Die Koblenzer Alternative Rocker BLIND veröffentlichten am 17.09.2010 ihr neues Album “The Fire Remains” über ihr eigenes Label Blindrecords. Wir nahmen diese Gelegenheit zum Anlass und befragten Fabian zur neuen Scheibe, dem bandeigenen Label und über die Zukunftspläne der jungen Combo.

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Die Rockband BLIND veröffentlichte am 17.09.2010 ihr neues Album “The Fire Remains” über ihr eigenes Label Blindrecords. Katina nahm diese Gelegenheit zum Anlass und befragte Fabian zur neuen Scheibe, dem bandeigenen Label und über die Zukunftspläne der jungen Combo.

 

 

 

Pressure Magazine: Hallo Fabian, magst du – für alle die Euch noch nicht kennen – kurz Eure Musik beschreiben und erzählen, warum Ihr Euch gerade für “Blind” als Bandnamen entschieden habt?

 

Blind: Hi Katina. Ich würde unsere Musik einfach als handgemachte Rockmusik bezeichnen. Wir kommen musikalisch aus verschiedenen Richtungen der Rockmusik – Alternative, Grunge, Metal, Crossover … so klingt auch unsere Platte, von schnellen Songs über harte Riffs bis hin zur Ballade wirst du bei BLIND alles finden, deshalb ist es ziemlich schwer, die Musikrichtung weiter einzugrenzen.

Zu unserem Bandnamen gibt es leider keine wilde Geschichte, außer, dass er uns schon sehr lange begleitet. Wir hatten in unserem damaligen Proberaum eine Liste mit Bandnamen und als es dann 1996 zum ersten Auftritt kam brauchten wir einen Namen. Wir sind die Liste durchgegangen, BLIND war kurz, prägnant und plakativ, deshalb haben wir uns dafür entschieden … ich glaube die anderen Namen waren aber auch extremer Mist 😉

 

Pressure Magazine: Euer aktuelles Album “The Fire Remains” erschien am 17. September, was noch relativ frisch ist. Wie ist das Feedback bisher und von welchem “Feuer” sprecht Ihr genau?

 

Blind: Die Resonanz ist echt super. Wir haben für das Album 90 Songs geschrieben und dann am Ende einfach ausgewählt, was uns persönlich am besten gefallen haben, ohne dabei auf irgendein Image oder Kommerzialität zu achten. Ich glaube das hat dem Album sehr gut getan und macht es sehr abwechslungsreich.

Das Feuer ist unser eigenes Feuer, unsere Leidenschaft für die Musik und diese Band! Wir haben in den letzten beiden Jahren so viel durchgemacht mit Majordeal, dann wurde das Label eine Woche nach der Veröffentlichung unseres Debüt-Albums dicht gemacht, Trennung vom Management, Trennung von der Booking-Agentur … ich glaube viele andere Bands gäbe es da heute nicht mehr.

Für uns aber war das gar keine Frage, wir haben im Proberaum kurz darüber gesprochen wie wir weiter machen, jemand brachte den Einwurf „selber machen“ und alle waren sofort Feuer und Flamme.

 

 

Pressure Magazine: Euer gleichnamiges Debüt-Album verzeichnete beachtliche Verkaufszahlen und wurde damals beim Label Virgin veröffentlicht. Mittlerweile habt Ihr ein eigenes Label gegründet. Warum?

 

Blind: Es war wohl ein Mix aus beidem. Die EMI kam mit der Vertragsverlängerung nicht aus dem Quark, da haben wir’s halt selbst gemacht. Unsere Band gab es ja auch schon viele Jahre vor dem Deal, von daher war es für uns nichts neues gewisse Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Und als die Idee erst mal im Raum stand ging es auch schon Schlag auf Schlag und alle waren extrem engagiert bei der Sache.

 

Pressure Magazine: Dient das Label ausschließlich Eurer eigenen Band oder plant Ihr womöglich auch andere Bands unter Vertrag zu nehmen?

 

Blind: Eigentlich war das Label tatsächlich nur für unsere eigene Band geplant. Mittlerweile ergeben sich aber immer mehr Möglichkeiten und wir arbeiten schon an entsprechenden Ideen für zwei weitere Bands die wir voraussichtlich Anfang 2011 über unser Label veröffentlichen werden.

 

Pressure Magazine: Jetzt, wo Ihr alles selbst erledigen und organisieren müsst, ist man plötzlich verständnisvoller für etwaige Probleme (siehe Majors), was ist der nervenaufreibenste Job dabei und habt Ihr keine Zweifel daran, dass die musikalische Kreativität bei all dem Business zu kurz kommen könnte?

 

Blind: Ja, tatsächlich sieht man die Dinge nun manchmal etwas anders, trotzdem ist die Arbeit in einem kleinen Indie-Label wie wir es sind schon etwas ganz anderes als das was bei einem großen weltweiten Major-Konzert läuft.

Das schwierigste ist sicherlich, dass man neben den vielen Freiheiten auch alle Konsequenzen der eigenen Entscheidungen tragen muss, das ist dann schon eine große Verantwortung die man da auf seinen Schultern trägt.

