Haematom band foto

HÄMATOM, eine Band, ein Kunstprodukt, vier Himmelsrichtungen plus Pol und Äquator! Pressure Magazine führte ein ungeschminktes Interview mit den Herren.

Ungewöhnlich und am Anfang ganz schön irritierend, wenn man Hämatom „nackig“ statt im Bühnenoutfit trifft. Aber lest selbst und viel Spaß dabei!

Gesamtkonzept Hämatom hin oder her, es ist doch ungewohnt euch ohne Masken zu sehen und euch richtig zuzuordnen.

SÜD: Das ist ja auch Sinn der Sache! Wir wollen trotz wachsenden Erfolgs ungestört aufs Klo gehen und uns auch bei der Biertheke einfach in Ruhe unterhalten können, ohne erkannt zu werden.

Das funktioniert wirklich?

OST: Wir waren alle schon oft neben Leuten gestanden, die heftigst über Hämatom abgelästert haben und da haben wir natürlich gleich mitgelästert. Ist glaub es ist aber auch schon acht Jahre her, inzwischen höre ich nur noch super Stimmen und bedauere es jetzt fast, dass ich noch eine Maske aufhabe.

Profilneurotiker kann man euch ganz gewiss nicht nennen, sonst hättet ihr euch bestimmt irgendwann schon mal in einer Fotostrecke ohne Masken selbst enttarnt.

OST: Das stimmt!

Auf eurer Internetseite, aber auch in Interviews, besteht ihr vehement darauf, dass Hämatom nicht nur aus vier Musikern sondern aus sechs Personen besteht. Wo sind denn heute ÄQUATOR und POL?

WEST: Der eine ist am Äquator und der andere am Pol!

Nord- oder Südpol?

NORD: Nordpol!

SÜD: Ich dachte Südpol!

NORD: Das kann auch sein.

SÜD: Er ist nämlich eigentlich ein Pinguin. Nicht, dass er sich jetzt verfahren hat!

OST: Aber nein, wir haben noch zwei Leute die zur Band dazu gehören. Der eine ist Produzent und macht sehr viel im Hintergrund und ist auch der Finanzchef. Und der andere, POL , ist der Grafiker.

Ist er auch derjenige, der für die Kostüme und Masken zuständig ist?

OST: Ja, genau!

Das ist die perfekte Überleitung zu der nächsten Frage: Gibt oder gab es Momente in den letzten Jahren, wo ihr vor, während oder nach einem Auftritt POL nicht für die Wahl der Masken verflucht habt? Nicht, dass es nicht sowieso eine schweißtreibende Angelegenheit unter den Scheinwerfern auf der Bühne ist, ihr gebt ja alles! Seid ihr nicht tierisch froh, wenn ihr dann endlich aus dem Zeug raus und unter die Dusche könnt?

WEST: Wir duschen aber nicht!

OST: Es gibt ja kein Geruchsfernsehen, aber ich geb dir gerne mal meine Maske.

WEST: Willst du mal reinriechen?

OST: Jetzt musst du auch da durch (und hält mir seine Maske hin), das ist ein Selbsterfahrungsinterview!

Das riecht als wäre es 4 Jahre in irgendeiner verqualmten Kneipe gelegen, naja…

SÜD: Es ist schon anstrengender, aber das ist es auch wenn wir normal auf der Bühne stehen.

NORD: Ich hab ja Airbrushmakeup!

Und dann hält das besser?

NORD: Nee, aber es ist auf Wasserbasis, hautverträglicher und ich sprüh es einfach auf!

Ich dachte es sei Theaterschminke, so gut wie die hält.

NORD: Nein, es ist nicht fettbasierend wie Theaterschminke.

OST: Genau! Wir sind nämlich Bio-Rockstars!

Habt ihr auch einen grünen Punkt?

OST: Also den Sack haben wir schon! (lacht)

SÜD: Aber ihr habt schon recht, es ist schon eine Nummer härter als würde man sich

„Oben ohne“ im Gesicht auf die Bühne stellen!

OST: West triffts glaub ich am härtesten! Nee, wirklich, da hängt dann der Rotz dran…

Oh nee, verschont uns mit den Details, bitte! Und ihr habt ihn nie verflucht?

OST: Nein, außerdem ist Pols Freundin die Testerin! Eine harte Sexnacht – wenn sie es überlebt, überleben es alle!

NORD: Sexwoche! (lacht)

Was gehörte denn 2012 zu euren Highlights?

OST: Was waren denn deine Highlights?

Meine? Ok, ich war ein bisschen enttäuscht von „Schutt und Asche“, weil ich mir mehr als nur den einen neuen Track erhofft hatte. Und der Titel schreit nach mehr! Auf der anderen Seite, siehst du Hämatom eben als Gesamtkonzept aus Bild, Show und Ton, dann habt ihr euch verdammt lange Zeit gelassen damit! So und jetzt ihr!

