Label: Knock Out Records
Veröffentlichung: 25. Mai 2007

The Porters sind zurück und präsentieren uns voller Stolz ihr neuestes Werk “Anywhere but home – Tales of a sailors life”. Es ist erstaunlich, wie sich die Band, die ursprünglich als ein Nebenprojekt verschiedener Musiker der Gruppen 4 Promille, Sondaschule/Emscherkurve 77, Broilers aus dem Boden gestampft wurde, entwickelt hat. Nachdem mir das Zweitlingswerk nun schon den gesamten Nachmittag in den Ohren liegt, stelle ich mir nun allmählich wirklich die Frage, ob die Porters vielleicht nicht doch vor geraumer Zeit einmal in ein riesiges Pint voll Guinness gefallen und so zu solch einem guten traditionellen irischen Sound gelangt sind – wir wissen es nicht, aber ich bleibe an der Sache dran und stütze mich weiterhin auf reine Spekulation und Verschwörungstheorien. Thematisch geht es hier wie in einer Märchenstunde einher: “The Legend of the los 47 sons” erzählt von den wagemutigen Seemannsleuten der “Sally the curse” dem größten Segelschiff aller Zeiten und somit liebevoll als die Königin der Meere besungen. Ebenso nicht zu verachten sind die klassischen Themen über die Mannigfaltigkeit der Liebe oder man sich selbst noch im hohen Alter die Frage stellt: “Will you still love me (if I wet the bed?)”. Und natürlich der unmittelbar damit in Verbindung stehenden bittersüßen Schmerz, welcher mit “Crying in my beer” jäh beendet wird. Während man auf dem Debütalbum ausnahmslos Coverversionen veröffentlichte, beschränkte man sich diesmal auf den Mike Ness Song “Cheating at Solitaire”. Mr. Mike Ness ist ein Unikum, soviel ist unbestritten und The Porters haben hiermit die mit Abstand schönste und melodramatischste Version abgeliefert, das es einem nur so die Nackenhaare aufstellt. Sehr schön natürlich auch wie eingangs erwähnt der Einsatz von tradionellem Musikinstrument, wie Fiddle, Akkordeon, Tin Whistles und Flutes, was sich außergewöhnlich gut in “A ship lost it´s way in the fog”, “The wings of a swallow” macht. Gegen Ende haben es sich die Damen und Herren nicht nehmen lassen noch mal ihre Vielseitigkeit unter Beweis zu stellen und legen mit “Fiesta”, einer Art Irish-Spanischen-Musikmischung noch mal ordentlich eine Schippe auf. Ich für meinen Teil werde The Porters ohne schlechtes Gewissen zwischen meinen Platten der Pogues, Dropkick Murphys und Flogging Molly einreihen können und empfehle zum Genuß der Platte ein Guinness Draught. Doch soweit ist es jetzt noch lange nicht, denn ähnlich wie ein gutes Guinness, will auch eine “Anywhere but home” erst einmal arbeiten und befindet sich aktuell noch im Gärungsprozess. Das fertige Album kommt am 25.05.2007 zusammen mit auf 500 streng limitierte 180 Gramm Vinyl-Schallplatten auf den Markt. Cheers lads!

Wertung: 0=6 Sterne