Vierundzwanzig Studioalben, zwei Bandenden, ein Dutzend Besetzungen und ein Orgelriff, das bis heute in jedem zweiten Proberaum hängenbleibt: Deep Purple sind die Institution, an der sich der britische Hardrock seit 1968 misst. Dieses Deep Purple Bandprofil sortiert, wer wann gespielt hat, welche Platten zählen und wo die Band in den kommenden Wochen live zu sehen ist.
Der Anlass ist frisch: Am 3. Juli 2026 ist mit SPLAT! das 24. Studioalbum erschienen, produziert von Bob Ezrin, der schon die vier Platten davor betreut hat. Sänger Ian Gillan hat dem Werk ein durchgehendes Thema gegeben, und die Band beschreibt es als ihr härtestes seit Jahren – unsere Meldung zum Album.
An der Gitarre steht inzwischen der Nordire Simon McBride, am Schlagzeug sitzt weiterhin Ian Paice – der Einzige, der seit der ersten Probe 1968 dabei ist. Dazwischen liegen ein Welthit, zwei Auflösungen, eine Reunion und ein Katalog, der bis heute die Hälfte aller Klassikrock-Sender füllt.
Deep Purple auf einen Blick
- Gegründet: 1968 in England
- Genre: Hard Rock, Heavy Metal, Progressive Rock
- Aktuelle Besetzung: Ian Gillan, Simon McBride, Roger Glover, Don Airey, Ian Paice
- Aktuelles Album: SPLAT! (2026, earMUSIC)
- Status: aktiv, auf Tour (Stand: September 2026)
- Offizielle Seite: deeppurple.com
Die Geschichte von Deep Purple
Die Anfänge
1968 formierte sich in England die erste Besetzung: Rod Evans am Gesang, Ritchie Blackmore an der Gitarre, Jon Lord an der Orgel, Nick Simper am Bass und Ian Paice am Schlagzeug. Schon die ersten drei Platten – Shades of Deep Purple, The Book of Taliesyn und das selbstbetitelte Deep Purple – erschienen im Rekordtempo binnen anderthalb Jahren und zeigten eine Band, die zwischen psychedelischem Rock und klassischer Musik noch nach ihrer Form suchte.
Wie ernst es Jon Lord mit dem Klassikbezug war, zeigte sich 1969: Das Concerto for Group and Orchestra setzte eine Rockband gegen ein komplettes Orchester – damals eine Provokation in beide Richtungen.
Mark II und der Durchbruch
1969 kamen Ian Gillan und Roger Glover dazu, und aus der Suchbewegung wurde ein Stil. Deep Purple in Rock (1970) definierte den Ton, Fireball (1971) schob nach, und Machine Head (1972) lieferte mit „Smoke on the Water“ den Song, an dem sich bis heute jeder Anfänger versucht. Jon Lord hat ihn mitgeschrieben – seine Hammondorgel war das zweite Leadinstrument neben Blackmores Gitarre, und genau dieses Duell trennt Deep Purple von allem, was parallel bei Black Sabbath oder später bei den Scorpions passierte.
Made in Japan (1972) hielt fest, was auf der Bühne daraus wurde, und gilt seither als Maßstab für Livealben im Hardrock.
Wechsel, Ende und Rückkehr
1973 übernahmen David Coverdale und Glenn Hughes, und die Band drehte in Richtung Soul und Funk – Burn und Stormbringer stammen aus dieser Phase. Als Ritchie Blackmore ging, kam Tommy Bolin für Come Taste the Band (1975); 1976 war zunächst Schluss. Bolin starb noch im selben Jahr.
1984 kehrte die Mark-II-Besetzung zurück und legte mit Perfect Strangers eines der erfolgreichsten Comebackalben der Achtziger vor. Danach folgten weitere Wechsel am Mikrofon und an der Gitarre, bis 1993 endgültig ohne Blackmore weitergemacht wurde.
Von Steve Morse zu Simon McBride

Auf Blackmore folgte Steve Morse, der die Band über Jahrzehnte prägte und mit Purpendicular (1996) den Neustart lieferte. Jon Lord stieg 2002 aus und übergab die Keyboards an Don Airey; 2012 starb Lord im Alter von 71 Jahren – unsere Meldung von damals. Seit 2022 steht Simon McBride an der Gitarre.
