Ein besonderer Moment: Vater und Sohn im selben Interview, aber aus zwei völlig unterschiedlichen Blickwinkeln.

Matt „Gonzo“ Röhr, Gitarrist der Böhsen Onkelz, blickt mit drei Jahrzehnten Abstand auf das Jahr 1995 zurück: die „Hier sind die Onkelz“-Ära, den Deal mit Virgin, legendäre Abstürze, künstlerische Freiheit und die Frage, wie knapp die Geschichte der Band an bestimmten Punkten eigentlich war. An seiner Seite: sein Sohn Vincent Röhr, der als studierter Musiker und Soundtüftler heute fester Bestandteil des Live-Line-ups ist und erzählt, wie es ist, in diesen Kosmos hineinzuwachsen. Inzwischen ist er wichtiger Baustein im aktuellen Bühnensound.

Im Gespräch geht es um die schwierigen Neunziger, um das legendäre „Hier sind die Onkelz“-Album und den Versuch, diese Wucht heute live authentisch umzusetzen. Es geht um Kevin und um die Rolle von Keyboards in einer Band, die viele gar nicht mit Tasteninstrumenten verbinden würden. Und es gibt eine klare Aussage darüber, ob es noch ein weiteres Onkelz-Album geben könnte – sowie den Generationenwechsel vor der Bühne.

Interview mit Matt „Gonzo“ Röhr und Vincent Röhr – geführt anlässlich der „Hier sind die Onkelz“-Tour 2025 in München

Frage: Wenn du den Matt „Gonzo“ Röhr aus dem Jahr 1995 heute auf ein Bier treffen würdest – was würdest du deinem jüngeren Ich sagen?

Matt „Gonzo“ Röhr:
Ich glaube, so riesig wären die Unterschiede gar nicht. 1995 waren wir – zumindest ich – ja schon ein gutes Stück raus aus dieser engen Frankfurter Szene. Ich würde ihm wahrscheinlich sagen: „Weiter machen lohnt sich.“
Und ansonsten wären wir uns, ehrlich gesagt, ziemlich ähnlich.

Frage: Und was würde dein jüngeres Ich dir heute sagen?

Matt „Gonzo“ Röhr:
Der würde wahrscheinlich sagen: „Ey Alter, erzähl mal, wie es später so abgeht!“
Und ich würde sagen: „Kommt überhaupt nicht in Frage – selber erleben.“

Frage: Hättest du damals geglaubt, dass ihr 2025 so eine große „Hier sind die Onkelz“-Tour spielt?

Matt „Gonzo“ Röhr:
Ehrlich gesagt eher nicht. „Hier sind die Onkelz“ war Mitte der 90er, ich denke es war in den Jahren 94/95 – und das war eine harte Zeit. Gerade was Drogen in der Band anging, wurde es langsam richtig haarig. Da habe ich nicht unbedingt damit gerechnet, dass wir dreißig Jahre später nochmal in dieser Größenordnung unterwegs sind.

Frage: „Hier sind die Onkelz“ war ja schon das Virgin-Album. Und wir sitzen jetzt ausgerechnet wieder in dieser Halle, in der ihr damals eine sehr legendäre – und schwierige – Show hattet. Kannst du die Geschichte nochmal erzählen?

Matt „Gonzo“ Röhr:
Ja, das passt schon fast zu gut. Wir hatten gerade den Virgin-Vertrag unterschrieben, waren frisch auf Tour und haben genau hier in dieser Halle gespielt. Virgin hat anlässlich des Deals alle wichtigen Leute eingeladen – CEO aus England, Europa-Chef, Leute aus Deutschland, 20 Leute locker.

Die sitzen also alle schön im Publikum, und ausgerechnet an diesem Abend hier in München kommt einer der härtesten Abstürze von Kevin überhaupt. Er ist mitten im Konzert von der Bühne gegangen – mit der Ansage, er müsse mal pinkeln – und kam einfach nicht mehr zurück. Unser Tourmanager Thomas Hess wurde losgeschickt, um ihn zu suchen. Kevin stand dann draußen vor der Halle und kam nicht mehr in die Halle, weil die Tür nicht mehr aufging.

