X Men Erste Entscheidung X Men First Class Poster

Dass der derzeitige Kino-Trend „Back to the roots“ auch den Marvel Helden der X-Men gut bekommt, kann nach 131 Minuten klar mit „JA“ beantwortet werden – allerdings mit kleinen Schönheitsfehlern!

Das Prequel zu der abgeschlossenen X-Men Reihe führt zu den Wurzeln der geheimen Organisation rund um Mastermind Professor X und seinem ewigen Gegenspieler Magneto zurück, zeigt die ersten Begegnungen der Beiden und die Entwicklung zu einer tiefen Männerfreundschaft. Jedoch führt „Die erste Entscheidung“ zunächst zur der Kindheit der Protagonisten, die unterschiedlicher nicht sein könnte. Während Eric Lehnsherr als Jude die Leiden im KZ Auschwitz durchlebt und durch grausame Experimente eines skrupellosen Lagerarztes seine Kräfte zu kontrollieren beginnt, wächst Charles Xavier in behüteter Umgebung des 50er Jahre Englands auf. Dort entwickelt er sich zu einem der führenden Köpfe auf dem Gebiet der Genforschung und hofft dank seiner telepathischen Fähigkeiten immer mehr versteckt lebende junge Mutanten aufspüren zu können.

Dieser Umstand bleibt auch der amerikanischen Regierung nicht verborgen und durch einige Umstände schließt sich ein kleiner Haufen pubertierender Mutanten zu einem Team zusammen, welches der Regierung als Geheimprojekt in schweren Zeiten des kalten Krieges dienen soll. Während eines Auftrages kommt es zur ersten Begegnung zwischen dem späteren Professor X und Magneto, die den Grundstein für eine innige Männerfreundschaft legt, die auf tragische Weise im Verlaufe der knapp zwei Stunden in unterschiedliche Richtungen gehen wird. Eric Lehnsherr ist getrieben von nur einem Gedanken, nämlich Rache am Mörder seiner Mutter zu nehmen. Dem entgegen steht der wissenshungrige Charles motiviert von der hehren Einstellung eines friedlichen Koexistenz zwischen Mutanten und Menschen.

Im Setting des kalten Krieges wächst ein willkürliches Grüppchen aus heranwachsenden und mitunter zu modern pubertierender Mutaten zusammen, lernt mit seinen Fähigkeiten umzugehen und diese zu akzeptieren – ein etwas anderes Coming Out als gesellschaftspolitische Kritik. Gemeinsam gilt es einen nahenden dritten Weltkrieg zwischen Russland und Amerika während der Kubrakrise zu verhindern, der von einem grandios verkörperten Bösewicht höchst originell angezettelt werden soll. Alles endet in einem furiosen Showdown, der viele spätere Verquickungen auslösen wird.

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Xavier (James McAvoy, Mitte links) und Erik alias Magneto (Michael Fassbender), umringt von Mutanten und Schurken

X-Men: Erste Entscheidung lebt von einem dezent platzierten Feuerwerk von Action-Effekten und einem sorgsam bereiteten Plot, der die Basis für alle folgenden (ersten) Kinofilme legt. Das Prequel löst auf mannigfaltige Art viele offene Fragen zu bekannten Figuren auf und legt darüber hinaus den Grundstein für die moralischen Standpunkte der späteren gegensätzlichen Mutantenseiten.

Das alles ist eingebettet in wunderbar inszeniertes Popcornkino, welches mitunter technisch zu modern wirkend das Flair der 60er Jahre nur zeitweise einfängt. Die ruhigen Momente der zwischenmenschlichen Beziehungen sorgen für einen angenehmen Filmaufbau, aufgelockert durch wohl dosierte Actioneinlagen unter Einsatz kaum sichtbarer und sehr guter CGI Effekte, garniert mit netten witzigen Einlagen, wie z.B. einem Gastauftritt von Logan alias Wolverine.
Das Prequel zur X-Men Saga weiß durch viel Action, humorvolle Dialoge und spät-pubertierende jungen Mutanten den Kinoabend zu versüßen, wenn man sich an der Überdosis Forschung & Technik während der 60er Jahre nicht stört. Für Fans der Reihe ist der Kinobesuch ein absolutes Muss, da Fans endlich erfahren, wieso Professor X im Rollstuhl sitzt, was das Geheimnis von Mystiques ewiger Jugend ist, wer die Namen der X-Men überhaupt erfand und wer den dämlichen Anti-Telepathie-Helm von Magneto verbrochen hat…

Review von Kabuto

Genre: Action/Fantasy-Film, USA 2011
Director: Bryan Singer
Stars: Jennifer Lawrence, James McAvoy, Rose Byrne, Michael Fassbender, Nicholas Hoult, Jason Flemyng
Kinostart: 09.06.2011
Laufzeit: 131 Minuten
FSK: ab 12 Jahren

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