SÜD: Tja, also wir waren ja dieses Jahr mit Megaherz, Eisbrecher und Frei.Wild auf Tour, das war schon lustig!

NORD: Wir hatten eigentlich schon abgeschlossen mit dem Touren und wollten uns auf das neue Album konzentrieren, da kam wieder eine neue Supportanfrage, was uns natürlich sehr gefreut hat.

SÜD: Ja, dadurch sind wir dieses Jahr sehr viel rumgekommen und haben viele neue

Leute erreicht, das war eines der Höhepunkte.

OST: Und natürlich das 200. Konzert!

SÜD: Genau, das 200. Konzert gepaart mit der von euch schon erwähnten DVD!

OST: Wobei man schon sagen muss, dass diese „Schutt und Asche“-Geschichte ein Nebenprodukt war. Aber das war erstens fertig und zweitens war es wichtig, dass wir uns auch visuell präsentieren. Das war schon richtig, was du da gesagt hast. Und warum warst du jetzt von “Schutt und Asche“ enttäuscht?

Ich find den Titel super und hätte mir gerade deshalb vielleicht noch den einen oder anderen weiteren neuen Song gewünscht! Hat Lust auf mehr gemacht!

OST: Wir hatten halt nicht mehr, das war das Problem! Wann war das, September? Wir hatten einfach nicht genug Material, dann waren wir auf Tour, dann auf der 2. Tour, dann die Vorbereitungen auf den Live-Gig, dann die DVD.

NORD: Es gab die Zeit einfach nicht für mehr.

SÜD: Als Musikkonsument kommen einem zwei Jahre zwischen Studioalben ewig vor. Als ausübender Musiker geht das rasend schnell.

OST: Eigentlich muss man ein halbes Jahr nach der Veröffentlichung der letzten Scheibe gleich mit der nächsten anfangen.

SÜD: Aber da ist man ja meistens noch auf Tour mit dem „alten“ Zeugs.

NORD: Es ist dann alles immer sehr eng und knapp und wir sind auch nicht die schnellsten Songwriter. Wir tüfteln dann immer ewig lang an jedem Song rum, deswegen ist es früher eigentlich gar nicht machbar.

OST: Und dann hast du ja immer den Anspruch ein Wahnsinnsalbum zu bringen, es muss ja immer das Album des Jahrhunderts sein. Und dafür musst du dir halt auch ein bisschen Zeit lassen, das scheißt du nicht einfach so innerhalb von 2 Wochen raus. Und schon gar nicht bei Hämatom!

Was heißt das?

OST: Das heißt, dass bei uns schon viel diskutiert wird! Also wir reden viel! Gott sei Dank gibt’s Skype!

Zu viert? Zu sechst?

ALLE: Zu sechst!

OST: Ja wenn schon, dann richtig!

NORD: Inzwischen eigentlich zu acht!

OST: Inzwischen dürfen auch wieder die Techniker, die Mercher was dazu sagen, es darf sich jeder äußern und wir hören auch auf alles!

SÜD: Und wenn sich dann acht Leute einig sind, dann frag ich manchmal noch meine Oma und die hat dann auch noch eine Meinung und dann fängt es wieder von vorne an! Und die hat oft eine Meinung zu den Songs!!!

NORD: Wir lassen uns durchaus auch als Künstler schnell verunsichern und denken dann, vielleicht sollten wir den Song doch ein Beat per Minute langsamer machen, weil das natürlich viel, viel besser ist. Dann machen wir das auch obwohl das wahrscheinlich kein Mensch hört!

Seid ihr…

OST: … bescheuert?

Das hast du gesagt! Aber nein, seid ihr Perfektionisten, Kontrollfreaks?

OST: Nein, aber das ist auch nicht so einfach. Wenn du das Produkt als Konsument hörst, dann ist es einfach fertig. So wie du es jetzt hörst ist es die Wahrheit und es war nie anders. Aber für uns ist es ja eine riesen Entwicklungsprozess bis es dahin kommt. Da gibt es tausend Melodien, die man verwenden kann, das entwickelt sich einfach und du bist dir nicht vom allen ersten Moment an sicher, dass es das ist.

SÜD: Bei „Schutt und Asche“, das wäre vielleicht mal total interessant das zu vergleichen und die Urversion mit der jetzigen Version zusammen ins Netz zu stellen.

OST: Die hat nämlich gar nichts damit zu tun, außer „Schutt und Asche“

WEST: Diese 3 Worte sind gleich geblieben, sind die Gemeinsamkeiten!

