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Tina Turner – Bandprofil: Biografie, Alben & Diskografie

Tina Turner Bandprofil: von Ike & Tina über Private Dancer bis Twenty Four Seven – Biografie, Diskografie, letzte Tour und FAQ zur Queen of Rock ’n’ Roll.

aktualisiert 8 Min. Lesezeit

Tina Turner (Albumcover)
Tina Turner (Albumcover)

Kaum eine Stimme hat den Rock ’n’ Roll so lange und so laut geprägt wie die von Tina Turner. In diesem Tina Turner Bandprofil geht es um die Frau aus Brownsville, Tennessee, die als Anna Mae Bullock zur Welt kam, mit Ike Turner die Bühnen des Rhythm and Blues abräumte und Mitte der Achtziger mit Private Dancer eines der erfolgreichsten Comebacks der Popgeschichte hinlegte.

Ihr Spitzname „Queen of Rock ’n’ Roll“ kam nicht aus der Marketingabteilung. Turner sang Soul, Rhythm and Blues, Pop und Rock mit derselben rauen Wucht, verkaufte nach gängigen Schätzungen mehr als 100 Millionen Tonträger und gewann zwölf Grammys. Ab Mitte der Neunziger lebte sie in der Schweiz, 2013 wurde sie Schweizer Staatsbürgerin. Am 24. Mai 2023 ist Tina Turner in Küsnacht am Zürichsee gestorben.

Tina Turner auf einen Blick

Die Geschichte von Tina Turner

Von Brownsville nach St. Louis

Aufgewachsen ist Anna Mae Bullock im ländlichen Tennessee, ihre Jugend verbrachte sie zu großen Teilen in St. Louis. Dort lernte sie in den späten Fünfzigern Ike Turner und seine Kings of Rhythm kennen, die in den Clubs der Stadt den Ton angaben. Zunächst stand sie als Gastsängerin mit auf der Bühne, bald war sie die Frontfrau der Band.

Ike & Tina Turner: Die Revue-Jahre

1960 erschien „A Fool in Love“, bereits unter dem Namen Tina Turner. Die Single wurde zum Hit und machte aus der Band die Ike & Tina Turner Revue, eine der härtesten Live-Shows im R&B dieser Zeit. 1962 heirateten Ike und Tina. 1966 produzierte Phil Spector „River Deep – Mountain High“, das in den USA floppte, in Großbritannien aber ein großer Erfolg wurde. Ihre Version von „Proud Mary“ wurde 1971 ein Hit und brachte den beiden einen Grammy, 1973 folgte „Nutbush City Limits“, ein Song über ihren Heimatort, den Tina selbst geschrieben hatte. Wie lebendig der Song bis heute ist, zeigte zuletzt Zucchero, dessen Band „Nutbush City Limits“ in der Olympiahalle spielte (unser Konzertbericht aus München).

1975 gab sie in Ken Russells Verfilmung der Rockoper Tommy von The Who die Acid Queen, im selben Jahr erschien ihr gleichnamiges Soloalbum. Im Juli 1976 verließ sie Ike Turner während einer Tour in Dallas, die Scheidung wurde 1978 rechtskräftig. Über die Gewalt in dieser Ehe sprach sie später offen, ausführlich in ihrer Autobiografie I, Tina von 1986.

Neustart und Private Dancer

Die Soloalben Rough (1978) und Love Explosion (1979) blieben weitgehend unbeachtet, Turner hielt sich mit Auftritten in Clubs und im Fernsehen über Wasser. 1983 unterschrieb sie bei Capitol, im November desselben Jahres erschien ihre Version von „Let’s Stay Together“. Das Album Private Dancer folgte 1984 und wurde ein Welterfolg: Platz drei in den USA, Platz zwei in Großbritannien, rund zehn Millionen verkaufte Exemplare weltweit. „What’s Love Got to Do with It“ wurde ihr erster Nummer-eins-Hit in den USA und bei den Grammys zur Single des Jahres gekürt.

