Klaas Heufer-Umlauf GLORIA
Klaas Heufer-Umlauf GLORIA "Narben" als Single, Video & Akustik EP

Mit dem Song „Narben“ schicken Klaas Heufer-Umlauf und Mark Tavassol jetzt die zweite Single (VÖ: 13.01.) aus dem Album „DA“ ins Rennen.

Treibender Beat, eine Melodie zum Schwelgen, ein Sänger, der „die Welt heben“ kann – Narben“ schenkt uns ein Stück wohldosierte Lebensphilosophie aus dem Kosmos von GLORIA, ein Bekenntnis zu Freundschaft und Verbundenheit, das über die Dauer einer gemeinsamen Zeit hinausreicht. „In dem Song geht’s darum, auch Vergangenes hochzuhalten“, erklärt Mark Tavassol. „Wir sind ein Mosaik aus unseren Begegnungen, dazu gehört auch etwas, das nicht mehr Teil von uns ist, aber einmal Teil von uns war.“

Eine akustische Version von „Narben“ und zwei weitere Songs des aktuellen Albums haben GLORIA kürzlich bei den Hamburger Küchensessions eingespielt und als EP veröffentlicht (VÖ: 19.01.) Mit reduzierter Bandbesetzung in der Küche eingespielt erstrahlen die Songs in einem puren akustischen Gewand.
Live wird man dazu tanzen können – in neun deutschen Städten im Januar und Februar 2018. Einen Eindruck davon was einen dort erwartet, gibt das Musikvideo zu „Narben“ das im Dezember beim Konzert in der Großen Freiheit in Hamburg entstand.
 

Offizielles Video zu „Narben“

Am 13. Oktober erschien bereits das dritte Album der Band GLORIA mit dem einfachen wie vielsagenden Titel „DA“. „Es ist jetzt nicht so, dass wir uns sechs oder acht Wochen in eine skandinavische Hütte zurückgezogen haben, wie man sich das vielleicht bei einem Duo vorstellt. Der Prozess zog sich über anderthalb Jahre“, erzählt Mark Tavassol. Genug Zeit, um sich über das zu beratschlagen, was sie in den Texten erzählen wollten, um mit den Instrumenten die Songs auszumalen und gegebenenfalls noch einmal alles zu löschen und bei Null anzufangen. Jedes dieser Lieder springt mit offenen Augen und Ohren durch die Welt, wie sie die beiden wahrnehmen und erkennen. „Am Ende habe ich immer das Gefühl, dass einige Themen, die uns in dieser Phase beschäftigt haben, sich durch das Album ziehen, ohne dass wir es jemals wollten. Das ist ein Abdruck der Kultur, die wir in unserer Freundschaft pflegen“, sagt Klaas Heufer-Umlauf.

Klaas Heufer-Umlauf-Gloria Narben Album-Cover 2018
Gloria Narben Album-Cover

Das ist schön gesagt, Klaas, es trifft vor allem ins Schwarze. Die Band GLORIA legte in jeder Phase ihres Bestehens etwas von dem Umgang frei, den die beiden Musiker mit sich und ihrem Ambiente pflegten. Was vor neun Jahren mit Privatsessions in Hamburger Einzimmer-Appartements begann, ist zu einem amtlichen Ding von Band geworden, das auf die Werbetrommelei verzichten kann, die sich aus den Biografien der beiden aufdrängte. Mark Tavassol, Sohn eines iranischen Vaters und einer deutschen Mutter, spielte bis 2012 Bass bei den etwas anderen Charts-Stürmern Wir sind Helden. Klaas Heufer-Umlauf katapultierte sich im Verein mit Joko Winterscheidt an die Pole Position jener etwas unziemlichen Fernsehunterhaltung, nach der wir alle ziemlich gierten. Jahrelang war er auf der anderen Seite der Musik unterwegs, als Moderator auf Festivals mit dem Mikro in der Hand, heute ist er überrascht, „wie normal es sich anfühlt, in einer Band zu spielen“.

Mit dem Schönsagen liegen GLORIA sowieso gerade ganz weit vorne. „Wir schlagen nur die Sprache und hören nur das Holz, auf dem wir wohnen“, singt Klaas so wunderbar in der finalen Pianoballade „Stille“. „Wir schlagen die Sprache – das ist ein Wortspiel, wenn man Persisch versteht. Es heißt einfach: Wir sprechen“, erklärt Mark. „Wenn man die Sprache aber aus dem Weg räumt, passieren Dinge, auf die man den ganzen Tag nicht achtet, zum Beispiel, dass man Holz hört.“ Ein Trip von der makroskopischen auf die mikroskopische Ebene, der ohne knarrende Dielen auskommt.

Auf ein größeres Parkett begeben GLORIA sich im heimlichen Titelsong „Immer noch da“, eine Gitarrenpophymne, die für Festivals wie „Hurricane“ oder „Southside“ geradezu erfunden worden ist, die sie zuletzt bespielten. Ein Stück, das uns – wuuusch! – wie nix davonträgt, im selben Moment aber dazu aufruft, innezuhalten, sich Gedanken zu machen und (vielleicht neu) zu positionieren. Auf dem Vorgängeralbum „Geister“ (2015) nahmen die Songs „Stolpersteine“ und „Schwaches Gift“ eine ähnliche Position ein, diesmal sind es die Haken und die Kreuze, die „Immer noch da“ an einer gefährlichen gesellschaftlichen Realität befestigen. Alle drei Tracks öffnen gleichsam einen Betrachtungsraum, in dem sich Verbindungslinien zwischen Nazi-Vergangenheit, dem schleichenden Verlust der Mündigkeit und den Geschichten zur Migration denken lassen. „Es geht nicht darum, jemanden auf links zu ziehen, aber wir können die Dinge an uns heranlassen“, sagt Klaas und verweist dabei auf den Umgang mit der Flüchtlingskrise. „Da müssen wir lesen, dass die Flüchtlingskrise wieder zurückkommt. Wo ich denke, die war doch nie weg. Aber die Haltung, oder das Gefühl, dass wir das jetzt hinter uns gelassen haben und alles dafür tun müssen, dass das nicht noch mal passiert, negiert den Umstand, dass Menschen in jeder Sekunde in Lagern sitzen, geografisch weit von uns entfernt vielleicht. Das wird uns die nächsten 20 oder 30 Jahre beschäftigen.“

Klaas Heufer-Umlauf und Mark Tavassol – GLORIA Tourdaten:

24.01.18 Köln, Gloria (Ausverkauft)
25.01.18 Erlangen, E-Werk
26.01.18 AT – Wien, Flex (Verlegt)
27.01.18 Dresden, Alter Schlachthof
31.01.17 Hannover, Capitol
01.02.18 Bremen, Schlachthof (Ausverkauft)
02.02.18 Rostock, M.A.U. Club
03.02.18 Kiel, MAX (Hochverlegt)
09.02.18 Erfurt, HsD (Hochverlegt)
10.02.18 Berlin, Astra
 
GLORIA auf Festivals 2018
19.-22.07.18 Nordholz, Deichbrand Festival
08.-12.08.18 Eschwege, Open Flair Festival
17.-19.08.18 Grosspösna, Highfield Festival
 
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Fotos (C) Peter Kaaden