Bemerkenswert ist, was die Band in dieser späten Phase abliefert: Now What?! (2013), Infinite (2017), Whoosh! (2020) und =1 (2024) sind keine Pflichtübungen, sondern Platten, die in den Charts und in der Fachpresse ernst genommen wurden.
SPLAT! und das Jahr 2026
Mit SPLAT! zieht die Band den Bogen zurück zu ihren Wurzeln. Gillan selbst nennt den klassischen Deep-Purple-Sound der Jahre 1969 bis 1973 als Bezugspunkt – Dynamik, Balance, Spielfreude. Die Vorabsingles „Arrogant Boy“, „Diablo“ und „Guilt Trippin’“ zeigen eine Band, die im 58. Jahr ihres Bestehens Lust auf harte Riffs und Orgelduelle hat, statt sich auf dem Katalog auszuruhen.
Besetzung
Aktuelle Besetzung
- Ian Gillan – Gesang
- Simon McBride – Gitarre
- Roger Glover – Bass
- Don Airey – Keyboards (seit 2002)
- Ian Paice – Schlagzeug (Gründungsmitglied, seit 1968)
Ehemalige Mitglieder
- Rod Evans – Gesang (1968–1969, Gründungsmitglied)
- Nick Simper – Bass (1968–1969, Gründungsmitglied)
- Ritchie Blackmore – Gitarre (Gründungsmitglied)
- Jon Lord – Keyboards (1968–2002, Gründungsmitglied), † 2012 (Krebserkrankung)
- David Coverdale – Gesang (1973–1976)
- Glenn Hughes – Bass, Gesang (1973–1976)
- Tommy Bolin – Gitarre (1975–1976), † 1976
- Joe Lynn Turner – Gesang
- Steve Morse – Gitarre
Stand der Besetzung: September 2026
Diskografie
Alben
- 2026 – SPLAT! (earMUSIC) – bei Amazon*
- 2024 – =1 – bei Amazon*
- 2021 – Turning to Crime – bei Amazon*
- 2020 – Whoosh! – bei Amazon*
- 2017 – Infinite – bei Amazon*
- 2013 – Now What?! – bei Amazon*
- 2005 – Rapture of the Deep – bei Amazon*
- 2003 – Bananas – bei Amazon*
- 1998 – Abandon – bei Amazon*
- 1996 – Purpendicular – bei Amazon*
- 1993 – The Battle Rages On… – bei Amazon*
- 1990 – Slaves and Masters – bei Amazon*
- 1987 – The House of Blue Light – bei Amazon*
- 1984 – Perfect Strangers – bei Amazon*
- 1975 – Come Taste the Band – bei Amazon*
- 1974 – Stormbringer – bei Amazon*
- 1974 – Burn – bei Amazon*
- 1973 – Who Do We Think We Are – bei Amazon*
- 1972 – Machine Head – bei Amazon*
- 1971 – Fireball – bei Amazon*
- 1970 – Deep Purple in Rock – bei Amazon*
- 1969 – Deep Purple – bei Amazon*
- 1968 – The Book of Taliesyn – bei Amazon*
- 1968 – Shades of Deep Purple – bei Amazon*
Live-Alben & Kompilationen
- 1972 – Made in Japan (2025 als Steven-Wilson-Remix neu aufgelegt) – bei Amazon*
- 1969 – Concerto for Group and Orchestra – bei Amazon*
Deep Purple live: Tourdaten 2026
Die SPLAT! World Tour führt Deep Purple im Herbst 2026 quer durch Europa. Diese Termine im deutschsprachigen Raum stehen fest:
| Datum | Stadt | Venue | Tickets |
|---|---|---|---|
| 05.10.2026 | Wien (AT) | Wiener Stadthalle | Tickets |
| 31.10.2026 | Leipzig | Quarterback Immobilien Arena | Tickets |
| 01.11.2026 | Hamburg | Sporthalle Hamburg | Tickets |
| 03.11.2026 | Dortmund | Westfalenhalle | Tickets |
| 04.11.2026 | Berlin | Uber Arena | Tickets |
| 06.11.2026 | Frankfurt am Main | Festhalle | Tickets |
| 07.11.2026 | Nürnberg | PSD Bank Nürnberg Arena | Tickets |
Danach führt die Tour weiter nach Großbritannien und Südamerika.
Häufige Fragen zu Deep Purple
Gibt es Deep Purple noch?