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Das ist heute eine dieser Band-Anekdoten, die alle schon mal gehört haben und über die man heute schmunzeln kann. In der damaligen Situation frisch unter Vertrag war das überhaupt nicht lustig. Diese Story gehört in dieses Interview, weil wir führen es genau an diese Ort, wo es sich zugetragen hat.

Frage: Ihr zitiert mit der aktuellen Tour ja bewusst diesen Titel „Hier sind die Onkelz“. Fühlt sich das für dich wie eine Zeitreise an?

Matt „Gonzo“ Röhr:
Es ist natürlich ein Rückblick und eine Art Zusammenfassung, klar. Wir promoten ein Album, das 30 Jahre alt ist – das ist schon ein lustiger Gedanke, wenn du auf die Bühne gehst.

Aber der Titel ist auch heute aktuell: „Hier sind die Onkelz“ – und du wirst sehen, die Onkelz sind stärker denn je. Auch wenn Kevin gesundheitlich nicht auf dem Peak seines Lebens ist, liefert er auf der Bühne verdammt gut ab. Ich habe lange keinen so gut singenden Kevin Russell mehr gehört.

Vielleicht hätten wir uns damals zur Veröffentlichung von „Hier sind die Onkelz“ gewünscht, dass wir schon in der Form sind, in der wir jetzt sind. Aber gut, so ist die Geschichte eben gelaufen.

Frage (an Vincent): Vincent, wenn ich richtig rechne, bist du 28 Jahre. 1995 – zur Zeit des Albums – warst du also noch gar nicht auf der Welt. Wann war der Moment, in dem du wirklich verstanden hast, was dein Vater da macht und was diese Band bedeutet?

Vincent Röhr:
Als Kind war ich eigentlich immer dabei. Für mich waren die Onkelz – also Kevin, Pe, Stephan und mein Vater – wirklich so etwas wie echte Onkel im Leben. Man hat sich gut verstanden, die waren einfach da.

Die frühen Konzerte habe ich natürlich nur bruchstückhaft im Kopf. Richtig realisiert habe ich die Größe der Band erst bei der Onkelz Reunion 2014. Ich war vorher natürlich mit den Songs aufgewachsen. Aber dieses ganze Drumherum, die Community, diese Dimension – das wurde mir erst damals klar.

Frage: Kannst du dich an den Moment erinnern, als klar war: Du bist jetzt Teil des Live-Line-ups der Onkelz?

Vincent Röhr:
Ich bin seit 2018 fest dabei. Zu dem Zeitpunkt habe ich in den USA Musik studiert. Da kam eine E-Mail von meinem Vater:
Es ging um diesen Synth-Sound bei „Wer nichts wagt, kann nichts verlieren“, den spielen wir ja auch heute Abend. Am Anfang gibt es da so einen markanten Synth-Sound. Die Frage war, ob man den Sound rekonstruieren kann.

Ich habe mich hingesetzt, dran gearbeitet, versucht, ihn so gut wie möglich nachzubauen und rübergeschickt. Der Sound kam gut an und das war im Prinzip die erste Zusammenarbeit mit den Onkelz. 2018 ging es dann richtig los, mein erstes Konzert Waldbühne Berlin. Das war der Sprung ins kalte Wasser.

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Frage: Wie groß war die Nervosität vor so einem ersten Onkelz-Auftritt?

Vincent Röhr:
Die Nervosität kam ein paar Minuten vor Showbeginn, als du hörst, wie draußen die Fans lauter werden. Da merkst du: Jetzt gilt’s.
Aber mit den ersten Noten war dann nur noch Adrenalin und Fokus da. Dann läuft das einfach ohne Nervosität.

Frage: Du bist inzwischen bei mehreren Songs im Set involviert. Gibt es Nummern, bei denen du sagst: „Ui, das war schwer reinzukommen“?