An Kreativität mangelt es uns sicherlich nicht, wir haben ja wie gesagt für das neue Album 90 neue Songs geschrieben. Wenn wir zuhause am Computer sitzen machen wir Plattenfirma und im Proberaum machen wir Musik – das haben wir eigentlich ganz gut im Griff.

 

Pressure Magazine: Außerdem seid Ihr jetzt nicht nur Band und Labelbosse in einem, sondern habt auch Eurer Musikvideo zur Single “Don’t Think So” in Eigenregie produziert. Wie wichtig ist Euch Kontrolle über die eigene Musik und Eure Arbeit und woher “könnt” Ihr das?

 

Blind: Natürlich sind wir Multitalente ;-). Nein, im Ernst, wir haben uns das alles selbst beigebracht, jeder hat seinen Bereich in dem er sich einbringt. Gunnar hat vor knapp zwei Jahren angefangen sich mit dem Thema Video zu beschäftigen und hat da echt ein Händchen für. Übrigens sind ja auch alle Fotos im Booklet von Steve, er hat vor einiger Zeit die Lomographie für sich entdeckt.

Wir sind jetzt nicht die Kontroll-Futzis, aber es ist uns schon wichtig zu wissen was abgeht und na klar wollen wir selbst entscheiden was für Musik wir machen und wie unsere Songs klingen.

 

Pressure Magazine: Ihr habt auch für Euer zweites Werk “The Fire Remains” mit Produzent Vincent Sorg gearbeitet. War das Zufall oder bewusst und wie ist die Zusammenarbeit zwischen Blind und Sorg im Studio?

 

Blind: Wir haben uns ganz bewusst wieder für Vincent entschieden. Für uns ist es wichtig einen Außenstehenden zu haben, der die Songs nicht wie wir schon tausendmal gehört hat und da ist Vince für uns genau der richtige, er hat einen guten Blick für das Wesentliche.

Der Umgang mit Kritik ist mal so mal so. Es wird diskutiert, hin und wieder fliegen auch mal die Fetzen – das gehört aber auch dazu. Wir wollen alle das Beste geben, da eckt man auch mal an, solange da alle professionell mit umgehend funktioniert das auch ganz gut. Meistens liegen wir mit unseren Meinungen aber auch gar nicht so weit auseinander.

 

Pressure Magazine: Gibt es einen Blind-Song, den Ihr besonders gern auf Konzerten spielt oder den Eure Fans “einfordern”?

 

Blind: Unsere Fans wollten, gerade in der Zeit so kurz vor dem Album, natürlich Songs vom neuen Album hören. Bei uns selbst ist das eigentlich immer ganz unterschiedlich, ich persönlich freue mich gerade auf „Don’t Think So“ und „Time Is Running Out“, aber auch auf „Ordinary Day“ vom ersten Album, den haben wir nach langer Zeit erst kürzlich wieder im Programm genommen.

 

Pressure Magazine: Steve, von Dir stammt das Statement “Keine Standards mehr…”. Sprichst Du von musikalisch/stilistischen Standards, von wenig künstlerischer Risikobereitschaft? Und warum “keine mehr? Waren Blind zuvor denn Standard?

 

Blind: „Keine Standards mehr …“ war eigentlich ein stetiger Begleiter während der Produktion von „The Fire Remains“. Wir haben das auf alle Bereiche angewendet, denn viel zu oft rutscht man in alte festgefahrene Strukturen, aus von denen wir uns bei diesem Album definitiv frei machen wollten. Wir wollten uns ganz bewusst keine musikalischen oder soundlichen Einschränkungen machen.

 

Pressure Magazine: Was für einen Umgang pflegt Ihr mit Euren Fans?

 

Blind: Wir sind da eigentlich sehr engagiert, gerade heute haben wir unsere neue Streetteam Website gestartet über die wir sehr engen Kontakt zu unseren Fans haben. Aber auch live gehen wir nach dem Konzert immer gerne noch zu den Leuten und sprechen mit ihnen über die Show, über’s Album – hin und wieder bekommen wir auch nette Geschenke, beim letzten Konzert in Dülmen gab es für alle „BLIND Amerikaner“ sehr lecker!

 

Pressure Magazine: Wenn man wie Ihr bereits mit international bekannten Bands wie Limp Bizkit oder den Toten Hosen getourt ist, hat man dann als Band das Gefühl “Ja, jetzt haben wirs geschafft!”?

 

Blind: Oh je … ich weiß gar nicht wie oft wir schon das Gefühl hatten „jetzt haben wir’s geschafft“, haha. Als Musiker ist man ja auch ein Träumer, da denkt man das zu jeder Gelegenheit. Und nirgends anders als im Musikbereich wird man so oft enttäuscht, das gehört schon fast zum Tagesgeschäft.

