Die Festival-Saison ist im vollen Gange und die Besucher reisen in Scharen an, um für ein paar Tage mit guter Musik und spektakulären Live-Shows sowie unbequemen Zelten und wenig nahrhaftem Essen, dafür einer Menge alkoholischer Getränke, dem Alltag zu entfliehen. Und das trotz stetig steigender Ticketpreise. Doch woran liegt es eigentlich, dass Festivals immer teurer werden? Wir klären dich auf!

Das sind die Ticketpreise der beliebtesten Festivals 2019  

Während das weltberühmte Tomorrowland in Belgien für drei Tage mindestens 293 Euro kostet, sind Besucher der Fusion mit 145 Euro für fünf Tage noch sehr gut bedient. Doch gerade Besucher, die regelmäßig auf Festivals fahren, werden eines bemerkt haben: die Ticketpreise steigen nahezu jedes Jahr an. Der „European Festival Report 2018“ berichtet, dass rund die Hälfte aller untersuchten Festivals im Jahr 2018 Ihre Ticketpreise im Vergleich zum Vorjahr anheben mussten.

Für die Festival-Highlights 2019 wird eine ähnliche Entwicklung erwartet. Besonders deutlich wird die Preissteigerung beim berühmten Metal-Festival Wacken. Während im Jahre 2002 ein Ticket noch für 50 Euro zu haben war, kostete es 2011 bereits 120 Euro. Und auch 2019 konnte ein Ticketpreis von stolzen 220 Euro die Metal-Jünger nicht davon abhalten, zu zehntausenden in die norddeutsche Provinz zu pilgern. Diese Preisentwicklung findet übrigens nicht nur in Deutschland statt, auch internationale Festivals sind davon betroffen.

Warum werden die Festivals immer teurer?

Die Gründe für die stetige Teuerung der Ticketpreise sind vielschichtig. Zum einen liegt es an der ganz normalen Preisentwicklung (Inflation), d.h. alle Dinge werden im Laufe der Zeit teuer. Demnach steigen auch die Kosten für die Veranstalter, die ihrerseits die Kosten für Anmietung der Flächen, Verpflegung der Crew und der Künstler, Sicherheitsdienst, Auf- und Abbau sowie die gesamte Logistik und noch viele weitere Kosten decken müssen. Insbesondere die Kosten für die Sicherheit sind in den letzten Jahren aufgrund der steigenden Terrorgefahr enorm angestiegen. Doch dies macht nur einen kleinen Teil der stetigen Preiserhöhungen aus.

Spotify und Co. verteuern die Festivals

Im Gegensatz zu früher können und wollen die meisten Künstler nicht mehr allein vom Verkauf ihrer Platten leben. Daran ist vor allem die günstige und oftmals kostenlose Verfügbarkeit von Musik im Internet schuld. Nach offiziellen Angaben machen Musikveranstaltungen, also Konzerte und Festivals, heute rund 70% der gesamten Einnahmen der Musikbranche aus.

Zum anderen erwarten die Besucher aber auch immer bessere und spektakulärere Shows auf den Festivals. Ein einfaches Feuerwerk am Abschlusstag reicht heutzutage nicht mehr aus, um die Besucher anzulocken. Je aufwendiger die Show, desto kostspieliger ist sie auch. Diese Kosten werden natürlich auf die Besucher umgelegt.

Doch nicht nur die Shows, auch das Rahmenprogramm wird stetig erweitert, um sich von anderen Festivals abzuheben. Während ein Festivalgelände früher aus einem Bühnenbereich mit angeschlossenem Zeltplatz bestand, gleicht es heute einer wahren Vergnügungsstadt mit Riesenrad, Einkaufsmöglichkeiten, zahlreichen Nebenbühnen, Badelandschaften und zahlreichen Nebenbeschäftigungen. Dieses Rund-um-Entertainment hat natürlich seinen Preis.

Spitze des Eisbergs fast erreicht „Jedes Jahr geben Festivalbesucher ein halbes Vermögen für Festivalbesuche.“, verrät Noah Lange von FITFORMONEY. Doch selbst Branchenkenner gehen davon aus, dass die Preisspirale sich nicht ewig weiterdrehen kann. Insidern zufolge werde es zwar auch in der Zukunft noch weitere Preiserhöhungen geben, allerdings nicht mehr in einem so extremen Maße wie in den letzten Jahren.

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