Vincent Röhr:
Technisch gibt es natürlich komplexere Songs als andere, aber das ist nicht der Hauptpunkt. Bei den Onkelz ist das Wichtigste, die Sounds so hinzubekommen, wie sie die Fans von der Platte kennen. Den Leuten das Maximum zu geben.

Die meiste Arbeit steckt in der Vorbereitung. Gerade auf dieser Tour haben wir viele 90er-Songs im Set, darunter natürlich viele Nummern von „Hier sind die Onkelz“. Die Produktionen damals sind extrem fett: viele Gitarren-Layers, Harmonien, gedoppelte Spuren. Live kannst du das mit einer Gitarre nicht eins zu eins abbilden.

Gonzo wirft den Kommentar ein: Überproduziert könnte man sagen (lacht)

Wir hören uns die Songs an und überlegen: Was können wir tun, damit das live so authentisch wie möglich rüberkommt? Dann teilen wir auf: Was spielt die Gitarre, was geht auf die Keys, welche Elemente sind unverzichtbar?

Matt „Gonzo“ Röhr:
Ein gutes Beispiel ist „Wenn du wirklich willst“. Da gibt es eine sehr wichtige Rhythmusgitarre unten drunter und eine markante Melodie oben drüber. Ohne die Rhythmusgitarre wirkt die Melodie nicht.

Also haben wir gesagt: Ich spiele live die Rhythmusgitarre, Vincent übernimmt die Melodie auf den Keys. Vorher haben wir zusammen einen Sound gesucht, der dem Gitarrensound von damals möglichst nahe kommt. So haben wir einige Songs arrangiert – immer mit dem Ziel, den Originalsound so gut wie möglich zu treffen.

Vincent Röhr:
Wir haben dafür auch Sounds von der Gitarre meines Vaters aufgenommen und sie fürs Keyboard nutzbar gemacht. Bei einigen Songs ist es der original nachgebaute Synth-Sound, bei anderen eben ein Gitarrensample.

Und dann gibt es natürlich die klassischen Piano-Momente: „Nichts ist für die Ewigkeit“, „Erinnerungen“ und so weiter. Man würde Keyboard vielleicht nicht automatisch mit den Onkelz verbinden, aber wenn man sich die Produktionen in den Details genauer anhört, merkt man, wie wichtig das Instrument im Gesamtbild ist. Gerade live.

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Frage: Keyboard-Sound hattet ihr aber ja schon früher am Start.

Matt „Gonzo“ Röhr:
Ja, wir hatten über die Jahrzehnte verschiedene Keyboarder. Am längsten dabei war Stefan Weiler. Und dann kam Vincent – beziehungsweise „Vinni“ – ins Spiel.

Viele der alten Synths von damals gibt es heute einfach nicht mehr. Wir konnten die alten Sounds also nicht einfach aus dem Speicher ziehen und reproduzieren. Vincent hat Sounddesign in Boston an der Berklee University studiert. Wir konnten ihm sagen: „Hör dir das mal an, kannst du uns diesen Sound neu bauen?“
Er hat sich hingesetzt und die Sachen nachgebaut und so können wir bestimmte Klangfarben heute wieder auf die Bühne bringen.

Frage (an Vincent): Du hast in den USA studiert und dann am Abbey Road Institute in London Musik Engineering gelernt. Bringt man dieses Know-how ganz bewusst in die Onkelz-Welt ein oder trennst du das?

Vincent Röhr:
Ich habe am Abbey Road Institute gelernt, wie man Sound optimiert, wie man Produktionen technisch auf ein hohes Level bringt. Dieses Wissen fließt natürlich in alles ein, was ich mache – auch in die Onkelz-Sounds.
Für die aktuelle Hier sind die Onkelz Tour baue ich meine Sounds so, dass sie live funktionieren und trotzdem nah am Original sind, wie es die Fans kennen und hören wollen.

Wir wollen die Songs nicht „modernisieren“ um des Modernisierens willen. Ziel ist nicht, die Onkelz neu zu erfinden, sondern den Klangstand von damals so authentisch wie möglich in die heutige Live-Umgebung zu holen – mit dem technischen Werkzeug von heute.

