Label: Columbia
Veröffentlichung: 19.04.2013

Der Singer-Songwriter Max Prosa veröffentlicht am 19. April sein neues Album “Rangoon”. Nach dem Debütalbum “Die Phantasie wird siegen”, das 2012 erschien, ist es bereits die zweite Platte des Berliners.

Schon nach den ersten Songs wird eins klar: Max Prosa scheint einen Versuch zu noch mehr Poesie gewagt zu haben. Auf diesem Album ist er ein Dichter und nicht einfach “Songwriter”. Seine Texte sind tiefgründig, persönlich und gut überlegt. Bis auf die deutsche Übersetzung von “Hallelujah” und den Songs “So lang ich darf” und “Café Noir” haben die Stücke nicht mehr viel von dem typischen Singer-Songwriter-Style, den man auf der ersten Platte noch hören konnte. Im Gegenteil, Max Prosa setzt sich von seinen Kollegen ab und entwickelt einen ganz eigenen Stil, der Wiedererkennungswert hat.

Dieser Stil stellt sich allerdings als sehr gewöhnungsbedürftig heraus. Die meisten Songs wirken steif und teilweise auf eine gewisse Art tragisch. Als wäre man Zuschauer in einem abstrakten Theaterstück. Bei “Rangoon” stehen die Texte im Vordergrund und nicht die Musik. Was wirklich schade ist, denn solche Texte würde man doch gerne mitträllern können. Stattdessen schafft es kaum ein Song hängen zu bleiben, denn Eingängigkeit wird bei Max Prosa diesmal nicht groß geschrieben. Und Spaß wollen die meisten Songs auch nicht bringen.

“Rangoon” ist keine Platte zum Rauf- und Runterhören. Für die Nachdenklichen unter uns, die einfach mal gerne zuhören, ist sie aber sicherlich kein Fehlkauf. Allerdings wird es schwer, neue Fans mit einer langweiligen Platte wie dieser zu gewinnen. Trotzdem ein großes Lob an den jungen Herrn Prosa. Nicht jeder traut sich sein ganz persönliches Ding fernab von dem alltäglichen Mainstream zu machen.

 

Review von Meyrem Yücel

Wertung: 0=2 Sterne

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