Die Toten Hosen in München 2026 (Foto: Bastian Bochinski)
Die Toten Hosen in München 2026 (Foto: Bastian Bochinski)

Die Toten Hosen verabschieden sich in München: Konzertbericht vom Hans-Jochen-Vogel-Platz – mit The Stranglers, Beatsteaks und allen Tour-Terminen 2027.

Die Toten Hosen live in München 2026: Ein Abschied ohne Tränen

Abschiede sind in der Regel eine traurige Angelegenheit. Eher leise, bedacht und mit Wehmut garniert. Doch nicht so bei den Toten Hosen, die in München im Rahmen ihrer „Trink aus! Wir müssen gehen“-Tour ein letztes Mal für zwei Termine auf dem eigens für die Konzerte umgestalteten Hans-Jochen-Vogel-Platz gastieren. Der vorliegende Bericht bezieht sich auf den zweiten Abend (9. Juli 2026), der, wie schon am Vortag, mit großartigem Open-Air-Wetter aufwartete. Diesmal jedoch mit anderen Vorbands, von denen jede für sich ein Headliner sein könnte.

The Stranglers und Beatsteaks: Vorbands mit Headliner-Format

Allen voran zunächst The Stranglers, die als legendäre Punk-Band mit eindeutigem New-Wave-Einschlag pünktlich um 18 Uhr das Abschiedsfest eröffneten. Zunächst noch verhalten, dann mitschunkelnd, wärmten sich die Fans langsam auf. Spätestens beim Überhit „Golden Brown“ war auch den Letzten klar, wen sie eigentlich vor sich haben. Kein Wunder also, dass Campino sie kurz vor deren Set als große persönliche Idole ankündigte.

Doch die Anwesenden sind in erster Linie hungrig nach Singalongs, Bewegung und Energie – und genau diese servieren ihnen die Berliner Beatsteaks in reinster Form. Auch hier wird deutlich, warum die Jungs seit über 30(!) Jahren zum festen Bestandteil der deutschen Musikszene gehören. In nur knapp 45 Minuten reihen sie Hit an Hit und sorgen für die ersten Pits im Innenraum. So müssen Rock und Punk zelebriert werden, um den Legenden, die an diesem Abend den Headliner-Spot besetzen, einen standesgemäßen Empfang zu bereiten.

Die Toten Hosen: Zelebrieren statt zu Grabe tragen

Eben diese Halbgötter des deutschen Punks starten pünktlich um 20:30 Uhr eine Sause, die München in dieser Form selten erlebt hat und nach diesem Abend leider nie wieder erleben wird. Campino und Co. werfen sich gleich ab dem ersten Track „Opel-Gang“ in Pose, rasen über die eigens für sie gebaute Bühne und erwecken zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, bereits seit 1982 die Republik unsicher zu machen. Ganz dem Anlass entsprechend wirken Titel wie „Die Show muss weitergehen“ oder „Wir waren nie weg“ bedeutungsschwer, aber zu keinem Zeitpunkt rührselig. Hier wird keine Band zu Grabe getragen, sondern ihr Wirken in all seinen Facetten zelebriert. In diesem Sinne wird Dankbarkeit von den Fans großgeschrieben und die Trauer für den Nachhauseweg aufgehoben.

Doch bis es so weit ist, hat das Düsseldorfer Quintett, das als Sextett auftritt (ja, mit Jet Baker von Buster Shuffle als Live-Session-Musiker am Keyboard), noch einige Tracks seiner Karriere in petto, die ein letztes Mal durch die PA in den Münchner Nachthimmel gedrückt werden wollen. Dabei beschränkt man sich allerdings auf den „ernsteren“ Teil des Œuvres, da die „Sauf-Songs“, von denen es zum einen gar nicht so viele gibt, die zum anderen aber ganz explizit mit den Hosen assoziiert werden, bereits am Vortag zum Besten gegeben wurden. Ganz abgesehen davon, dass Fans, die beide Abende mitnehmen, natürlich auch etwas Abwechslung aufgetischt bekommen sollen. Gesagt, getan!

Besondere Gäste: Dudelsack und Beatsteaks-Verstärkung

Nicht nur das: An diesem letzten Tag in der bayerischen Landeshauptstadt werden auch noch ganz besondere Geschenke aus dem Hut gezaubert. Zum einen „Auld Lang Syne“, das gleich mehrere Kulturen und Generationen zusammenbringt. So wird das schottische Volkslied nicht nur von den Düsseldorfern, sondern auch von dem mit Dudelsack auf die Bühne tretenden Christoph Well vorgetragen, den man aus der urbayerischen Formation der Well-Brüder kennt. Eine Kollaboration, die noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Doch dabei bleibt es nicht. Auch das Ärzte-Cover „Schrei nach Liebe“ wird an diesem Abend mit einem Gast veredelt. Stellvertretend für die Hauptstadt der Republik schnappt sich Arnim von den Beatsteaks das Mikrofon und hebt die Stimmung noch einmal deutlich über den Siedepunkt. Genau solche Einlagen machen diese Tournee zu etwas Besonderem: nahbar, überraschend, energiegeladen und bis zum letzten Tropfen Energie für die Fans da.

Man möchte nach drei Zugaben und dem allerletzten „You’ll Never Walk Alone“, das in den Münchner Nachthimmel schallt, gar nicht glauben, dass es nun wirklich und für immer vorbei sein soll. Doch wie heißt es so schön? Man muss aufhören, wenn es am schönsten ist – und genau dazu haben sich die Toten Hosen entschieden. Ein selbstgewählter Schritt, bevor man zum Schatten seiner selbst wird und damit als Legende bestehen bleibt. Die Münchner werden sie trotzdem schmerzlich vermissen.

Bericht von Igor Barkan und Lutz

Die Toten Hosen: Alle verbleibenden Tour-Termine 2027 im Überblick

Wer dieses Gefühl mit den Bayern teilen möchte, hat auf den verbleibenden Tour-Stopps noch die Chance dazu. Zwar sind viele Termine bereits restlos ausverkauft, doch für einige der folgenden Städte sind noch Tickets erhältlich:

DatumStadtVenueStatus
12.06.2027Nürnberg (DE)Max-Morlock-StadionAUSVERKAUFT
17.06.2027Mannheim (DE)Maimarktgelände
19.06.2027Bern (CH)Stadion Wankdorf
23.06.2027Graz (AT)Messe Graz – Open Air
26.06.2027Leipzig (DE)Festwiese
02.07.2027Braunschweig (DE)Eintracht-StadionZusatzshow
03.07.2027Braunschweig (DE)Eintracht-StadionAUSVERKAUFT
07.07.2027Konstanz (DE)Bodensee-Stadion
10.07.2027Düsseldorf (DE)Merkur Spiel-ArenaAUSVERKAUFT

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Foto-Copyright: Bastian Bochinski / Offizielle Fotos vom Veranstalter

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