Mad Max, Maracanã und die großen Stadien

1985 stand Turner als Aunty Entity in Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel vor der Kamera, an der Seite von Mel Gibson und Rose Tattoo-Sänger Angry Anderson, an dessen Rolle als Ironbar wir in unserem Nachruf auf Angry Anderson erinnert haben. Ihren Song „We Don’t Need Another Hero (Thunderdome)“ aus dem Soundtrack gibt es inzwischen auch in der Version von Ghost auf der EP Phantomime (zur Review).

Break Every Rule (1986) und Foreign Affair (1989) setzten die Erfolgsserie fort, beide Alben erreichten in mehreren Ländern Platz eins. Im Januar 1988 kamen rund 180.000 Menschen ins Maracanã-Stadion von Rio de Janeiro, damals ein Weltrekord für das größte zahlende Publikum einer Solokünstlerin oder eines Solokünstlers. „The Best“ aus Foreign Affair wurde zu ihrem vielleicht bekanntesten Lied.

Neunziger, Schweiz und der Abschied von der Bühne

1993 kam mit What’s Love Got to Do with It die Verfilmung ihres Lebens ins Kino, 1995 sang sie den Titelsong zum Bond-Film GoldenEye. Ihr Lebensgefährte Erwin Bach, mit dem sie seit 1986 zusammen war, übernahm Mitte der Neunziger die Schweizer EMI-Niederlassung, Turner zog mit ihm an den Zürichsee. Mit Twenty Four Seven erschien 1999 ihr zehntes und letztes Soloalbum, die Tour dazu war im Jahr 2000 die umsatzstärkste weltweit. Zu den Toningenieuren, mit denen sie gearbeitet hat, gehört John Hudson, der im Interview mit uns auf seine Karriere zurückblickt.

Nach einer letzten großen Tour 2008 und 2009 zog sich Turner von der Bühne zurück. Mit dem spirituellen Projekt Beyond veröffentlichte sie zwischen 2009 und 2014 noch drei Alben. 1991 war sie mit Ike Turner in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen worden, 2021 folgte die Aufnahme als Solokünstlerin. 2013 heiratete sie Erwin Bach und wurde im selben Jahr Schweizer Bürgerin. Das Musical Tina feierte 2018 in London Premiere, 2021 kam der Dokumentarfilm Tina heraus, im selben Jahr verlieh ihr die Universität Bern die Ehrendoktorwürde.

Besetzung

Frühere Bandzugehörigkeiten & Projekte

  • Kings of Rhythm (Band von Ike Turner) – Gesang (Ende der 1950er)
  • Ike & Tina Turner – Gesang (1960–1976)
  • Beyond (spirituelles Musikprojekt) – Gesang (2009–2014)

Stand der Besetzung: Oktober 2026

Diskografie

Alben

1990er
1999Twenty Four SevenVirgin/ParlophoneAmazon*
1996Wildest DreamsVirgin/ParlophoneAmazon*
1980er
1989Foreign AffairCapitolAmazon*
1986Break Every RuleCapitolAmazon*
1984Private DancerCapitolAmazon*
1970er
1979Love ExplosionUnited ArtistsAmazon*
1978RoughUnited ArtistsAmazon*
1975Acid QueenUnited ArtistsAmazon*
1974Tina Turns the Country On!United ArtistsAmazon*

Singles

2020„What’s Love Got to Do with It“mit Kygo
2000„Whatever You Need“
1999„When the Heartache Is Over“
1996„Whatever You Want“
1995„GoldenEye“
1990„Look Me in the Heart“
1989„The Best“
Frühere Hits (Auswahl): „Let’s Stay Together“ (1983), „What’s Love Got to Do with It“ (1984), „We Don’t Need Another Hero (Thunderdome)“ (1985)

Live-Alben & Kompilationen

2023Queen of Rock ’n’ RollParlophoneAmazon*
2014Love SongsAmazon*
2009Tina LiveParlophoneAmazon*
2008Tina!CapitolAmazon*
2004All the BestParlophoneAmazon*
1993What’s Love Got to Do with ItSoundtrackAmazon*
1991Simply the BestCapitolAmazon*
1988Tina Live in EuropeCapitolAmazon*

Kollaborationen & Gastbeiträge

2014Love Within – Beyondmit Beyond
2011Children Beyondmit Beyond
2009Beyondmit Beyond

