V/A – Make Capitalism History

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Label: Fire And Flames
Veröffentlichung: Dezember 2006

Grundsätzlich bin ich schon dafür, nicht alles hinzunehmen und ohne nachzudenken zu akzeptieren, was man gesagt bekommt. Leider hat sich erwiesen, dass die meisten, die zum Demonstrieren nach Heiligendamm gefahren sind, keine Ahnung haben, was bei einem G8-Gipfel tatsächlich passiert. Vor allem die Kapitalismuskritik im Zusammenhang mit dem vorliegenden Sampler finde ich etwas verlogen. Aber nunja, das soll nicht Thema dieser Review sein. Es geht allein um die CD. Hier versammeln sich 20 Bands aus verschiedenen Ländern und bieten über 70 Minuten Musik aus den Bereichen Ska, Punk und anderes. Das Booklet informiert in einem Text über den Gipfel und erscheint in 6 Sprachen (Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch, Dänisch und Polnisch). Die Platte wurde zur Unterstützung und Finanzierung der Mobilisierung gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm im Juni 2007 auf den Markt geworfen. Wie das bei einem Verkaufspreis von 8 Euro funktioniert, ist mir nicht ganz klar. Der Sampler ist eine Kooperation von Avanti- Projekt, Fire and Flames Music und Lucha Amada. Letzterer hat man zu verdanken, dass viele Bands aus der Mestizo-Szene wie Desechos, Mallacan, Sagarroi, Obrint Pas und Panteon Rococo aus dem südamerikanischen Raum vertreten sind. Weiterhin gibt es Ska-Bands wie Banda Bassotti, aber auch Reggae von Momo und Nikitaman und mit Chaoze One feat. Lotta C ist auch Hip Hop vertreten. Desweiteren gibt’s noch ein paar härtere Sachen von Anti-Flag und Turbostaat. Der Sampler bietet also Abwechslung und einen Überblick über derzeit “politisch korrekte” Bands, die auf Widerstand pochen. Das alleine ist zwar kein Verkaufsargument, aber für 8 Euro kann man sich das schonmal überlegen. Man würde aber auch ohne die Platte überleben.

Wertung: 0=3 Sterne