Label: Trustkill
Veröffentlichung: 29.07.2007

Es war einmal eine große Metal-Band namens „Pantera“. Die große Metal-Band aus Texas veröffentlichte im Laufe ihrer etwa 20-jährigen Karriere mehrere wegweisende Alben, ohne die es den modernen Metal nicht gäbe, darunter die Werke „Vulgary Display Of Power“ und „Cowboys From Hell“, aber auch „Far Beyond Driven“. Dank derartigen Sounds gibt es den modernen Metal und dank dem modernen Metal gibt es den Metalcore. Dessen Bands sind oftmals bekannter und größer als die mittlerweile legendären „Pantera“, das liegt daran, dass der Metalcore auch bei jüngeren Menschen sehr gut ankommt. Viele dieser Bands genießen deshalb die Verachtung selbsternannter Szene-Moralapostel. Manche dagegen haben sich ihren Erfolg durchaus hart erarbeitet. „Throwdown“ beispielsweise sind seit 1999 unterwegs und haben erst mit dem dritten Album „Haymaker“ wirklich den Durchbruch geschafft. Die Scheibe erschien auf Trustkill und brachte den Kaliforniern unter anderem Auftritte auf dem Ozzfest und der Warped Tour. Warum nun die Erwähnung von „Pantera“? Well, „Throwdown“ legen mit „Venom & Tears“ nun ihr fünftes Studiowerk vor – und klingen darauf mehr denn je nach den Texanern. Eigentlich reicht es, schon einen Song des neuen Albums zu beschreiben, um zu wissen, wohin sich „Throwdown“ die Jahre über entwickelt haben. Fakt ist: Der „Pantera“-Sound, also ultraschnelle Doublebass, Tempowechsel und halbmelodiöses Geshoute, war schon auf „Haymaker“ vorhanden, wenn auch nicht derart präsent. Auf „Venom & Tears“ macht bereits der Opener „Holy Roller“ klar, wohin die Reise geht. Der Track hätte ohne Probleme ein Outtake jeder beliebigen „Pantera“ sein können. „Americana“ lässt gar Spuren von „Soulfly“ erkennen. Dave Peters’ Agressiver, kraftvoller Gesang trifft auf tiefstgestimmte Gitarren, hier gehört schon einiges dazu, um noch das „Core“ aus dem Metalcore rauszuhören. Letztlich findet man die HC-Wurzeln von „Throwdown“ auch weiterhin mehr in den Texten als in der Musik. Noch immer werden religiöse Tendenzen in die Tonne gekickt („Holy Roller“), auch mit dem sXe hat man es weiterhin. Hier taucht dann die Sozialkritik auf, die man aus den 90er-Releases von Bands wie „Sepultura“ oder „Machine Head“ kennt. Kein Wunder, dass man den Song „Propaganda“ von ersteren gecovert hat. Einzig das Instrumental „Cancer“ und das leicht balladeske „I’ll never die a poisened death“ fallen aus diesem Muster heraus. Ansonsten sind „Throwdown“ spätestens 2007 musikalisch im Metal und nicht mehr im HC zuhause. Da die Lyrics jedoch die typischen Themen und Dogmen aus dem Hardcore aufgreifen, kann „Throwdown“ auch durchaus als progressive Band wahrgenommen werden. Und als solche haben die Kalifornier ein verdammt hartes Riffmonster am Start, dass kaum besser produziert sein könnte und letztlich das schwierige Erbe der Texaner würdig antritt. Wer auf Neo-Trashmetal steht, greift hier keinesfalls daneben.

Wertung: 0=5 Sterne

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