Matt „Gonzo“ Röhr:
Der künstlerische Anspruch ist bei uns ziemlich klar. Es gibt nicht viel Spielraum.
Die Optionen, die Vincent einbringt, sind eher: Wie holen wir aus dem bestehenden Konzept das Optimum raus? Wie machen wir es noch authentischer, noch näher am Original? Da zahlt sich sein Studium natürlich total aus.

Frage: Ihr seid ja eine Musikerfamilie und habt beide eigene Projekte, die eher jazzig, bluesig oder elektronisch sind. Entstehen dabei auch Song-Ideen für die Onkelz, die das Potenzial für neues Material bieten?

Matt „Gonzo“ Röhr:
Nein. Für uns ist es musikalisch viel spannender, in unseren eigenen Projekten andere Facetten auszuleben. Wir haben Musikgeschmack, der für uns total relevant ist, aber nicht in die Onkelz-Richtung geht.

Was neue Onkelz-Songs angeht: Es wird kein neues Onkelz-Album mehr geben – das kann ich so sagen. Das letzte Album hieß „Böhse Onkelz“. Das ist aus meiner Sicht der perfekte Schlusspunkt.

Wenn jetzt morgen jemand mit einer Bomben-Idee um die Ecke käme, kann man nie zu 100 Prozent ausschließen, dass etwas passiert. Aber geplant ist erstmal nichts. So ehrlich muss man sein.

Frage: Du hast vorhin selbst das Wort „überproduziert“ für die 90er-Produktionen – auch bei „Hier sind die Onkelz“ – in den Mund genommen. Was meinst du damit?

Matt „Gonzo“ Röhr:
Das meine ich nicht abwertend. Es waren die 90er Produktionen. Hör dir die Produktionen von Michael Wagener, Ozzy Osbourne oder viele anderen aus der Zeit an – das war einfach der Zeitgeist.

Überproduziert heißt in dem Zusammenhang: viele Gitarrenspuren, mehrfache Layers, inklusive Harmonien. Fünf, sechs Gitarrenspuren pro Song waren normal.
Live stehst du dann mit einer Gitarre auf der Bühne und musst schauen, wie du das übersetzt. Dazu kommen andere Raumästhetiken bei den Drums, andere Mischeelemente – alles wurde aufgeblasen. Heute wirkt das im Vergleich anders, aber damals war das state of the art. Mit “überproduziert” meine ich lediglich die Sichtweise, wie man heute auf die damalige Zeit blick.

Die Onkelz waren in dieser Hinsicht  immer sehr experimentierfreudig: Als die ersten Synthesizer kamen, haben wir sie eingebaut. Am Anfang waren wir eine Skin-Punk-Band und wollten trotzdem Gitarrensolos – was damals nicht gerade üblich war. Später kamen die Keyboards dazu. Wir haben die Werkzeuge benutzt, um Songs zu schreiben, die uns gefallen.

Frage: Vor Virgin wart ihr bei Bellaphon, danach ging es zu SPV. Wie habt ihr den Schritt zu Virgin damals wahrgenommen?

Matt „Gonzo“ Röhr:
Bellaphon war als damalige Major-Plattenfirma für uns extrem wichtig, weil wir dort zum ersten Mal an dem Punkt waren zu sagen: „Okay, wir werden jetzt professionelle Musiker.“ Das war der Schritt raus aus dem Underground.

Virgin war dann Nochmal eine andere Liga: international aufgestellt, viele große Acts unter Vertrag. Wenn so eine Firma zu dir sagt „Wir wollen euch“, dann ist das eine Ehre – und natürlich auch ein Signal: Ihr seid auf einem anderen Level angekommen.

Das hat uns musikalisch und im Kopf definitiv in eine andere Sphäre versetzt. Professioneller und größer.

Gonzo auf der "Hier sind die Onkelz Tour 2025 auf dem Konzert in München. (Foto: Marcus Liprecht)
Gonzo auf der „Hier sind die Onkelz Tour 2025 auf dem Konzert in München. (Foto: Marcus Liprecht)

Frage: Der Vertrag war damals an Udo Lange gebunden. Wie wichtig war er für euch?

