Der zahme Antilopenregen in München.

Tame Impala, benannt nach einer afrikanischen Antilopenart, wurden 2007 von Kevin Parker in Perth gegründet. Die Australier waren anfangs stark im Psychedelic Rock der 60er Jahre verwurzelt, wurden aber immer experimentierfreudiger und sind im Laufe der Jahre immer poppiger und elektronischer geworden.

Das Album „Currents“ wurde als Meisterwerk gefeiert, während die aktuelle Veröffentlichung „Deadbeat“ Fans und Kritiker spaltet. Tame Impala sind dieses Jahr auf Welttournee und spielen auch wieder in der Münchner Olympiahalle, die fast ausverkauft ist. Um 19:30 eröffnet die Vorband Rip Magic das Konzert in der noch halb leeren Halle. Das Quartett ohne Gitarrist wummert eine halbe Stunde lang ganz nett vor sich hin und bleibt musikalisch eher unspektakulär.

Pünktlich um Halb Acht starten Tame Impala die Show mit „Apocalypse Dreams“ und werden gleich von der gesamten Olympiahalle frenetisch begrüsst. Frontmann und Multiinstrumentalist Kevin Parker, absolut tiefenentspannt bis in die Haarspitzen, bleibt immer der Hauptfokus der Show. Die restlichen Bandmitglieder stehen wie festgenagelt hinter ihren Instrumenten und bleiben unauffällig. Die aufwendige Lasershow passt extrem gut zur Musik, so daß sich die ersten dreissig Minuten wie ein vielleicht etwas zu gemütlicher Spaziergang durch Tron anfühlen… Bis sich Parker nach einer kurzen Zigarettenpause die Gitarre umschnallt und mit „Elephant“ der ganzen Sache mal etwas mehr Schwung gibt. Nach dem neuen Song „Dracula“ geht er begleitet von seinem Kameramann hinter die Bühne und lässt sich backstage gemütlich beim Pinkeln filmen. Nach dem Händewaschen und Abchecken der Frisur geht die Reise weiter und endet auf der B-Stage vor dem Mischpult.

Die ist klein und wird von vier antiquarischen Lampen schön schummrig beleuchtet. Hier spielt Parker die nächsten drei Songs im Alleingang so als ob er im privaten Wohnzimmer liegen und Demos aufnehmen würde. Besonders spannend scheint das nicht zu sein, denn es ist schon auffällig wie das eher junge Publikum gerade jetzt damit beschäftigt ist, Fotos und Videos auf diversen Social Media – Kanälen zu posten.

Danach ist Parker wieder auf der Main Stage und spielt einen der Bandklassiker schlechthin an, nämlich „Let it happen“, und besitzt damit auch gleich wieder die volle Aufmerksamkeit in der Halle. Ein paar Songs später merkt er das sein Hosenlatz die ganze Zeit über offen gewesen ist, und bedankt sich süffisant bei den Münchnern für die langjährige Treue. 

Nach einer kurzen Pause fährt die Band noch einmal Laser und Konfetti auf und spielt ihren Überhit „The less I know the better“ und danach wird nach „End of summer“ der Stecker gezogen. Mehr Rock, weniger Tron könnte beim nächsten Mal nicht schaden.. 

Konzertbericht von Steffen Kimpel 

Fotos von Lutz (WeArePhotographers)

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