
Wenn es sonst keiner macht – Rantanplan beschenkt sich selbst.
Pünktlich zum 30-jährigen Jubiläum der Band Rantanplan spielte diese ihre Klassiker – vornehmlich jene der ersten beiden Alben – noch einmal neu ein. Bemerkenswert ist dabei, dass das Ganze lediglich in 4 Tagen passierte, somit sind alle eingespielten Songs echte Live-Recordings, produziert von dem in Szenekreisen als legendär bekannten Don Fury, der bereits Alben mit Agnostic Front, Quicksand, Shelter und vielen anderen aufnahm. Der räudige Charme des ungeschliffenen Sounds des neuen Albums „Blast off NY“ liegt außerdem in der Tatsache, dass jedem Rantanplan-Mitglied bei der Aufnahme nur sein eigenes Instrument und ein Mikrofon zur Verfügung stand.
Mit der ersten Singleauskopplung „Thu den Ska“ ehrt Rantanplan endlich jenen Song, der vor 30 Jahren aufgrund seines „schwachen Sounds“ doch nicht als Single des ersten Albums „Kein Schulterklopfen (gegen den Trend)“ erschienen ist. Weitere hörenswerte Neuaufnahmen sind m. E. „Aber die Zeiten sind andere“, „Zwei“ und „Wir sind nicht die Onkelz“.
Fazit: Tatsächlich bin ich mittlerweile eher ein Freund der neueren Rantanplan-Lieder, nachdem ich nach einer intensiven Phase von 1998–2004 einige Konzerte besuchte und das 2. Album „Köpfer“ hoch und runter hörte. Danach habe ich bis zur Veröffentlichung von „Ahoi“ die Band nicht mehr großartig wahrgenommen (bis auf die Ausnahme „Wir sind nicht die Onkelz“), sie jedoch als famose Live-Band in Erinnerung behalten. Diese Erinnerungen werden durch die neu aufgenommenen Lieder wieder in mir lebendig. Wer sich von euch nach räudigem Straßenpunk mit Ska-Einsätzen ohne Pathos, dafür mit viel Authentizität sehnt, wird seinen/ihren Spaß am Album „Blast off NY“ haben.
Review von Sven
