Ich glaube aber, dass das auch der Antrieb für uns ist. Wir wollen es uns immer noch beweisen, wir wollen es immer noch schaffen und der Traum vom Headliner bei Rock am Ring ist auch noch nicht abgeschrieben 😉 Man muss halt lernen mit Enttäuschungen um zu gehen und sich realistische Ziele stecken … zumindest realistische Zwischenziele.

 

Pressure Magazine: Für welche Band hat der Support und das gemeinsame Touren am meisten Spaß gemacht und warum?

 

Blind: Das kann man gar nicht so genau sagen, es war immer ganz unterschiedlich aber immer nett. Mit Limp Bizkit, das war natürlich was ganz besonderes, weil wir da noch sehr am Anfang standen und Limp Bizkit eine der größten Bands der Welt sind … das ist dann schon geil mit so einer Band gemeinsam die Bühne zu teilen.

 

Pressure Magazine: Nach welchen Kriterien suchen Blind denn ihre eigene Supportband aus?

 

Blind: Bisher hatten wir ja nur zwei Supportbands. Livingston sind einfach eine der besten Bands die ich kenne und ich glaube sie haben eine große Zukunft vor sich. Wir sind sehr froh, dass wir den Weg dieser Band ein Stück mitgehen durften.

 

Auf der zweiten Tour waren wir mit Illectronic Rock unterwegs, auch eine gute Band und vor allem die Partys nach den Konzerten waren sehr ausgiebig.

 

Pressure Magazine: Habt Ihr je darüber nachgedacht in Eurer Muttersprache zu singen? Oder kam das nie in Frage? Wenn ja, warum nicht?

 

Blind: Bisher haben wir das noch nicht gemacht. Wir hatten mal einige Ideen in Deutsch, das ist aber nicht so richtig unser Ding. Unsere Vorbilder sind nun mal amerikanische Rockbands, die sind der Grund warum wir damals angefangen haben Musik zu machen und eine Band zu gründen. Wir wollen aber nicht ausschließen irgendwann auch mal einen Song in Deutsch zu machen.

 

Pressure Magazine: Ihr spielt bis Ende des Jahres Konzerte. Wie würdet Ihr eine typische Live-Show von Blind beschreiben, was macht Eure Konzerte vielleicht besonders/anders?

 

Blind: Ja, wir spielen Ende des Jahres eine eigene Tour und natürlich werden wir den Leuten einen unvergesslichen Abend bescheren. Wir werden viele Songs vom neuen Album spielen, da wir aber noch keine zehn Alben veröffentlicht haben können wir auch viele Songs vom ersten Album spielen, es wird also ein perfekter Mix.

Wir bemühen uns gerade um eine gute Supportband, vielleicht werden wir auch jungen lokalen Bands die Chance geben aufzutreten, mal sehen. Auf jeden Fall werden wir uns auch was die Bühnenshow angeht wieder etwas Besonderes einfallen lassen, dazu will ich aber noch nicht zu viel verraten 😉 aber das Ticket wird sich lohnen.

 

Kurz vor Weihnachten werden wird dann übrigens auch noch zusammen mit DIE HAPPY unterwegs sein, das wird riesig, wir kennen die Band schon seit Beginn unserer Karriere, wir haben ihnen viel zu verdanken und es sind über die Jahre richtige Freunde geworden. Das neue DIE HAPPY Album erscheint übrigens am 24.09.2010, das sollte man sich am besten direkt zusammen mit dem neuen BLIND Album besorgen.

 

Pressure Magazine: Wie geht es weiter mit Blind? Gibt es feste Ziele, Träume, Wünsche?

 

Blind: Ohje, Träume haben wir viele. Ich glaube als Musiker muss man gleichzeitig auch ein Träumer sein. Auch wenn es einem völlig unrealistisch erscheint haben wir zum Beispiel den Traum vom Headliner bei Rock am Ring nie wirklich aufgegeben. Das finde ich eigentlich ganz gut, solange man die Realität nicht aus den Augen verliert und sich erreichbare Zwischenziele steckt.

 

Unsere aktuelle Single „Teenage Dreams“ befasst sich ja übrigens mit genau diesem Thema.

 

Pressure Magazine: Vielen Dank für das Interview. Wir wünschen Euch viel Erfolg mit “The Fire Remains”!

 

Blind: Vielen Dank und hört euch unser Album „The Fire Remains“ an, es ist echt ein tolles Album geworden und auch ein Besuch auf unserer Tour wird sich definitiv lohnen.

 

Interview von Katina K. via E-Mail

 

 

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Mehr zu BLIND:

 

Offizielle Webseite: www.blindpage.de

 

 

BLIND Tourdaten 2010

 

03.12. Witten
04.12. München
06.12. Köln, Underground
09.12. Frankfurt a.M.
10.12. Greven
11.12. Willhelmshaven
12.12. Hamburg
13.12. Koblenz

 

ON TOUR MIT DIE HAPPY (Blind als Support):

14.12. Saarbrücken

15.12. Paderborn

16.12. Stuttgart

17.12. Aschaffenburg

18.12. Dresden

 

Fotos: Blind / Blindrecords