Label: Eigenvertrieb
Veröffentlichung: 01.10.2006

An potenziellen Onkelz-Nachfolgern mangelt es nicht erst seit dem Split der Band letztes Jahr. Über lange Jahre hinweg wurden die Berliner Troopers gerne mit den Frankfurtern verglichen, was erstere gefrustet mit Textzeilen wie „Onkelz find ich scheiße“ kommentierten. Hinzu gesellen sich ein gutes Dutzend Cover-Bands, die sich auch weiterhin auf jeder Onkelz-Party großer Beliebtheit erfreuen. Das ändert alles jedoch nichts daran, dass nach Vaya Con Tioz nichts mehr kommen wird.
Schwarze Engel gehen in die gleiche Richtung. Im Cover ist zwar von „Neuer Deutscher Härte“ die Rede, nach deren Vorzeigeband Rammstein mögen die vier Mainzer aber nicht so recht klingen. Stattdessen spielt sich musikalisch und textlich das meiste im Bereich „Onkelz um 1990“ ab. Das ist nicht schlecht, aber auch nicht neu. Zu Beginn der Platte sind die eingangs erwähnten Troopers noch allgegenwärtig, Songs wie „Was für eine Nacht“ zünden sicher auch auf der nächsten Oi-Party. Wer nach akustischer Untermalung für das nächste Besäufnis sucht, wird mit „Lasset uns feiern“ prima bedient. Und worum es in „Fussballschlägerei“ geht, erklärt bereits der Titel. Nicht falsch verstehen: Es findet sich neben den üblichen Kandidaten für den Gassenhauer des Jahres auch Sozialkritisches, „Alles oder nichts“ und „Geh deinen Weg“ sind durchaus von einer gewissen Reflektion geprägt. Neu ist diese aber ebenso wenig wie die Texte und Melodien der Schwarzen Engel dazu.
Wer darauf klar kommt, wird mit dem selbst betitelten Debüt sicher seinen Spaß haben. Allemal besser als eine weitere Cover-Band, die, möge sie noch so begnadet sein, die Onkelz nicht wieder lebendig macht.

Wertung: 0=4 Sterne

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