Filmkritik:Transformers DiedunkleSeitedesMondes

Computergenerierte und metallgeschwängerte Zerstörungsorgie ohne jeden Tiefgang. Die Pressure Magazine Filmkritik zu Transformers 3 – Die dunkle Seite des Mondes.

Wenn der geneigte Cineast unter den Pressure Magazine Lesern einmal wieder Lust und Laune verspürt einen unterhaltsamen (Männer?)-Abend zu verbringen und sein Gehirn an der Kinokasse abgeben möchte, der dürfte mit Transformers 3 durchaus auf seine Kosten kommen, darf aber keine ausgefeilte und tiefgreifende Storyline erwarten.

Selten trifft der Begriff „Popcornkino“ so sehr zu, wie auf den aktuellsten Michael Bay Kinofilm mit den ach so vermenschlichten Robotern. Besonders in 3D legt sich ein breites Grinsen auf das Gesicht eines jeden Action- und Science Fiction Fans. Was die Animatoren mit den Decepticons und Autobots auf die Leinwand gezaubert haben, beeindruckt Augen und Ohren! Doch leider ist Michael Bay kein Regisseur, der in der Lage ist diese brachialen Szenen in ein Gesamtkunstwerk einzuwickeln und so hat der Film nicht nur deutliche Überlängen, sondern auch etliche absolut überflüssige und pseudoangehauchte Storyelemente.

Aber eins nach dem anderen: Transformers 3 will schließlich eine Handlung bieten und diese muss nach dem Drehbuch offenbar erst einmal zeitintensiv transportiert werden. So erfahren die Filmfans, dass das einstige Rennen um den Mond zwischen Russen und Amerikanern nichts weiter gewesen sein soll, als ein Wettstreit um Transformerstechnologie zu erforschen – wie beide Achsenmächte Anfang der 50er Jahre davon Wind bekommen haben wollen, lässt der Film dann vortrefflich im Dunklen. Gut 50 Jahre später erkennen die Transformers, dass auf dem Mond eine – nein DIE Premiumtechnologie der Rasse zurückgelassen worden ist, und somit heißt es „Walking on the moon“ für die Blechbüchsen. Dass all dies Teil eines grandios (dämlichen?) Planes der bösen Decepticons sein mag, kommt natürlich zu Beginn keinem in den Sinn. Wieso auch – denn nur so kommt es fortwährend zum offenen Schlagabtausch der Mechanoiden und der Popcorneimer darf sich weiter leeren.

transformers-3-movie-screen01

Vorher gilt es für den ewigen Frauenschwarm Sam alias Shia LeBeouf seinen Heldenstatus auch im Alltag an der Arbeiterfront zu beweisen, doch mit wenig Witz und umso mehr peinlichen Begebenheiten auf unterer Comedy-Schiene will dies nicht so recht funktionieren und wäre besser der Schnittschere zum Opfer gefallen.

So krebst Transformers 3 nach grandiosem Auftakt um die Schlacht auf Cybertron auch fast eine Stunde mit belanglosem Arbeitssuche-Blabla und einer Liebesstory vor sich hin, der höchstens die umwerfenden Kurven von Rosie Huntington-Whiteley als Charly etwas Pepp verleiht. Aber ein extralanges Vorspiel endet bekanntlich mit einem grandiosen Höhepunkt, und so kommt es auch in Transformers 3 zu einer orgastischen Endschlacht, in der es – mal wieder – um den Fortbestand der Menschheit als eigenständige Rasse geht und die natürlich nur durch Optimus Prime, Bumblebee und Konsorten Unterstützung erhalten – achja und von Sam, dem ewigen Looser mit dem Händchen für heiße Frauen und dem unnachgiebigen Drang zur Selbstaufgabe.

Am Ende stehen nahezu 45 Minuten feinste Computerkämpfe und ohrenbetäubende Klänge, die den Besuch dann bis zum Grande-Finale auch in seinen Sessel pressen – während das Popcorn schnell zur Neige geht noch bevor der letzte Decepticon zu Altmetall verarbeitet wurde.

transformers-3-movie-screen02

Fazit: Was bleibt, wenn Boden des Popcorneimers erreicht ist? Nun – Leere und irgendwie das Gefühl doch keinen allzu bombastischen Film gesehen zu haben, denn viel zu aufgesetzt und peinlich wirken Storyline und das gesamte Drumherum außerhalb von CGI-Robotern. Michael Bay schafft es zwar ein unglaublich intensives Bild der Transformers auf die Leinwand zu zaubern, packende Kämpfe zu inszenieren und eine Zerstörung von Städten in nie geahnter und gesehener Intensität zu zelebrieren – doch all das rettet Transformers 3 nicht aus der Mittelmäßigkeit. Zu lang – zu dumm – zu aufgesetzt, all das ist der Film leider dann auch am Ende und dürfte nur denen auch wirklich gefallen haben, die ihr Gehirn nach dem Abspann an der Kinokasse wieder zurückbekommen haben.

Review von Kabuto

[pullquote_left][/pullquote_left]Genre: Sci-Fi-Action, USA 2011
Cast & Crew: Shia LaBeouf, Patrick Dempsey, John Malkovich, Frances McDormand
Kinostart: 30.06.2011
Originaltitel: Transformers: Dark of the Moon
Regie: Michael Bay Länge: 156 Min.
FSK: 12

Mehr zum Thema:
Transformers 3 bei imdb.de

Merken

Merken

Merken

Kommentar verfassen