Matt „Gonzo“ Röhr:
Udo Lange war für uns die zentrale Person. Er hatte unser vollstes Vertrauen und hat uns bei Virgin extrem protegiert. Damals war es durchaus üblich, Verträge an Personen zu koppeln. Im Vertrag stand sinngemäß: Wenn Udo geht, haben wir die Option, auch zu gehen. Das haben viele Bands so gemacht.

Als Udo Virgin verlassen hat, sind wir dieser Option gefolgt und zu SPV gewechselt. Das war für uns völlig logisch – wir wollten mit jemandem arbeiten, der uns versteht und hinter uns steht.

Frage: Hat Virgin euch in die Inhalte reingequatscht oder hattet ihr komplette künstlerische Freiheit?

Matt „Gonzo“ Röhr:
Ich kann mich nicht erinnern, dass wir jemals ernsthaft in die Schranken gewiesen wurden. Es gab natürlich Listening-Sessions, wo die Leute vom Label die fertige Platte gehört haben.

Aber irgendwelche Auflagen im Sinne von „Das dürft ihr nicht sagen“ oder „Den Song müsst ihr umschreiben“ – nein. Zumindest ist nichts in dieser Richtung bei mir hängengeblieben.
Und am Ende ist das einfach: Hätten sie die Songs nicht gewollt, wären sie nicht auf der Platte gelandet. Aber sie sind drauf – also hat es funktioniert.

Frage: Eine Aktion von damals ist legendär: „Finde die Wahrheit“ und ein, zwei weitere Songs wurden anonym einer Musikzeitschrift beigelegt – ohne Bandnamen, mit dem Hinweis, sich unvoreingenommen eine Meinung zu bilden. Erinnerst du dich daran?

Matt „Gonzo“ Röhr:
Um ehrlich zu sein: Nein, daran erinnere ich mich nicht konkret. Aber die Idee ist super.

Es gibt ja noch immer Magazine, wie der Rolling Stone, die uns kategorisch ablehnen, die sagen: „Onkelz? Auf gar keinen Fall.“

Auf der anderen Seite treffen wir inzwischen auf so viele Leute in allen möglichen Positionen – Politiker, Anwälte, Veranstalter, Instrumentenhersteller, Fußballer, Vereinspräsidenten, die Onkelz-Fans sind.
Die öffnen uns Türen, ohne dass das groß thematisiert wird. Wir haben eine Akzeptanz erreicht, von der wir nie gedacht hätten, dass wir sie erreichen. Die Songs sind in gewisser Weise Teil des Kanons geworden.

Frage: Ihr habt Songs, die längst wie gesellschaftliche Evergreens funktionieren – „Auf gute Freunde“, „Mexiko“ und so weiter. Wie nimmst du das wahr?

Matt „Gonzo“ Röhr:
Das ist schon verrückt. Denk nur an Malle. *lacht*

Bei Hansa Rostock läuft Onkelz-Musik als Einlauflied. Bei Länderspielen singen sie „Mexiko“ auf der Tribüne. MMA-Kämpfer, Party-DJs – die Songs tauchen überall auf.

Das zeigt dir, dass diese Lieder ihren eigenen Weg gefunden haben, unabhängig von allen Debatten.

Frage (an Vincent): Gibt es eine Top-3 der Onkelz-Songs, die du besonders gern spielst und auch privat hörst?

Vincent Röhr:
Es ist schwierig, das auf drei Titel einzuschränken.
Ich mag eher die obskureren Lieder, also Songs, die nicht live gespielt werden – „Es“ zum Beispiel oder einige Sachen vom weißen Album.

Ein besonderer Moment ist für mich jedes Mal „H“. Das ist ein Song, bei dem wir alle von der Bühne gehen und Kevin mit mein Vater die Bühne für sich alleine bekommen. Ich nehme dann meine In-Ears raus und höre einfach, wie die ganze Halle mitsingt. Das ist jedes Mal Gänsehaut.