NORD: Der Titel stammt übrigens von POL!

Was fehlt denn noch alles für die neue CD?

OST: Ungefähr noch 10 Hits!

Ihr gehört mit zu den spielfreudigsten Bands, die wir kennen. Auch für nächstes Jahr ist schon wieder verdammt viel in der Planung. Wann findet ihr die Zeit dafür?

OST: Die müssen wir uns jetzt einfach nehmen!

NORD: Und es gibt inzwischen auch schon vier Songs, viel Rohmaterial und Rohfassungen…

OST: Wir sind jetzt glaube ich deutlich im zweistelligen Bereich, was an Songs schon da ist. Aber wir sind immer noch nicht so glücklich, dass wir sagen: wir schließen das jetzt ab. Es wird auf jeden Fall – so ist jedenfalls der Plan – bis Ende Februar weiter gehen, weiter geschrieben und vorproduziert. Bis wir dann irgendwann zum Schluss 11 oder 12 richtig starke Nummern haben.

Habt ihr schon einen Termin für die Veröffentlichung ins Auge gefasst?

OST: Also der geplante Release ist auf jeden Fall Sommer!

WEST: 2018? Oder? (lacht)

OST: Das erscheint einem lang, aber das wird definitiv knapp! Wie immer bei uns!

SÜD: Die muss ja wieder 3 Monate vor dem Release fertig sein.

OST: Und die Aufnahme und Produktion dauern ja schon mal 2 Monate, also müssten wir eigentlich Ende Januar fertig sein, wenn wir im August releasen wollen.

Ja, dann müsst ihr wirklich Gas geben, denn ich hab mir sagen lassen Januar ist schon in wenigen Tagen!

OST: Ja genau, aber die Zeit nehmen wir uns auch und wenn es dann länger dauert, dauert‘s halt länger. Das wichtigste ist einfach, dass die CD gut ist.

SÜD: Also sie wird kommen, 2013!

Habt ihr stiltechnisch etwas verändert, etwas Neues ausprobiert?

NORD: Das wollen wir jetzt noch nicht verraten!

Ein Goodie für uns?

SÜD: Also ein Goodie ist „Schutt und Asche“, der Song.

OST: Von Album zu Album haben wir uns immer weiterentwickelt, und das wird beim nächsten Album genauso sein. Es wird wieder anders klingen als das jetzige. Wir setzen uns eigentlich keine großen Schranken, im Sinne von: das geht gar nicht. Weißt du, wenn es irgendwie gut passt und es passen gerade z.B. Streicher drauf, dann nehmen wir Streicher.

SÜD: Bei uns ist sehr viel Entwicklungsspielraum drin. Slayer haben zum Beispiel sehr früh ihren Sound gefunden…

OST: Oder Motörhead!

SÜD: … und durchgezogen! Dafür liebe ich sie ja auch. Bei uns ist das anders. Wir experimentieren auch gerne!

OST: Und das lassen wir uns auch nicht nehmen!

NORD: Es wird kein Pop-Album, es wird kein HipHop-Album, die Härte bleibt, die deutschen Texte bleiben und es wird immer noch nicht Deutschrock sein!

Aber „Schutt & Asche“ ist stellvertretend für die Richtung des neuen Albums zu sehen?

OST: … nein, das wäre nicht richtig! Wir wissen ja noch nicht was drauf kommt!

Das heißt, wir müssen im Sommer wohl ein neues Interview machen…

OST: Ja, müssen wir wohl.

SÜD: Sehr gerne!

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Dramatisch, aber dann müsst ihr da halt nochmal durch! Aber ihr mottet euch jetzt nicht irgendwo im Studio ein, um auf Biegen und Brechen diese CD fertig zu machen?

OST: Ja und nein! Klar müssen wir das machen, aber trotzdem müssen andere Projekte da noch nebenbei laufen.

Was steht denn für nächstes Jahr schon fest? Was dürft ihr denn schon erzählen?

SÜD: Da möchte ich auf unsere Homepage verweisen www.haematom.de

(P.S. Und das tun wir mit einem Augenzwinkern jetzt auch mal einfach!)

(…)

Leider dürfen wir den folgenden Dialog noch nicht publizieren, denn ein bisschen was haben uns HÄMATOM dann doch verraten. Aber wir versprechen Euch jetzt schon: Sobald wir dürfen reichen wir die fehlende Stelle nach! Und: Es lohnt sich!!! 😉

Das heißt nach irgendwelchen hochtrabenden Zielen für 2013 brauch ich gar nicht weiter zu fragen, oder?

OST: Doch, doch! Es muss natürlich auch außerhalb der Supportgeschichten für uns noch einiges passieren.

Aber ihr werdet doch sicherlich nach dem Release der neuen CD eine eigene Tour machen, oder?