Ja, Deep Purple sind aktiv und auf Tour (Stand: September 2026). Im Juli 2026 ist mit SPLAT! das 24. Studioalbum erschienen, im Herbst folgt die dazugehörige Tour mit sieben Terminen im deutschsprachigen Raum. Ein Bandende oder eine Abschiedstour hat die Gruppe nicht angekündigt – im Gegenteil, die Band beschreibt das neue Album als ihr härtestes seit Jahren.
Wann spielen Deep Purple 2026 in Deutschland?
Deep Purple spielen am 31. Oktober 2026 in Leipzig, am 1. November in Hamburg, am 3. November in Dortmund, am 4. November in Berlin, am 6. November in Frankfurt am Main und am 7. November in Nürnberg; dazu kommt am 5. Oktober 2026 ein Termin in Wien. Karten für die SPLAT! World Tour gibt es bei Eventim. Stand: September 2026.
Was ist das aktuelle Album von Deep Purple?
Das aktuelle Album heißt SPLAT! und ist am 3. Juli 2026 bei earMUSIC erschienen. Produziert hat es Bob Ezrin, der bereits die vier Vorgängerplatten betreut hat. Es ist das 24. Studioalbum der Band; vorab erschienen die Singles „Arrogant Boy“, „Diablo“ und „Guilt Trippin’“. Stand: September 2026.
Wer ist der Sänger von Deep Purple?
Ian Gillan singt bei Deep Purple. Er kam 1969 zusammen mit Bassist Roger Glover in die Band und prägte die Mark-II-Besetzung, die mit Deep Purple in Rock und Machine Head den Durchbruch schaffte. Zwischenzeitlich sangen auch Rod Evans, David Coverdale, Glenn Hughes und Joe Lynn Turner für die Band – seit der Reunion 1984 ist Gillan die Stimme von Deep Purple.
Wie viele Studioalben haben Deep Purple veröffentlicht?
Deep Purple haben 24 Studioalben veröffentlicht, das jüngste ist SPLAT! von 2026. Dazu kommen Livealben wie Made in Japan und das Concerto for Group and Orchestra, bei dem 1969 eine Rockband gegen ein ganzes Orchester antrat. Zwischen dem Debüt von 1968 und heute liegen mehrere komplette Besetzungswechsel, zwei Bandenden und eine Reunion.
Wer war Jon Lord?
Jon Lord war Gründungsmitglied und bis 2002 der Keyboarder von Deep Purple. Seine Hammondorgel war das zweite Leadinstrument der Band und der Grund, warum Deep Purple anders klingen als jede andere Hardrockgruppe ihrer Generation; am Welthit „Smoke on the Water“ war er als Mitkomponist beteiligt. Lord starb 2012 im Alter von 71 Jahren an einer Krebserkrankung. Seinen Platz an den Keyboards hat Don Airey übernommen.
Deep Purple erleben & entdecken
Der Katalog lohnt sich von vorn bis hinten – und live ist die Band ohnehin ihre eigene beste Werbung. Alben und Tonträger findest du bei Amazon*, Karten für die anstehenden Konzerte bei Eventim.
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Deep Purple im Netz
- Offizielle Seite: deeppurple.com
- Instagram: @deeppurple_official
- Facebook: officialdeeppurple
- YouTube: Deep Purple
- Spotify: Deep Purple
- Wikipedia: Deep Purple (englisch)
Fanseiten & Community
- The Highway Star – seit Jahrzehnten gepflegtes Fanarchiv mit News, Tourdaten und eigenem Forum
Unter dem Namen Deep Purple läuft auch ein Jazzstandard aus den Dreißigern, und im deutschsprachigen Raum tourt mit Strange Kind of Women eine Tributeband, die das Repertoire spielt. Beides hat mit der Band nichts zu tun.
Pressure Fazit
Deep Purple sind der seltene Fall einer Band, deren Spätwerk man nicht aus Höflichkeit hört. Dass eine Gruppe im 58. Jahr ein Album vorlegt, das härter klingt als das meiste aus den Neunzigern, ist keine Selbstverständlichkeit – und dass mit Simon McBride der dritte Gitarrist in Folge nicht als Blackmore-Kopie antritt, sondern als eigener Kopf, spricht für das Selbstbewusstsein der Band. Wer sie bislang nur über „Smoke on the Water“ kennt, verpasst ungefähr zwanzig Platten. Und live gibt es 2026 sieben Gelegenheiten, das nachzuholen.












