Label: Halb 7 Records
Veröffentlichung: 27.05.2007

Here comes Hardcore from the East side: Full Speed Ahead dürften dem einen oder anderen HC-Veteranen sicherlich bekannt sein, gibt es die Band doch nun schon länger als zehn Jahre. In diesem Zeitraum haben die Leipziger vor allem durch eine Enorme Live-Präsenz auf sich aufmerksam gemacht.

Nun gibt es nach fünf Jahren Abstinenz wieder neues für den heimischen Plattenteller. Neuer Bassist, neue Strukturen, neuer Sound. So lässt sich die neue Scheibe „All in me“ noch am ehesten beschreiben. Erschienen auf Halb 7 Records gibt’s in elf Songs rund 35 Minuten Geknüppel. Aufgemacht ist das ganze schon mal amtlich: 16 Seiten Booklet, an dem selbst Kollege Berg großen Gefallen fand, darin reichlich Bilder, Infos und Lyrics. Vinyl-Freunde müssen sich allerdings noch bis September gedulden, dann kommt „All in me“ über das Label „Vinyl Junkies“ auf den Markt.

„All in me“ ist vor allem ziemlich druckvoll geraten. Da scheppert schon einiges an Aggression aus den Boxen, die NY-Schlagseite bleibt natürlich auch auf dem neuen Release unüberhörbar. Biohazard könnten noch am ehesten als Vorbild herhalten, vor allem, da Full Speed Ahead gerne mal einen kurzen Ausflug ins Melodische machen. Brettharte Riffs wechseln sich durchaus mal mit melodischen Klängen ab, der Power hinter dem ganzen tut das keinen Abbruch.

 

Die Presseinfo von „Halb 7 Records“ bezeichnet „All in me“ zurecht als „bisher persönlichstes Album“. Textlich geht es längst nicht nur um Sozialkritik oder Szene-Blabla, Gefühle wie Ohnmacht, Verwirrung und Liebe haben ebenfalls ihren Platz. Nebenbei findet sich ein erträgliches Maß an Verachtung, was die Gesellschaft und deren Missstände betreffen. Full Speed Ahead haben glücklicherweise nicht den Drang, in jedem zweiten Song klarzumachen, dass die Gesellschaft sie mal sonst wo kann und sie in ihrem Außenseiterdasein ja ohnehin die Größten sind (Grüße an die BfB-Fraktion).

Highlights wollen nach den ersten Durchläufen nicht so recht hängen bleiben, „Trying to Refuse“ hat einen schönen Mittelteil, „Twist of Fate“ kommt beinahe schon melancholisch daher, inklusive Chören im Refrain. Mit „Decay“ gibt’s einen Track, dessen Sound auch zum kritischen Text passt und von Shouter Stefan auch entsprechend rübergebracht wird. Alles in allem hat „All in me“ ordentlich Power, kickt und ist nicht unbedingt derart abgedroschen.

Was noch erwähnt werden sollte: Nur, weil hier ab und an mal von „Melodik“ oder „Gefühlen“ die Rede ist, sind „Full Speed Ahead“ noch lange kein Nu-Metal-Blödsinn à la Bullet for my Valentineund auch kein Emo-Geheule. Das ist bester Hardcore, nicht unbedingt alter Schule, aber auch alles andere als der nächste Hype für die Kids.

Wertung: 0=5 Sterne

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