OST: Ja, natürlich! Wir haben schon sehr früh angefangen eigene Touren zu fahren! Was sehr wichtig war für uns auch wenn wir sehr viel dafür mitgebracht haben. Die erste Tour war 2005 oder 2006.

SÜD: Ein Rekordtief! Da hatten wir die erste Show in Karlsruhe und haben in den Katakomben vor sechs Leuten gespielt, aber die fetteste Pyro aller Zeiten gezündet!

NORD: Also die wenigen Besucher haben wir da auch noch rausgesprengt.

OST: Wir hatten einen Zuschauerdurchschnitt von 20 Leuten bei 10 Shows, so ungefähr! Aber war trotzdem wichtig, ich würd‘s nicht anders machen! Bis Mitte 2011 haben wir viele Fehler gemacht, aber seitdem, behaupte ich jetzt einfach mal, eigentlich alles richtig! Wir haben neun Jahre nach diesem Scheißweg gesucht und uns durchgewuselt und da war er dann endlich! Und jetzt die Tour mit Frei.Wild, echt super!

Aber ihr ward doch bereits letztes Jahr als Support dabei! Wir haben euch in Frankfurt gesehen.

OST: Ja, aber das war nicht so doll! Die Leute wollten halt Deutschrock und da kamen wir mit unseren „Maskeraden“ nicht gut an.

Und das empfindet ihr dieses Jahr anders?

OST: Ja, definitiv! Ich glaube, dass wir uns dieses Jahr einfach auch so einen Namen erspielt haben. Erstens kennen uns und unsere Songs schon viele Leute, die hierher kommen und akzeptieren uns zweitens viel mehr! Wir waren von Kempten sowas von begeistert! Du hast halt 5.000 Leute und von denen kannst du bestenfalls die Hälfte auf deine Seite ziehen und begeistern. Und ich fand ab Kempten waren es dann auf einmal 90% vom Gefühl her. Weil einfach jeder, der im Saal war, mitgemacht hat. Aber auch heute seh ich wieder ein Fragezeichen, das müssen wir auf der Bühne erst wieder beweisen, ob‘s zündet! Das war, Gott sei Dank, die letzten 3 Shows einfach unglaublich. Das hätten wir uns so nicht erwartet.

Wir haben so kurz vor Silvester noch etwas Besonderes für euch und zwar bekommt ihr heute euer Jahreshoroskop 2013 von uns. Aber nicht das von jedem Einzelnen, sondern von Hämatom! Dafür müsstet ihr mir nur noch verraten, wann ihr euch gegründet habt, also den Monat zumindest.

OST: September 2004?

SÜD: September!

Also Jungfrau, wenn es bis zum 23.09. passiert ist…

OST: Definitiv Jungfrau!

SÜD: Jungfrau passt doch eigentlich ganz gut!

WEST: Hämatom ist auch zickig, das passt schon!

Dann los: euer Jahreshoroskop für 2013 aus einer sehr respektablen Fernsehzeitschrift!

„Keine falsche Bescheidenheit! Erfolg macht sexy und Erfolg ist ihnen sicher!“

Kein Scheiß, das steht da wirklich!

OST: Das haben wir doch die ganze Zeit gesagt!

„Dank Jupiter haben sie überall die Nase vorn. Sie dürfen jetzt nur nicht den Fehler machen die eigenen Fähigkeiten zu überschätzen.“

So, was wollt ihr wissen? Liebe oder Job und Risiken?

ALLE: Job und Risiken!

„Saturn pocht darauf, dass sie auf sicherem Terrain bleiben, aber Geduld alleine bringt sie nicht weiter. Nehmen sie alle Möglichkeiten wahr, die sich ergeben und rufen sie HIER, wenn eine Beförderung vergeben wird, oder bewerben sie sich um den Job, der schon lange ihr geheimes Ziel ist. Angebote müssen sie keineswegs zwischen Tür und Angel annehmen. Je mehr Bedenkzeit ihr euch nehmt, umso besser sind die Entscheidungen. Nein, sie verpassen keine Chancen. Gewisse Leute schaffen es mit ihren Hobbys viel Geld auszugeben, aber einige schaffen es auch damit Geld zu verdienen.“

NORD: Das ist ja wie für uns geschrieben!

SÜD: Und das steht in ner Fernsehzeitschrift?

OST: Das ist einfach super Journalismus, also wenn das nicht eintrifft!

Wir drücken euch auf alle Fälle die Daumen! Danke für das Interview! Wir freuen uns schon jetzt auf das nächste, wenn ihr uns dann berichten könnt, ob auch alles eingetroffen ist!

Interview von Mostly Harmless im Dezember 2012

 


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