One Morning in Spring – Twenty Years From Now

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Label: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 02.10.2012

Und noch so ein typischer Bandname aus dem Postcore-Genre. One Morning in Spring aus Oberhausen zeigen in dieser Hinsicht nicht viel Kreativität. Ob das auch auf das Debütalbum Twenty Years From Now, das im Juni 2012 erschienen ist, zutrifft?

Zugegeben, nach einem Morgen im Frühling hört sich das Album schon mal nicht an. Die meisten Songs gehen ziemlich ab und machen definitiv Bock darauf, die Jungs live zu sehen. Schnelle Nummern mit eingängigen Melodien und perfektem Shouten erwarten uns auf dieser Platte und lassen in keinsterweise an den musikalischen Fähigkeiten von One Morning in Spring zweifeln. So richtig zünden will das Ganze allerdings trotzdem nicht. Die teilweise eher seichten Melodien und die Stimme des Sängers erinnern stark an Bands wie 30 Seconds to Mars (besonders Granted View On Broken Skylines). Außerdem wird textlich mehr als einmal auf die Tränendrüse gedrückt. Zeilen wie “where is your apology for the pain you give me?”, “you cut my throat and leave me for dead” und “your lips soaked all the blood and left me to wait for death” ziehen sich durch den Großteil der Songs. Ein ganzes Album über Herzschmerz braucht man eigentlich nicht.

Leider sind nicht nur textlich einige der Nummern sehr ähnlich. Bei This Time, Wake me up und Modern Day Poetry hat man zumindest zu Beginn der Songs den Eindruck, dass es sich um das ein und das selbe Stück handeln könnte, was hauptsächlich an dem Schlagzeug liegt. Richtig hart geht es fast nur in Confusing I & O, Okay, Bar?! und ’03 Post-Hardcore zu. Letzteres ist das Schlusslicht auf dem Album und schafft es inklusive Klavier und Streicher auf fast 12 Minuten. Eine schöne Idee, die Platte so ausklingen zu lassen.

 

Viel Kreativität ist auch in diesem Fall nicht zu sehen. Twenty Years From Now ist ein gewöhnliches Postcore-Album, dass zwar sehr eingängig aber leider auch (vor allem textlich) sehr einseitig ist. Musikalisch haben One Morning in Spring trotzdem einiges drauf und für ein Debütalbum einer Nachwuchsband ist die Platte auch ganz ordentlich.

 

Review von Meyrem Yücel

 

 

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Band-Infos: www.onemorninginspring.de

Wertung: 0=3 Sterne