Label: Bridge 9
Veröffentlichung: 19.07.2007

Holla, das ist mal ein Debut vom Besten. „Ruiner“ kommen aus Baltimore und sind seit 2004 aktiv, „Prepare to be let down“ ist neben einer Vorab-Single der erste Output der Band auf dem hochgeschätzen „Bridge 9“-Label, das unter anderem auch „Sick of it all“, „Slapshot“ und „No turning back“ unter Vertrag hat und vor allem für die absolute DIY-Mentalität seines Gründers Chris Wrenn bekannt ist. Obwohl „Ruiner“ dort noch keine Veröffentlichung vorweisen können, hat man allein 2006 über 200 Shows runtergespielt und sich eine ordentliche Fanbasis erarbeitet. Spätestens nach „Prepare to be let down“ sollte selbige schlagartig explodieren. Musikalisch erwarten den geneigten Hörer 12 Stücke bei einer Gesamtspielzeit von weniger als 22 Minuten. In Punkto Tempo, Intensität und Ausrichtung bleiben damit kaum noch Fragen offen: Hardcore alter Schule, schneller, authentisch, ohne großes Gepose oder Zeit für Experimente. Straight in your face oder sonst wohin. Inhaltlich wurde noch im Dezember letzten Jahres von Sänger Rob Sullivan klargemacht, wohin die Reise auf dem Debüt-Werk gehen wird: „Musically this record will be more aggressive, darker and more straight forward than we have ever been. Having faced ups and downs with friendships, heartaches, and criticism. No Apologies will be as personal and honest as we can be.” Vollmundige Ankündigungen, die aber allesamt eingehalten wurden. Schon das düstere, beinahe schwarze Cover-Artwork vermittelt alles andere als Toughguy-Charme. Das hier ist kein weiterer „Terror“-Ableger oder Rumgepose in Unterhemd und breiten Hosen. Hier kommen durchwegs auch Gefühle zur Sprache, Songs wie „Sleepless“ und „The lives we fear“ zeigen das wohl am Eindrucksvollsten. Nach einem kurzen Intro geht es mit „Bottom line: Fuck you“ direkt und ohne Umschweife geradeaus, Songlängen üblicherweise zwischen einer und zwei Minuten. Sullivan kann stimmlich durchaus mit aktuellen Screamo-Größen mithalten, seine vier Mitstreiter verrichten eine absolut glaubwürdige Arbeit an ihren Instrumenten. Am ehesten lassen sich „Ruiner“ noch mit dem Wort „bodenständig“ beschreiben. „Prepare to be let down“ überzeugt, ohne aufdringlich zu wirken, die Scheibe ist einfach gut, hat Ohrwurm-Potenzial und beinhaltet nicht einen einzigen Aussetzer. Das ganze kommt zwar nicht mehr derart Punk-lastig wie die frühen Singles/Splits der Band rüber, das tut der Sache aber keinen Abbruch. „Ruiner“ lassen sich am ehesten noch mit Genre-Größen wie „Comeback Kid“ vergleichen, dennoch können die fünf Musiker aus Baltimore auch ohne große Vergleiche bestehen, dazu ist die Band und ihr Werk eigenständig genug. Wucht und Intensität der Platte sollten dazu beitragen, dass „Ruiner“ schon recht bald nicht mehr als Newcomer-Act wahrgenommen werden.

Wertung: 0=6 Sterne

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