Wenn es Klassiker des Rocks gibt, muss es auch rockige Klassik geben.

So oder so ähnlich muss Mat Sinners Gedankengang gewesen sein, als er 2010 mit dem RmC Symphony Orchestra das Kassenschlager-Projekt Rock Meets Classic ins Leben gerufen hat. Einmal im Jahr beehren die begabten Musiker des Symphonieorchesters und der Mat Sinner Band große deutsche Städte mit ihrer Symbiose aus den Klassikern der Rockgeschichte und der Schlagkraft klassischer Orchestermusik.

Rock meets Classic gastierte in der Münchner Olympiahalle
MOTHERS FINEST – Foto: weare photographers

Die Show am erweist sich als Potpourri aus allerlei Rockhymnen mit Mitsingpotenzial und, als wäre das nicht genug, werden eben diese Hymnen auch von ihren Schöpfern interpretiert. Danny Bowes und Luke Morley von Thunder, Robert Hart aus der Manfred Mann’s Earth Band und Bad Company, Robin Zander aus Cheap Trick, Joyce “Baby Jean” Kennedy aus Mother’s Finest und natürlich der Schockrocker Alice Cooper sind es, die am 08.03.2020 die Münchner Olympiahalle zum Beben bringen.

Rocklegenden spielen Superhits, wie „Stairway to Heaven“

In genau dieser Reihenfolge, ähnlich eines Rock’n’Roll-Staffellaufs, präsentieren die Rocklegenden nach einem Queen Medley des Orchesters ihre eigenen Superhits. Thunder machen den Anfang mit „Give Me Some Loving“ und „Low Life in High Places“, Robert Hart gibt seine Kracher „Bad Company“ und „Dave is on the Road Again“ zum Besten und Cheap Trick warten mit „Hello There“, „Dream Police“ und „Surrender“ auf. Joyce Kennedy rockt stimmengewaltig „My Badd“ und „Baby Love“, bevor das Orchester und die Mat Sinner Band sich die Bühne zumindest für zwei Stücke zurückerobern (mit „Childs Anthem“ gefolgt von Led Zeppelins Hymne „Stairway to Heaven“) und ein zweiter Durchgang beginnt.

Rock meets Classic gastierte in der Münchner Olympiahalle
THUNDER – Foto: weare photographers

Der Mann, auf den der Großteil des Publikums gewartet haben muss, lässt dabei auch nicht lang auf sich warten: Mit „No More Mister Nice Guy“ eröffnet Alice Cooper nun voller Elan und Freude am Rock seinen Teil der Show und das Publikum erweist sich spätestens jetzt als durchaus textsicher und tanzwillig. Unter einige andere Cooper-Klassiker mischen sich natürlich auch die absoluten Hymnen schlechthin: „Poison“ und „Schools Out“, wobei letzteres vom ganzen Cast und aus vollstem Halse performt wurde. Die Arena bebt, es wird gesungen, getanzt und hier und da zücken die Besucher ihre Smartphones, um ihr hautnahes Treffen mit dem großen Schockrocker Alice Cooper festzuhalten.

Was das Projekt rund um Rock Meets Classic derart mitreißend gestaltet, ist in erster Linie das wohldurchdachte Line-Up der wohl größten Rocker aller Zeiten, die trotz ihres gehobenen Alters noch nicht ans Aufhören denken. Schäkernd und witzelnd tanzen die Legenden über die Bühne und erfreuen sich sichtlich an der Tatsache, dass die zahlreichen Fans, damals wie heute, nicht lieber tun, als ihre Meilensteine der Rockgeschichte singend und tanzend hochleben zu lassen.

Rock Meets Classic 2021 schon in Planung

Zum Abschied kündigt Mat Sinner sogar schon seine nächste Tour an. 2021 soll Rock Meets Classic mit neuem Line-Up auch in München wieder auf der Bühne performen – Wer sich das entgehen lässt, ist selbst schuld.

Konzertbericht von Isabell Rieth

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