Castlevania gehört zu jenen Spieleserien, die jedem Zocker ein Begriff sein dürften. Mit “Lords of Shadow” kehrt die “Castlavania”-Sage zurück und setzt die Messlatte für künftige Action-Adventures somit auch gleich ein ordentliches Stück höher.

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Castlevania gehört zu jenen Spieleserien, die jedem Zocker ein Begriff sein dürften. Schließlich haben die Abenteuer der Belmont-Familie, die seit mehreren Dekaden auf allen erdenklichen Konsolen und Plattformen gegen untote und vampirische Gegner zu Felde ziehen, nicht umsonst Videospielgeschichte geschrieben.

 

 

Allerdings ist es nicht wie mit Single Malt Whisky, sondern eher wie mit manchen Bands: Kommen sie in die Jahre, werden sie nicht unbedingt besser. Im Falle Castlevania ist – schlimmer noch – sogar die letzten Jahre über ein merklicher Verlust an Qualität zu beklagen gewesen. Der derart merklich war, dass mit einem so fulminanten Neustart der Serie vermutlich niemand gerechnet hätte. Aber genau das ist passiert – und vor uns liegt das größte Abenteuer des Jahres.

Worum geht’s?

 

Unser Held will seine ermordete Liebste wieder zum Leben erwecken, in dem er den Bösen den Garaus macht. Kennt man irgendwoher? Ja, “Shadow of the Colossus” wird im Verlauf dieses Tests noch das eine oder andere Mal grüßen. Drei Teile muss er den dunklen Mächten entreißen, um damit die Maske der “Lords of Shadow” zusammenzusetzen. Dass diese kein Interesse daran haben, ihre Macht abzugeben, versteht sich von selbst und so dreschen wir uns durch Horden von Gegnern, um am Ende nach grandiosen Bossfights dem Ziel ein Stückchen näher zu kommen.

 

 

Die Waffen? Wie immer schon eine Peitsche, mit der sich allerhand Combos und Tricks ausführen lassen, vom Schwung über den Abgrund bis zum Dauerdreschen oder Rundumschlag. Neu hinzugekommen ist das Kreuz, das Stück für Stück mit neuen Fähigkeiten versehen wird und ebenfalls als mächtige Waffe dient. Selbst als Pflock wird das Teil eine gute Figur machen, im späteren Spielverlauf dann. Bis dahin lernen wir schnell erste Combos, dazu aber auch Abwehrtechniken. Denn das hier ist kein Button-Smasher, wo jener gewinnt, der am Schnellsten die X- oder Y-Teste drückt. Hier ist taktischer Tiefgang mit an Bord, wer hier nicht ausweicht, klug angreift, rechtzeitig in Deckung geht und die später hinzukommenden Magie-Fähigkeiten klug einsetzt, versagt spätestens bei den Bossgegnern.

 

Geht’s ab?

 

Und die sind mächtig. Verdammt mächtig sogar. Los geht es mit einem Eistitanen, der nicht grundlos an “Shadow of the Colossus” erinnert und auf ganz ähnliche Art besiegt wird: erklimmen, Schwachpunkt suchen, zuschlagen, weiterklettern. Ein Balanceakt, der in Verbindung mit dem Soundtrack einen beispiellosen Spannungsbogen entwickelt. Überhaupt: Der Sound ist nicht fett, sondern für das ganze Genre absolut repräsentativ bis wegweisend. Was uns dieses Game um die Ohren haut, sucht seinesgleichen, der Score ist von einer epischen Tragweite, die selbst einen Conan-Soundtrack (genial komponiert von Basil Pouledouris) kraftlos aussehen lässt. Action? Leinwandreif!

Und abwechslungsreich noch dazu: Denn in bester “God of War”-Manier gibt es neue Combos zu kaufen und erlernen, neue Fähigkeiten wie Handschuhe, Stiefel und später sogar Engelsschwingen, neue Magie-Angriffe und und und. Die Auswahl erschlägt erst einmal, doch mit der Zeit spezialisiert man sich ein wenig, findet heraus, welche Richtung am besten passt und schlägt einen entsprechenden Weg ein. Bis dahin vergehen gut und gerne zehn Stunden, denn neben den Kämpfen beschäftigen uns noch Sprung- und Klettereinlagen sowie diverse Rätsel, die nicht immer leicht zu knacken sind (schön: auf Verlangen bekommen wir die Lösung präsentiert, dafür aber keine Bonuspunkte für das selbständige Knacken der Herausforderungen).

 

 

Und dann die Aufforderung “Bitte legen Sie DVD 2 ein”. Richtig: Das hier ist so groß, dass Xbox 360-Zocker gleich zwei Datenträger bekommen. Und locker 25 Stunden Action, bis der Abspann über den Screen flimmert. Diese zeichnet sich neben dem taktischen Tiefgang auch durch sehr abwechslungsreiche Settings aus: Von verschlafenen Dörfern über winterliche Hexen-Festungen bis in die Untiefen der Hölle selbst. Bossfights von Lykaner-Fürsten über Vampire, Höllen-Köche und selbst hin zu… nun, wir verraten mal nicht zuviel. Nur das: Was hier auf den Bildschirm gezaubert wird, langweilt zu keiner Sekunde. Im Gegenteil: Oft möchte man einfach nur stehen bleiben und die imposante Welt um einen herum stundenlang bestaunen, ehe man weiterzieht. Da stört es auch kaum, dass das Leveldesign sehr linear ausgefallen ist, man den vorbestimmten Pfad nicht verlassen kann und selbst ein Sprung etwa in angrenzende Sträucher nicht möglich ist. Ein wenig mehr Offenheit wäre wünschenswert gewesen, klar, aber damit können vergleichbare Titel – genannt seien neben “God of War” auch “Darksiders”, “Bayonetta” oder “Dante’s Inferno” – ebensowenig dienen.

Was rockt

Eigentlich alles. Sound und Grafik sind top, die Level wunderschön und detailverliebt gestaltet, die Fights anspruchsvoll, die Lernkurve im Spiel ebenso. Egal was man richtig machen kann in einem Game – hier wurde es richtig gemacht. Größter Pluspunkt bleibt der gigantische Umfang des Spiels: Denn hat man es erst einmal durch, schaltet sich neben einem lustigen Goodie (Stichwort: Snake) noch ein härterer Schwierigkeitsgrad frei, zudem können die jeweiligen Kapitel nochmals mit bestimmten Vorgaben – “Missionen” genannt – erledigt werden. Das spornt zusätzlich an.

Was nicht rockt

Abseits der erwähnten Linearität wenig. Manch ein Spieler hätte sich vielleicht eine Eindeutschung der Dialoge gewünscht statt der vorhandenen Untertitel, doch viele dürften mit den englischen Originalsprechern weitaus glücklicher sein.

Fazit

Kaufen. Aber unbedingt. Die “Castlavania”-Sage ist nicht nur zurück, sondern setzt die Messlatte für künftige Action-Adventures auch gleich mal ein ordentliches Stück höher. Der Sprung in die dritte Dimension ist – nach einigen arg missglückten Vorgängern – endlich gelungen und das in einem derart überzeugenden Maße, das hier gar nicht weiter drum rum gelabert werden muss. Das Teil gehört in jeden gutsortierten Zockerhaushalt wie Tiefkühlpizza und Cola in 1,5-Liter Flaschen. Basta.

Systeme: Xbox 360, PS3

Publisher: Konami
USK: Ab 16 Jahren
Preis: 50 bis 60 Euro

 


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