritt aufgenommen werden, da Filzlaus sich nach einer Tour entschloß auszusteigen und nicht sofort ein gebührender Ersatz gefunden werden konnte. Die Band bezahlte die Studiokosten von ihrer eigenen irgendwie zusammengekratzten Kohle, aber der Aufwand war es definitiv wert.

Die Resonanz, die das Album bekam, war überwältigend und weitaus besser als jemals erhofft. Man wurde überall auf die Oxy’s aufmerksam. Als Kumpel Arne, schon vorher in anderen Bands tätig, dazukam und den Bass übernahm, wurde die Gelegenheit genutzt, im In- und Ausland spielen zu können. Touren u. a. mit Braindance (unterstützt durch die “Mohican Melodies” Split-Single) und zahlreiche Einzelkonzerte folgten. Da Oxymoron seit jeher eine “gemischte” Band waren und für Zusammenhalt innerhalb der Szene standen, kamen schon immer Punks und Skins gleichermaßen zu den Konzerten. Deshalb mischten sie auch bei den mittlerweilen wieder häufiger stattfindenden Oi!-Festivals, an der Seite von Cock Sparrer, Major Accident und Angelic Upstarts mit. Im Frühjahr 1996 erschien dann auf Arnes kurzlebigem Label Rough Beat Records die Crisis Identity EP, gefolgt von der ersten Tour in den Staaten. Diese war eine ziemlich chaotische Angelegenheit und ein unvergeßliches Erlebnis zugleich. Sie führte über gut drei Wochen kreuz und quer die Ostküste entlang und mit dabei waren die Casualties und Braindance. Trotz zahlreicher Komplikationen (am besten dem Plastic Bomb Nr. 15 zu entnehmen – sehr unterhaltsam!) wurde es doch für alle Beteiligten ein voller Erfolg.

In der Zwischenzeit war Mosch von Knock Out Records ein ständiger Begleiter der Band geworden, und da er schon seit Jahren mit seinen Produktionen zum Fortbestehen der Streetpunkszene beitrug, entschloß man sich bei ihm anzuheuern. Das zweite Album “The Pack is back” kam demnach knapp ein Jahr später unter seiner Flagge heraus, und es ebnete den Weg für Oxymoron, als sie in verschiedenen Ländern Europas die Bühnen stürmten. Highlight dieser Phase war mit Sicherheit das Angebot im Sommer ’97 eine Tour durch Japan zu machen. Das ließ man sich natürlich nicht entgehen, und so kam ein fast dreiwöchiger Aufenthalt im Land der aufgehenden Sonne zustande, wo man geneinsam mit den Discocks aus Tokyo das Land durchreiste.

1998 meinte es dann nicht besonders gut mit den Oxy’s und sie mußten einige Rückschläge einstecken. Touren, die seit längerem geplant waren (z.B. mit Anti Heros in den USA) wurden kurzfristig gestrichen oder mußten aus verschiedenen Gründen abgesagt werden (wie z.B. einige Konzerte in England). Außerdem war Sucker nach einem Krankenhausaufenthalt für einige Zeit außer Gefecht gesetzt, und alles wurde etwas gebremst. Zudem verließ Arne ziemlich plötzlich die Band, kurz bevor die Aufnahmen zum Westworld – Minialbum anstanden. Also sprang Chrissi, der kurzzeitig als zweiter Gitarrist tätig war, für die anschließenden Touren ein und übernahm, wie schon auf der ersten Ami-Tour, wieder den Bass. Mit dieser Besetzung, dem klassischen Quartett, legten Oxymoron wieder los, spielten ’99 mehr Konzerte als jemals zuvor und kreuzten unter anderem sieben Wochen lang zusammen mit den Dropkick Murphys und den Ducky Boys durch die gesamten USA. Anschließend hatte sich die Band für einige Zeit zurückgezogen. Chrissi verließ die Band, um seiner eigenen Combo mehr Zeit widmen zu können aber glücklicherweise fand sich der neue Mann namens Morpheus relativ schnell. Im Herbst 2000 veröffentlichte Knock Out Records (bzw. Cyclone Records in den Staaten) aufgrund der Nachfrage an teils vergriffenen 7″ und rarem Material die “Best before 2000” CD, eine Zusammenstellung aller Singles und sämtlicher Samplerbeiträge. Doch die Zeit war reif für die OXY’s endlich wieder ein “richtiges” neues Album herauszubringen. Also zog man sich für einige Monate zurück, um schließlich im Sommer 2001 die “Feed the Breed” – Scheibe aufzunehmen (die seit November gleichen Jahres erhältlich ist), bevor ein weiterer sechswöchiger Amerika-Aufenthalt (die “Pure Punk” Tour) auf dem Programm stand – diesmal in Begleitung von Dead Empty, The Boils und The Forgotten. Mit der “Neuen” ging es auch vergangenen Winter auf die Strasse, vor allem in der Heimat aber auch anderswo in Europa – allerdings mit anderem Line-up, denn Martin hatte leider die Band wegen bevorstehendem Nachwuchs verlassen und wurde deshalb vorübergehend wieder einmal von Chrissy vertreten… Die Suche nach einem festen Gitarristen konnte dann vor kurzem auch erfolgreich abgeschlossen werden. Der neue Mann in den Reihen von OXYMORON heißt ebenfalls Martin, und das Hauptquartier der Band ist jetzt endgültig Berlin…

Besetzung:

Sucker – Gesang, Gitarre

Davey – Gitarre

Morpheus Moretti – Bass

Björn – Schlagzeug

Diskografie:

      1996 – Fuck the Nineties Here’s Our Noize

 

      1997 – Pack is Back

 

      1997 – Fuck the 90s… Here’s Our Noize (re-release)

 

      1999 – Westworld

 

      2000 – Best Before 2000

 

      2001 – Feed The Breed

 

      2007 – Sucker Stories (Solo-Album von Sänger Sucker)

 

    2007 – Noise Overdose (Split Do-LP mit Bonecrusher)

Webseiten:
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