DVD- & Blu-ray-Veröffentlichungen

2009Tina LiveAmazon*
2001One Last Time Live in ConcertAmazon*
1997Live in Amsterdam – Wildest Dreams TourAmazon*
1989Foreign Affair – The VideosAmazon*
1988Live in Rio ’88Amazon*
1984Private Dancer – The VideosAmazon*

Tina Turner live: die letzte Tournee

Ihre letzte Tour startete im Oktober 2008 unter dem Titel Tina!: 50th Anniversary Tour und führte bis ins Frühjahr 2009 durch Nordamerika und Europa. Danach stand Tina Turner nicht mehr für eigene Konzerte auf der Bühne. Mitschnitte der Tour sind als Tina Live auf CD und DVD erschienen.

Häufige Fragen zu Tina Turner

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Wann ist Tina Turner gestorben?

Tina Turner ist am 24. Mai 2023 im Alter von 83 Jahren in ihrem Zuhause in Küsnacht am Zürichsee gestorben. Dort lebte sie seit Ende der Neunziger mit ihrem Mann Erwin Bach, den sie 2013 geheiratet hatte. Im selben Jahr hatte sie die Schweizer Staatsbürgerschaft angenommen und die amerikanische abgegeben. Seitdem erscheinen von ihr Kompilationen und Wiederveröffentlichungen (Stand: Oktober 2026).

Wann hat Tina Turner ihr letztes Konzert gegeben?

Ihre letzte Tour war die Tina!: 50th Anniversary Tour, die im Oktober 2008 begann und 2009 in Europa endete. Danach hat sich Tina Turner von der Bühne verabschiedet und keine eigenen Konzerte mehr gespielt. Wer die Show nachholen will, findet Mitschnitte der Tour auf dem Live-Album und der DVD Tina Live von 2009. Das Musical Tina, das 2018 in London Premiere feierte, ist eine Bühnenproduktion mit Darstellerinnen.

Was war das letzte Album von Tina Turner?

Ihr letztes Studioalbum ist Twenty Four Seven aus dem Jahr 1999, ihr zehntes Soloalbum. Darauf finden sich die Singles „When the Heartache Is Over“ und „Whatever You Need“. Die Tour zum Album war im Jahr 2000 die umsatzstärkste der Welt. Danach folgten nur noch Kompilationen, zuletzt Queen of Rock ’n’ Roll von 2023, sowie die drei Alben mit dem Projekt Beyond (Stand: Oktober 2026).

Wie hieß Tina Turner mit richtigem Namen?

Tina Turner wurde am 26. November 1939 als Anna Mae Bullock in Brownsville im US-Bundesstaat Tennessee geboren. Den Künstlernamen Tina Turner trug sie schon auf ihrer ersten Single „A Fool in Love“ von 1960, damals noch an der Seite von Ike Turner. Den Namen behielt sie nach der Trennung 1976 bei und machte ihn mit ihrer Solokarriere ab den Achtzigern weltberühmt.

Hat Tina Turner „Nutbush City Limits“ selbst geschrieben?

Ja, „Nutbush City Limits“ stammt aus ihrer eigenen Feder. Der Song erschien 1973 noch unter dem Namen Ike & Tina Turner und erzählt von Nutbush, dem kleinen Ort in Tennessee, in dem sie aufgewachsen ist. Die Single wurde ein Welterfolg und ist bis heute ein Partyklassiker und wurde unzählige Male gecovert. Auf der Bühne gehörte es über Jahrzehnte zu ihrem festen Programm, auch nach der Trennung von Ike Turner.

Gibt es einen Film über Tina Turner?

Ja, gleich mehrere. 1993 kam der Spielfilm What’s Love Got to Do with It ins Kino, mit Angela Bassett in der Hauptrolle und basierend auf Turners Autobiografie I, Tina. 2021 erschien der Dokumentarfilm Tina. Dazu kommt das Musical Tina, das im April 2018 in London Premiere feierte. Selbst stand sie unter anderem in Tommy und Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel vor der Kamera.

Antworten geprüft: 26. Oktober 2026

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