Label: Roadrunner Records (Warner)
Veröffentlichung: 29.04.2011

Slipknot, Korn und Machine Head sind die großen Aushängeschilder des Labels Roadrunner Records. Ohrenbetäubend laut, düster. Musik von vermeintlich bösen Jungs eben. Die Band Young the Giant reiht sich nun auch in die Riege der Bad Boys ein, denn sie gehören nun auch zum Inventar der Roadrunner. Doch grimmig sehen die Jungs nicht aus. Keine Zottelhaare oder gar grausige Masken zieren ihre jungen Gesichter. Im neusten Video „Apartment“ stehen sie stattdessen auf einer idyllischen Hügellandschaft, klimpern auf ihren Gitarren und Leadsänger Sameer Gadhia schließt beim Singen gefühlvoll die Augen. Keine Bad Boys, eher so die Sorte Jungs, die Mädchen als „süß“ bezeichnen. Stellt sich also die Frage, wie die Band es dann zum Label geschafft hat. Entweder die Jungs haben verdammt gute Beziehungen oder haben einen verdammt guten Sound.

 

Ihr Debütalbum ist nun auch in Deutschland erschienen und trägt schlicht den Bandnamen als Titel. Die Band hat sich 2004 in Kalifornien gegründet, damals noch unter dem Namen „The Jakes“. Produziert wurde „Young the Giant“ von Joe Chiccarelli, der schon mit The White Stripes und My Morning Jacket zusammengearbeitet hat. Die Band präsentiert auf ihrem Debütalbum zwölf fröhlich unbeschwerte Folk-Rock-Songs. Sameer Gahias Stimme ähnelt der von Paolo Nutini, nur etwas weniger kratzig. Und der Sound erinnert phasenweise an die Kings of Leon ohne deren Pathos. Die Themen Herz- und Weltschmerz werden auf 50 Minuten intensiv behandelt. „I could never hold you“ oder “Life’s too short to even care at all, I’m losing my mind “.

 

Bei „My body“ und „St. Walker“ kommt etwas mehr Schwung und Elan auf. Beim ruhigen und entspannten „Islands“ kann Gahia seinen ganzen Kummer herausheulen. Sicherlich waren seine Augen auch bei den kompletten Aufnahmen geschlossen. Man möchte fast eine Träne verdrücken. Insgesamt schafft es das Debüt jedoch nicht wirklich zu überzeugen und der optische erste Eindruck bestätigt sich leider. Die Songs sind zu zurückhaltend, zu nett und ein wirklicher Hit ist auch nicht dabei. Auch wenn an dieser Stelle lobend erwähnt werden sollte, dass die Platte komplett live eingespielt wurde. Zudem sind die Jungs auch gerade mal Anfang zwanzig und es ist ihre erste Platte. Da besteht noch Hoffnung für das nächste Mal. Vielleicht schauen sie sich das ein oder andere bei ihren etablierten Labelkollegen ja ab. Nur bitte nicht bei Nickelback.

 

Review von Jill Wagner

 

Video: Young The Giant – „Apartment“

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Wertung: 0=3 Sterne

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