Label: Knock Out Records
Veröffentlichung: 11.06

Knock Out Records holen zum Doppelschlag aus und veröffentlichen parallel zum Bad Co. Project, der Soloplatte von Ex-Oxymoron-Frontmann Sucker, das Oxymoron/Bonecrusher Split-Doppelalbum „Noize Overdose“. Wer jetzt aber auf eine Oxymoron-Reunion hofft, der wird ein wenig enttäuscht sein, zwar handelt es sich bei den acht Oxy-Songs fast ausschließlich um unveröffentlichtes Material der deutschen Streetpunk-Helden, doch wurde es bereits vor der Auflösung der Band 2002 aufgenommen. Vier Lieder stammen aus der „Feed the Breed“-Session von 2001, haben es aber damals nicht auf die Platte geschafft – an der Qualität kanns eigentlich nicht gelegen haben. Lediglich der Song „Armageddon Now“ (Tipp!!) war bisher auf eine Promo-CD für den amerikanischen Markt zu hören. Zu den vier „neuen“ Stücken gesellt sich ein Cover des AC/DC-Klassikers „Dirty Deeds“, das – gar nicht mal schlecht – von Gitarrist Maddin eingesungen wurde. Hinzu kommen Live-Versionen von „Crazy World“, You’re a Bore you Whore“ und „Crisis Identity“, Mitschnitte eines Gigs 1998 in der Großen Freiheit in Hamburg. Der zweite Teil der Veröffentlichung gehört den Straßenkötern von Bonecrusher aus Orange County. Die fünf Kalifornier ballern acht neue Songs raus und machen das, was sie am besten können: Brachialen Streetpunk mit leichter Hardcore-Kante und melodischen Gitarreneinlagen. Shouter Noah rundet das Ganze mit seinen heiseren Aggro-Vocals wie gewohnt ab. Zwar können die Jungs nicht ganz an die Zeit der genialen „Working for Nothing“-LP anknüpfen, machen ihre Sache aber dennoch alles andere als schlecht. Fazit: Zwei gute Bands, ein gutes Release! OK, das relevante Material von Oxymoron hätte man auch als 7″ oder Mini-CD rausbringen können – die Live-Tracks sind nett, aber nicht essentiell. Auch die Bonecrusher-Songs hätten problemlos ein seperates Mini-Album ergeben. So kommt das Ganze aber in Form der „Noize Overdose“ als Doppel-CD bzw. Doppel-LP und ist dementsprechend nicht ganz billig. Für Leute, die es nur auf die „neuen“ Songs von Oxymoron abgesehen haben, ist das sicherlich ein wenig ärgerlich, aber unterm Strich bekommt man ja auch was für sein Geld: Oxymoron waren und Bonecrusher sind feste Größen auf ihrem Gebiet und enttäuschen auch diesmal nicht.

Wertung: 0=5 Sterne

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