Die ostfriesische Oi-Band mO!n veröffentlicht mit “Unsere Strassen” ihre erste 7″-EP. Dem Pressure Magazine standen sie Rede und Antwort.

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Die ostfriesische Oi-Band mO!n veröffentlicht mit “Unsere Strassen” ihre erste 7″-EP. Dem Pressure Magazine standen sie Rede und Antwort.

 


Hallo zusammen, stellt euch kurz vor bitte.

Flo: Ich bin Flo und Gitarrist bei mO!n.
Markus: Ich heisse Markus und spiel Schlagzeug.
Marko: Ich bin Marko, der Sänger von mO!n. Ausserdem gibt es da noch Lars an der Gitarre und Carsten am Bass, die beide heute leider nicht dabei sein können.

 

Wie ist mO!n entstanden?

Marko: Das war an dem Tag, als ein guter Freund von uns Emden verlassen und nach Brasilien auswandern wollte. Wie es oftmals so ist, entstand die Idee aus einer Bierlaune heraus. Der Name stand schnell fest, wir wollten unbedingt das “oi” im Namen haben, so ganz traditionell quasi – ausserdem sollte es irgendwas regionales sein! Es standen zwei Namen zur Auswahl, einmal TeebOitelz und dann eben mO!n, da haben wir uns für die halbwegs seriösere Variante entschieden.

 

Wie bereits erwähnt, spielt ihr Oi-Punk – um was geht es in euren Texten?

Marko: In erster Linie machen wir Musik, um Spass zu haben, dem entsprechend soll man unsere Texte mitgröhlen und ordentlich feiern können. Aber darauf wollen wir uns auch nicht festnageln lassen.
Flo: Wir schreiben Texte, die mitten aus dem Leben gegriffen sind, aus dem Leben der Arbeiterklasse, in der Woche Stress und am Wochenende Party. Oft bringen wir ein bisschen Ironie und Sarkasmus mit hinein, man muss ja nicht immer alles so ernst nehmen im Leben, sonst gehst du auch irgendwann kaputt.
Marko: Ja, der Spass steht schon bei uns immer im Vordergrund, trotzdem ist es nicht auszuschliessen, dass wir auch mal an Themen ernster herangehen, wenn es uns sehr am Herzen liegt und wir halt Bock drauf haben.
Markus: Es geht oft um Ostfriesland…Punkt!
Marko: Es gab bisher hier in der Region keine oder wenig Oi!-Musik und das war auch unser Anliegen, in die Lücke reinzustoßen und Musik für die Szene zu machen. Für Menschen, die sich damit identifizieren können. In Ostfriesland gibt es nunmal nicht jedes Wochenende geile Konzerte, wo sich die Leute treffen und ihre Subkultur feiern können, da ist es umso wichtiger, dass man zusammenhält und gemeinsam was auf die Beine stellt. Wenn wir ein Album machen, werden sicherlich auch ernste Themen darauf behandelt, aber man kann solche Sachen ja auch mit einem Augenzwinkern betrachten, wie zum Beispiel in unserem Song “Eichenliebe”.

 

Stichwort Szene – wie ist die Oi!-Szene in Ostfriesland?

Marko: Klein!
Flo: Man kennt sich.
Marko: Die meisten Leute kennt man zumindest vom Sehen, mit Einigen ist man befreundet. Es gibt leider wenige Orte, an dem Oi!-Konzerte stattfinden. Leider hat zudem noch ein Laden in Emden zugemacht, der quasi ein wichtiger Anlaufpunkt war, dadurch finden noch weniger Konzerte statt. Es hat sich sehr verlaufen und man sieht sich oft nur noch zufällig. Und das die Szene zusammen hält, ist leider auch nicht immer der Fall – nur teilweise! Das ist natürlich schade weil gerade diese Szene ständig dem Druck von aussen ausgesetzt ist und es daher umso wichtiger wäre, gemeinsam den Ball hochzuhalten.

 

Video: “mO!n – mO!n”

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Wann erscheint eure EP “Unsere Strassen”?

Flo: Digital ist sie bereits erschienen, über Klabautermann Records. Demnächst wird es noch eine limitierte Auflage als 7 Inch geben, ein Datum steht leider noch nicht fest.

 

Die EP erscheint, wie bereits kurz angeschnitten, beim ostfriesischen Label Klabautermann Records. Wie kam es zur Zusammenarbeit?

Marko: Wir wurden irgendwann mal angeschrieben, ob wir ein Interview bei Radio Ostfriesland geben möchten. Das hat uns zu dem Zeitpunkt ganz schön gewundert, weil wir gerade unser erstes Demo aufgenommen hatten und nicht gedacht hätten, dass uns schon Leute auf dem Schirm haben. Wir haben dann natürlich spontan zugesagt und haben dann dort den Labelchef Karsten kennengelernt, der uns direkt fragte, ob wir Bock hätten zwei Songs zu einem Labelsampler beizusteuern. So ist dann der Kontakt entstanden, man hat sich viel über Musik und Subkultur unterhalten und festgestellt, dass es da eine Menge Parallelen bei unseren Ansichten gibt. Anfangs waren wir noch ein bisschen skeptisch, ob es schon der richtige Zeitpunkt für uns wäre und ob wir überhaupt mit einem Label zusammen arbeiten wollen, weil uns der Independent Aspekt sehr wichtig ist. Als Band war es dann aber genau das Richtige, wir fühlen uns sehr wohl! Das Label versucht, regionale Bands und die Szene zu pushen, das gefällt uns und ist quasi auch genau unser Anliegen.

“Unsere Strassen”, gibt es eine Paralle zum Song der Krawallbrüder?

Marko: Nein, ich kannte den Song bis vor kurzem gar nicht – das ist tatsächlich purer Zufall!
Flo: Ich kenn den Song immernoch nicht.

 

Habt ihr als Band musikalische Vorbilder?

Flo: Generell nicht, die Einflüsse kommen aus der gesamten Musikrichtung.
Marko: Daher, dass wir alle aus verschiedenen Musikgenres kommen und auch keine Angst vor anderer Musik haben, kann uns eigentlich alles beeinflussen. Wir sind definitiv keine Musiknazis.

Gibt es konkrete Planungen für ein Album?

Marko: Wir haben schon angefangen, an neuen Songs zu arbeiten. Wir wollen gerne ein Album aufnehmen und das steht auch an – aber wann es veröffentlicht wird, wissen wir nicht. Wir wollen gerne Ende des Jahres ins Studio und denken, das ist auch realistisch.

 

Wie sieht es Konzert-technisch bei euch aus?

Flo: Wir wollen in Zukunft auch gerne ausserhalb Ostfrieslands mehr Konzerte spielen und versuchen, uns auch überregional einen Namen zu machen.

 

Gibt es noch weitere Pläne?

Marko: Album ist ein Plan, Konzerte ist ein Plan und die Weltherrschaft ist ein Plan.

 

Abschließende Worte?

Marko: Vielen Dank für das Interview. Natürlich auch vielen Dank an die Leute, die uns supporten, unsere Musik hören und dazu feiern und saufen können. Wir freuen uns, wenn es noch mehr werden und wir zusammen eine geile Zeit haben können.

 

Interview von Florian Puschke im April 2013