Ich habe bei Amazon Prime Music eine Fan-Umfrage gesehen – über die Onkelz.
Die Frage lautete: „Worauf freust du dich am meisten auf der 45-Jahre-Jubiläumsshows der Böhsen Onkelz?“ Zur Auswahl standen:

– die ganz frühen Songs live zu hören
– das neue Bühnen- und Lichtdesign
– mit langjährigen Fans mitzusingen
– seltene Songs wieder im Set
– sie einfach noch zusammen zu sehen

Was glaubt ihr, was auf Platz 1 mit den meisten Ergebnis liegt?

Matt „Gonzo“ Röhr:
Ich würde auf das letzte tippen und sagen: „Sie einfach noch zusammen zu sehen.

Und so ist es auch mit 57% der insgesamt knapp 700 Stimmen dieser Umfrage.

Es kursieren so viele Gerüchte, Spekulationen und „Ist das jetzt die letzte Tour?“ – am stärksten ist bei vielen einfach der Wunsch, die Band nochmal gemeinsam zu erleben. Das merken wir auch.

Boehse Onkelz Gonzo Vincent Roehr Interview Dezember Tour2025 0155

Frage zum Schluss: Ihr habt ja auch inzwischen mehrere Generationen Fans im Publikum. Wie stark spürt ihr das vor der Bühne?

Matt „Gonzo“ Röhr:
Sehr deutlich. In Zürich zum Beispiel ist es extrem aufgefallen, wie gemischt das Publikum war. Viele sehr junge Leute, viele, die nach der Reunion zur Band gestoßen sind.

Da fragst du dich kurz: „Kennen die überhaupt Songs wie ‚Exitus‘?“ Und dann merkst du bei den ersten Zeilen: Doch, tun sie.
Es ist inzwischen mindestens die dritte Generation, die zu unseren Konzerten kommt. Das ist vielleicht das größte Kompliment überhaupt.

Vincent Röhr:
Für mich ist das total spannend. Ich bin in dieser Musik groß geworden, aber ich gehöre altersmäßig eher zu der Generation, die diese Musik jetzt erst entdeckt hat. Das alles dann von der Bühne aus zu sehen – die alten Fans, die neuen, alle zusammen – ist schon ein ziemlich schöner Anblick.

*** Das Interview führte Marcus am 8.12.2025 in München. Alle Fotos von Marcus Liprecht / Pressure-Magazine.de ***

Zum Schluss noch etwas in eigener Sache: Wir haben Gonzo und Vincent beim Interview bereits unsere Weihnachtsgeschenke aus der rockigen Pressure-Clothing-Kollektion überreicht – passende Shirts für lange Konzertnächte inklusive. Bekleidung mit rockigen Motiven und starken Statements, ideal für Konzerte, Festivals und den Alltag dazwischen, gibt es in unserem neuen Online-Shop bei Pressure Clothing  – schaut vorbei: www.pressure-clothing.de

Wir wünschen an dieser Stelle schöne Weihnachten und einen guten Start ins neuen Jahr.

Und weil nach der Tour bekanntlich vor der nächsten Tour ist, gibt es bereits die Konzerttermine für 2026.

Böhse Onkelz – „Mitten Unter Euch“-Tour 2026

13.06.2026 // Leipzig, Red Bull Arena

20.06.2026 // Wien, Ernst-Happel-Stadion

27.06.2026 // Nürnberg, Max-Morlock-Stadion

04.07.2026 // Frankfurt, Waldstadion

11.07.2026 // Gelsenkirchen, Veltins-Arena

Zum ersten Mal in über vier Jahrzehnten Onkelz spielt die Band eine 360-Grad-Center Stage – mitten im Stadion, mitten unter ihren Fans. Groß gedacht, technisch und visuell auf einem Level, das viele Stadien so noch nicht gesehen haben. Mehr Information gibt es auf der offiziellen Bandseite – Wir dürfen gespannt sein und werden berichten!

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