V/A – Heimatlieder in D-Moll

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Label: Nix Gut
Veröffentlichung: 01.03.2007

Vier Kölner Combos auf einem Sampler über die Rheinmetropole. Das alles auf Nix Gut. Kann das gut gehen? Halten wir uns erst mal an die Fakten: Das Ding kostet im Shop ganze drei Euro, dafür erhält man gegenwärtig eine Schachtel Billigzigaretten, zweieinhalb Liter Super-Benzin oder fast einen dreiviertel Kasten Oettinger Pils (ohne Pfand). Diesen Gegenwert muss der Sampler also erst mal toppen. Schauen wir, ob’s passt. Es sei erwähnt, dass es sich bei den Bands um Inner Conflict, 2LHUD, Supernichts und Raffdat handelt. Jede Combo steuert einen Song bei, das macht vier Songs und stattliche 8:40 Minuten Spielzeit. Los geht’s mit “An der Ecke” von Inner Conflict, was schön an Deadline erinnert, den weiblichen Vocals sei’s gedankt. Die Band kann spielen, man hört’s, freut sich und nach einer schnellen Minute ist der Zauber auch schon vorbei. 2LHUD zeigen dann, dass es sich hier nicht um einen lokalpatriotisch angehauchten Sampler handelt, der Song-Titel “Korrupt Colonia” ist Programm. Ein mehrstimmiger Refrain paart sich mit einem leicht parasozial klingenden Sänger. Heraus kommt ein nicht unbedingt überzeugendes Produkt, das die drei Minuten Spieldauer über so vor sich her dümpelt, aber nicht wirklich kickt. Die eigener Meinung nach “urbanen Asi-Popper” Supernichts bringen’s mit “Scheiße Alaaf” schon besser, machen schön auf Pöbel & Gesocks – und überzeugen immer noch nicht. Bleiben Raffdat, die auf breitestem Kölsch den Song “Bierchiss” zum Besten geben. Korrekt gelesen, da fehlt absichtlich ein “s”, das ist kein Schreibfehler. Cool dran: Das ganze kommt arg Dancehall- und Reggae-lastig rüber, relaxed bis zum Abwinken und breit wie der Punker nach dem knappen dreiviertel Kasten Oettinger. In den hätte er die drei Euro nämlich mal besser investieren sollen, so ein Vollrausch hält länger vor als diese vier Tracks, auch wenn zwei davon durchaus zu gefallen wissen.

Wertung: 0=2 Sterne